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3. März 2010, 13:57 Uhr

Post trägt E-Mails aus

Die Deutsche Post wird ab Sommer mit dem Internetbrief einen neuen Dienst einführen. Für die Nutzer soll digitaler Schriftverkehr durch diesen sogenannten E-Brief verlässlich, verbindlich und vertraulich werden.

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Künftig soll auch der Internetbrief, eine sichere E-Mail-Variante, von Postboten ausgetragen werden© Uwe Meinhold/DDP

Kommunikation über das Internet soll künftig so sicher wie mit dem klassischen Brief werden. Die Deutsche Post stellte am Mittwoch auf der Hightech-Messe Cebit in Hannover ihren Internetbrief-Dienst vor, der im Juli starten soll. Dank großer Kooperationspartner sollen schon bald Millionen Verbraucher den Dienst im Alltag nutzen können.

Der Internetbrief verbindet der Post zufolge die Vorteile von E-Mails mit denen eines klassischen Briefs. "Mit dem Brief im Internet können in Zukunft Privatpersonen, Unternehmen und Behörden auch in der elektronischen Welt verbindlich, vertraulich und verlässlich miteinander kommunizieren", erklärte das Unternehmen. Das Versenden und Empfangen sei so einfach wie bei E-Mails, doch könnten Empfänger und Absender eindeutig identifiziert werden. Alle Beteiligten "wissen daher zweifelsfrei, mit wem sie kommunizieren", erklärte die Post.

Verbraucher müssen für den Dienst zunächst eine Internetbrief-Adresse beantragen, dann überprüft die Post in einer Filiale anhand des Personalausweises oder Reisepasses die Identität. Danach können die Nutzer Onlinebriefe empfangen oder versenden. Für zusätzliche Sicherheit soll eine Transaktionsnummer dienen, die auf das Handy versandt wird. Die Briefe werden für die Übertragung zudem verschlüsselt.

Möglich sind etwa Einschreiben per Internet, Verträge oder offizielle Anträge. Nutzt der Empfänger den Internetbrief-Dienst nicht, ist das Versenden eines sogenannten hybriden Internetbriefes möglich: In diesem Fall druckt die Post den Brief aus und stellt ihn dann per normaler Post zu.

Günstiger als ein Standardbrief

Der Versand von Internetbriefen soll nicht nur bequemer, sondern auch günstiger sein. Der Hybridbrief etwa kostet 46 Cent statt 55 Cent für einen Standardbrief. Den Preis für reinen Onlinebrief will die Post noch nicht nennen, er dürfte aber unter den 46 Cent liegen, da die Kosten ohne Ausdrucken und Zustellung deutlich niedriger sind.

"Das Interesse der Geschäftskunden ist schon vor der Markteinführung enorm", erklärte Post-Vorstand Jürgen Gerdes. Nutzen will das System unter anderem der Autofahrerclub ADAC, der allein fast 17 Millionen Mitglieder hat. Profitieren vom Internetbrief sollen zudem Lottospieler in Hessen, die ihr Spielaufträge damit künftig online aufgeben können. Weitere Partner sind die Investmentgesellschaft der Sparkassen, die Dekabank, sowie mehrere Versicherungen.

Nach dem Start soll das neue Angebot um Zusatzdienste erweitert werden. Denkbar sei etwa ein Online-Bezahldienst, erklärte die Post. Mit dem ADAC will der Konzern weitere Dienste entwickeln, etwa zum Verbraucherschutz beim Autokauf oder für mehr Sicherheit bei Mitfahrzentralen. Berichten zufolge könnte die Post auch ein Bezahlsystem für Internetinhalte etwa von Zeitungen und Zeitschriften einführen.

