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24. Oktober 2006, 17:03 Uhr

Was gute Kinder-Seiten auszeichnet

Kinder sind von Natur aus neugierig - auch im Internet. Gerne gehen sie interessanten Links nach und melden sich in Portalen an. Diese Neugier passt jedoch häufig nicht in die Welt des für Erwachsene konzipierten Internets.

Eltern sollten wissen, welche Seiten ihre Kinder im Netz besuchen© DPA

Schnell landen die jungen Nutzer auf Gewalt- oder Erotikseiten oder werden in Shops mit Verkaufsangeboten gelockt. Anhand einiger Kriterien können Eltern allerdings recht schnell herausfinden, ob sich Internetangebote für ihre Sprösslinge eignen. "Die Inhalte müssen so aufbereitet werden, dass sich Kinder gerne mit ihnen beschäftigen", sagt Andrea Kallweit von Jugendschutz.net in Mainz. "Im besten Fall greifen die Seiten die Fragen von Kindern auf und unterstützen sie dadurch, die Welt zu verstehen", ergänzt Petra Best vom Deutschen Jugendinstitut in München.

Übersichtlich und interaktiv

Damit sich die Kinder auf der Internetseite zurechtfinden, müssen die Navigationswege außerdem klar erkennbar und der Seitenaufbau übersichtlich sein. Eine wichtige Rolle spielt die Interaktivität der Seiten: "Kinder sollen zum Mitmachen aktiviert werden und lernen, dass das Medium Internet gestaltbar ist", sagt Anke Hildebrandt von der Arbeitsgemeinschaft Vernetzter Kinderseiten www.seitenstark.de in Bielefeld.

Um zu verhindern, dass Kinder ungewollt Produkte bestellen oder ihre Daten weiter geben, beziehen gute Kinderportale die Eltern mit ein und verlangen für die Datenweitergabe eine Erlaubnis. In jedem Fall sollten Eltern ihre Kinder dazu anleiten, sie vor der Angabe von persönlichen Daten zu fragen. Gerade deshalb ist es sinnvoll, wenn immer ein erwachsener Ansprechpartner in der Nähe ist.

Lernspiele helfen beim Kennenlernen

Für Kinder unter sechs Jahren ist das Internet eher ungeeignet. "Um sich im Internet zu bewegen, muss das Kind lesen können", sagt Medienpädagogin Petra Best. Vorher begreife es auch die Struktur des Netzes noch nicht. Wenn jüngere Kinder bereits an den Computer gewöhnt werden sollen, seien CD-ROMs mit Lernspielen besser geeignet.

Virtuelle Kommunikation, beispielsweise per E-Mail oder im Chat, ist - je nach Interneterfahrung - erst für Kinder ab neun oder zehn Jahren zu empfehlen. "Das Kind muss dafür wissen, wie es sich im kommunikativen Miteinander verhalten muss", erklärt Kallweit. Doch auch dann sollte auf eine geschützte Internetumgebung geachtet werden. Die Websites von Seitenstark.de haben sich beispielsweise zusammengeschlossen und bieten sechs Stunden pro Woche einen moderierten Kinderchat an. Bevor Beiträge dort auf dem Bildschirm erscheinen, werden sie von Studenten der Universität Leipzig kontrolliert.

Auf www.seitenstark.de wird auch fündig, wer auf einen Blick mehrere gute Kinderseiten erfassen will. Mittlerweile haben sich 25 Seiten unter dem Dach zusammengefunden. Bevor eine neue Seite in die Arbeitgemeinschaft aufgenommen wird, wird sie auf ihre Kindertauglichkeit geprüft. Das Deutsche Jugendinstitut hat außerdem die Datenbank "Websites für Kinder" ins Leben gerufen, die mittlerweile von "Schulen ans Netz" weitergeführt wird. In der Datenbank sind zur Zeit 225 Kinderseiten verzeichnet.

Für Kinder müssen Navigationswege klar erkennbar sein.

DPA
 
 
 
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