Deutscher Buchhandel fordert Amazon heraus

1. März 2013, 12:16 Uhr

Bisher ist Amazon mit seinem Kindle Marktführer im Bereich der E-Books. Dem wollen deutsche Buchhändler mit Unterstützung der Telekom nun etwas entgegensetzen - und haben einen E-Reader entwickelt.

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Vertreter der Buchhandlungen Thalia, Hugebdubel, Weltbild und Club Bertelsmann sowie der Deutschen Telekom haben an diesem Freitag ihren eigenen E-Reader "Tolino Shine" vorgestellt©

Die Deutsche Telekom stellt gemeinsam mit vier großen Buchhändlern ein eigenes Lesegerät für E-Books vor. Das neue Gerät namens "Tolino shine" soll ab dem 7. März 2013 bei der Telekom und ihren Partnern Thalia, Weltbild, Hugendubel und Club Bertelsmann verkauft werden. Der neue E-Book-Reader, mit dem Bücher aus dem Internet geladen und auf dem Bildschirm gelesen werden können, konkurriert mit Geräten etwa von Amazon und Tablet-PCs von Apple und anderen Herstellern.

Auf einer dazugehörigen Internetplattform sollen sich elektronische Bücher sammeln und auf unterschiedlichen Lesegeräten nutzen lassen. Dabei soll es unerheblich sein, bei welchem Händler das jeweilige E-Book gekauft wurde. Bisher habe es an einem offenen System gemangelt, mit dem Kunden nicht an einen bestimmten Anbieter gebunden seien, sagten Vertreter von Thalia, Weltbild, Hugendubel und Club Bertelsmann am Freitag in Berlin. Die Buchhändler erwarten ein rasantes Wachstum des digitalen Buchhandels. Bis 2015 werde voraussichtlich ein Viertel der Bücher digital gelesen.

Bislang führt der amerikanische Anbieter Amazon den Markt der E-Books mit dem Kindle-Gerät an - Nutzer können aber nur Bücher lesen, die über die Amazon-Seite gekauft wurden. Die strategische Allianz der deutschen Buchhändler soll eine flexiblere Nutzung unterschiedlicher E-Book-Anbieter ermöglichen. Punkten wollen Thalia, Weltbild und Hugendubel auch mit persönlicher Beratung beim Kauf elektronischer Bücher in den Filialen. "Die Zukunft der deutschen Buchbranche soll auch weiterhin bei uns liegen und nicht in den Händen börsennotierter amerikanischer Konzerne", sagte Weltbild-Geschäftsführer Carel Halff.

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