Die Post wird zwar voraussichtlich den ersten, nicht aber den einzigen Dienst für Internetbriefe anbieten. Zur Zeit läuft in Friedrichshafen ein Pilotprojekt, an dem auch die Bundesregierung beteiligt ist. Der De-Mail getaufte Dienst könnte Ende des Jahres bundesweit starten, allerdings muss die Regierung dazu zunächst noch ein Gesetz auf den Weg bringen. Die Post hatte an De-Mail zunächst mitgearbeitet, ihren Internetbrief dann aber als Konkurrenzprodukt entwickelt. Ob die verschiedenen Dienste miteinander kompatibel sein werden, ist bislang unklar.

AFP
 
 
KOMMENTARE (5 von 5)
 
nerventanz (05.03.2010, 08:17 Uhr)
Leute, leute
Nutzt lieber PGP (oder kompatibles gnupg). Das gibt es schon seit Ewigkeiten und ist kinderleicht zu bedienen.

> http://www.gnupg.org/

PGP ist nicht nur Verschlüsselung, sondern auch digitale Signatur. Das bedeutet, dass niemand eine E-Mail fälschen kann. Zudem ist es ein offenes System und wird breit in der Gemeinde, die auf Sicherheit hohen Wert legt, akzeptiert und konsequent eingesetzt.

Es gibt öffentliche Schlüsselserver, wo man seinen öffentlichen Key ablegen kann:
> http://wwwkeys.de.pgp.net/

Da kann man den notfalls bequem herunterladen, um jemanden etwas vertraulich zuzuschicken (natürlich muss man vor dem Verschicken persönlich verifizieren ob der Schlüssel korrekt ist). Das ganze wirkt aber wie ein soziales Netzwerk, wo Vertrauen durch Freundschaften propagiert wird. Man kann Schlüssel gegenseitig signieren, um Vertrauen zu stärken.

Ich verschlüssele alles mögliche mit gnupg, auch meine Backups. Man kann also beliebige Daten sicher übermitteln und speichern. Und zwar so, dass alle, die einen Schlüssel zu den Daten haben, diese auch lesen können.

Wenn mein Betriebssystemhersteller eine E-Mail schickt, dann ist sie signiert und ich weiß exakt, dass das wichtig ist. Genauso, wenn ich und meine Frau private Daten austauschen. Das geht durch E-Mail-Server wo potenziell jeder mithorchen kann. Verschlüsselung erschwert das Lesen der sensiblen E-Mails enorm.

Wozu für blöde E-Mails auch noch zahlen, wenn man es schon lange kostenlos hat? Wenn jeder konsequent die freien Mittel nutzt, dann haben wir höhere Sicherheit als durch einen einzigen Fremdanbieter, von dem man überhaupt nicht weiß, ob er einen "Generalschlüssel" für alle E-Mails in Deutschland hat. Das könnte z.B. das BKA verlangen nach dem Motto "Es kann ja nicht angehen" und so ein blödes Gefasel.
slap882 (04.03.2010, 23:30 Uhr)
Und Herr Ziercke liest mit?
Das so etwas ohne "Hintertür" für unsere wackeren Ermittler gegen die gemeinen Terrorverdächtigen (früher: Bürger) gemacht wird, kann ich gar nicht glauben.

Ich setze auf PGP (und ein Leben im Ausland :-) ).

trespuntos (04.03.2010, 09:26 Uhr)
Datenschutz?
Eine sache verstehe ich hier nicht. Hybrid Internetbrief: Brief wird ausgedruckt und von der Post normal zugestellt. Was heißt das? Sitzt einer vorm PC, druckt diesen elektronischen Brief aus, und verschickt es dann per Post zum Empfänger? Kann der Post Mitarbeiter diesen Brief lesen, ich denke schon... Oder gibt es da automatismen?
RDUKE7777777 (04.03.2010, 09:10 Uhr)
Modernes Unternehmen
Nur 30 Jahre nach dem Siegeszug der Email so ein Projekt aus dem Boden zu stampfen ist ja geradezu innovativ.
Fraggles (03.03.2010, 22:21 Uhr)
Dinge die
die Welt nicht braucht, gibts alles schon was die Post dort nun noch machen will.
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