1. April 2009, 07:48 Uhr

YouTube sperrt Musikvideos in Deutschland

Es hat sich ausgerockt auf YouTube: Weil sich die Videoplattform mit der Gema nicht auf Verwertungspreise einigen kann, hat Youtube zumindest vorläufig sämtliche Musikvideos von seiner deutschen Website entfernt.

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Youtube hat alle Musikvideos auf seiner Site gesperrt©

Im Streit mit der Verwertungsgesellschaft Gema sperrt die Google-Tochter YouTube alle Musikvideos auf seiner deutschen Website www.youtube.de. Das teilte YouTube-Manager Patrick Walker am Dienstagabend in einem Blog-Eintrag mit. Bei der Kontroverse geht es darum, wie viel Geld der Verwertungsgesellschaft für das Verbreiten von Musikvideos im Internet zusteht.

YouTube ist die mit Abstand größte Videoplattform im Internet. Hier können die Benutzer kostenlos Video-Clips ansehen und hochladen. Das Unternehmen wurde im Februar 2005 gegründet und im Oktober 2006 vom Internet-Riesen Google für 1,65 Milliarden US-Dollar übernommen. Neben Musikvideos befinden sich auf YouTube vor allem Ausschnitte aus Filmen und TV-Sendungen sowie von YouTube-Anwendern selbst gedrehte Filme.

Für die Übertragung von Musikvideos hat Google mit drei von vier großen Musikstudios sowie mehreren kleineren Labels Verträge über eine Aufteilung der Werbeeinnahmen geschlossen, die im Umfeld der Musikvideos erzielt werden. Nach deutschem Recht müssen an diesen Vereinbarungen allerdings auch Verwertungsgesellschaften wie die Gema beteiligt werden. Das deutschsprachige Videoangebot von YouTube war im November 2007 online gegangenen, nachdem ein komplizierter Streit um Urheberrechtsfragen mit der Gema vorläufig gelöst worden war. Dieser Vertrag lief allerdings Ende März aus.

Gema-Sprecherin Bettina Müller sagte, ihre Organisation habe YouTube in einem ersten, unverhandelten Angebot einen Preis von einem Euro-Cent pro Abruf vorgeschlagen. Außerdem verlange die Gema eine größere Transparenz über die Nutzung des Repertoires der Künstler, die von der Gema vertreten würden. Harald Heker, der Vorstandsvorsitzender der Gema, sagte: "Es zeichnet sich eine grundlegende Auseinandersetzung zwischen der Gema und Google und seiner Tochtergesellschaft YouTube ab."

Google-Sprecher Kay Oberbeck nannte die Forderungen der Gema "völlig inakzeptabel", da YouTube damit bei jedem Abspielen eines Videos Verluste machen würde. Die Gema habe zunächst auf einen Listenpreis von zwölf Cent verwiesen. Aber auch der nun genannte Tarif von einem Cent sei nicht hinnehmbar und fünfmal teurer als in Großbritannien. Außerdem habe sich die Gema geweigert, eine Liste der von ihr vertretenen Künstler zur Verfügung zu stellen. Wegen des Auslaufens der Vereinbarung und der damit verbundenen Unsicherheiten müsse man nun Musikvideos von Musik-Partnern bis auf weiteres auf YouTube in Deutschland sperren. Google und die Gema betonten jedoch auch, dass sie an einer gütlichen Regelung interessiert seien.

DPA
 
 
KOMMENTARE (9 von 9)
 
boamer42 (01.04.2009, 19:35 Uhr)
Tipp
http://www.youtube.com/watch?v=2GPwJ-o4iHY&feature=related
Malt (01.04.2009, 13:46 Uhr)
Tja Leute...
...die Wildwest Zeiten im Netz sind leider schon lange vorbei!
RolfZinner (01.04.2009, 12:02 Uhr)
das gibt Druck von den Künstlern
Eigentlich sollte die GEMA doch die Künstler unterstützen, aber hier macht sie genau das Gegenteil. Sie sorgt dafür, dass ihre Mitglieder bald am Hungertuch nagen. Denn wie wir wissen, beziehen die Kids heute Musik und Videos aus dem Netz. MTV oder VIVA (gibt es die überhaupt noch?) haben an Bedeutung verloren. Alles kommt aus dem Netz. Oder auch nicht.
Nach dem ersten großen HALLO wird es sicherlich bald eine Einigung zwischen den beiden Parteien geben. Google ist schließlich ein echtes Monopol im Online-Markt und die GEMA wird von ihren Mitgliedern bestimmt auch ordentlich unter Druck gesetzt und dann heißt es "April, April". Das war doch nur ein Scherz. Eigentlich haben wir uns doch alle lieb.
Haris_Pilton (01.04.2009, 11:47 Uhr)
@ Stern:Überschrift ist falsch
Musikvideos laufen alle noch ohne Probleme, sogar so "tolle" Sachen wie Madonna. Wie wäre es mit "GEMA will Musikvodeos auf YouTube sperren lassen"...?
Alpinchen (01.04.2009, 10:24 Uhr)
Tja, die liebe "Musikindustrie"...
...macht fleißig Kohle mit kriminellen und asozialen Elementen, aber ansonsten immer schön einen auf "juristisch korrekt" machen. Ich weiß nicht, hat tatsächlich noch jemand Lust, denen sein Geld zu geben ?
guzziman (01.04.2009, 10:14 Uhr)
Hmm,
ich bin eben ganz nocrmal reingekommen und konnt auch alle meine Favoriten auf- und abrufen...
Naj, ich hör ja auch so keinen Schrott wie Madonna (würg)
F..ck the GEMA!
F..ck the GEZ!
GordonBleu (01.04.2009, 09:32 Uhr)
fehlt nur noch ...
die cma. ich finde, die sollte auch ansprüche geltend machen. zumindest, wenn auf youtube klipps aus 'bauer sucht frau' zu sehen sind.
Tim2007 (01.04.2009, 09:07 Uhr)
unbezahlte Werbung
Wie blöd kann die Musikindustrie nur sein. Ich denke es gibt niemand der Youtube als Ersatz für seine CD-Sammlung ansieht. Aber 99% aller Lieder kenne ich erst über Youtube und wenn ich sie auch auf dem Sofa hören will kauf ich sie mir. Eigentlich müsste die Gema Geld bezahlen.
SirDidimus (01.04.2009, 09:01 Uhr)
Youtube als Werbeplattform
man sollte auch beachten, dass youtube unbezahlt werbung für die musiker macht. ich habe mir schon mehere cds gekauft, weil mir einige leute einen link nach dem motto "hör mal - kling super" geschickt haben.
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