Dass etwa Brokkoli-Suppe nach Brokkoli schmeckt, liegt an raffiniert kombinierten Geschmacksverstärkern, Aromen und Zusätzen, nicht am Brokkoli. Bei so viel Chemie muss das Ausgangsprodukt nicht von bester Qualität sein, zumal es ohnehin oft nur in Spuren enthalten ist. Oft sollen Vitaminzusätze den fehlenden Gesundheitswert ausgleichen. Doch was Gemüse so gesund macht, ist das Zusammenspiel zahlreicher Stoffe, die in isolierter Form nicht dieselbe Wirkung haben.
Pfannkuchen aus der Shaker-Flasche machen - wie viele Fertigprodukte - vor allem eins: Müll. Denn von Zeitersparnis oder Vereinfachung kann hier keine Rede sein. Das Gute an Pfannkuchen ist ja schließlich, dass man die Zutaten fix in einer Schüssel mixt, ohne penibel abmessen zu müssen.
Sie sind zwar weniger fett als die Originale, dafür enthalten sie aber gehärtete Fette, Stabilisatoren und Emulgatoren. So lange Sie echte Sahne nicht täglich und in rauen Mengen essen, können Sie sich getrost etwas davon gönnen. Fett lässt sich auch anders sparen, etwa indem Sie beim Kochen Sahne mit Milch strecken oder statt Crème fraîche saure Sahne oder Schmand verwenden.
Um frische Zutaten ohne Kühlung lange haltbar zu machen, sind allerlei Zusatzstoffe nötig, und viele Nährstoffe bleiben auf der Strecke. Zudem sind die Gerichte auf einen 08/15-Geschmack getrimmt und enthalten meist viel zu viel Salz. Mit tiefgekühlten Gerichten treffen Sie die bessere Wahl.
Sind meist recht fett und trotz ihres Namens arm an Gemüse. Stattdessen bestehen sie überwiegend aus Kartoffelbrei.
Manche Produkte enthalten zwar gute Pflanzenöle, für Konsistenz und Geschmack aber auch wieder etliche Zusatzstoffe und künstliche Aromen. Mit einem guten Pflanzenöl, zum Beispiel von Olive, Raps oder Soja, sind Sie besser beraten und bekommen auch gleich noch ungesättigte Fettsäuren mitgeliefert. Für das Butteraroma reicht es, ganz am Schluss ein kleines Stück Butter über dem fertig gegarten Fleisch, Fisch oder Gemüse schmelzen zu lassen.
Auf dem Weg in die jahrelang haltbare Konserve büßt Gemüse nicht nur Nährstoffe, sondern auch Biss und Geschmack ein. Heraus kommen Mohrrüben, die nicht einmal mehr die Hälfte ihres ursprünglichen Vitamin-C-Gehalts haben. Lassen Sie Gemüse in Gläsern und Dosen - mit Ausnahme von Tomaten und Mais - links liegen! Tiefkühlgemüse ist dem aus Dosen geschmacklich und gesundheitlich weit überlegen.
Das frische Design täuscht: Hier ist meist gar nichts frisch. Wenn Spinat bei der angeblichen "Spinatpasta" auf der Zutatenliste erst an 13. Stelle auftaucht, sollten Sie skeptisch werden. Frische Nudeln aus dem Kühlregal kommen meist ohne künstliche Hilfsstoffe aus. Wenn Sie noch einen kleinen Block Tiefkühlspinat zubereiten und in eine Fertigsauce geben, haben Sie mehr Vitamine auf dem Teller.
Milchzucker, Säureregulator, Aromen, Geschmacksverstärker - auch hier ersetzt Chemie den Geschmack frischer Zutaten. Wenn Sie sowieso das Pulver anrühren müssen - warum dann nicht gleich eine echte Vinaigrette machen?
Mit heißem Wasser aufgießen, umrühren, und schon ist die Suppe fertig - das funktioniert nur mit Wunderwaffen aus dem Arsenal der Industrie. Manche Hersteller werben auf der Verpackung mit "schonend getrocknetem Gemüse" für den angeblich "frischen Geschmack". Tatsächlich aber ist mit dem wenigen Gemüse, das diese Kunstprodukte noch enthalten, kein Staat zu machen, schon gar nicht geschmacklich. Den Job übernehmen auch hier wieder Geschmacksverstärker und künstliche Aromen. Die Süppchen bringen weder Vitamine, noch machen sie satt. Sparen Sie sich den kleinen Hunger zwischendurch lieber für eine richtige Mahlzeit auf.
Er kommt gesund daher, enthält aber reichlich Zucker oder Honig und Fett. Betrachten Sie daher Müsliriegel als das, was sie sind: eine Süßigkeit. Mit einem Apfel bekommen Sie mehr Vitamine und Ballaststoffe.
In der Zutatenliste dieses angeblich so gesunden Snacks steht Zucker an dritter Stelle, und auch der Fettgehalt ist mit fast 27 Prozent je 100 Gramm nicht knapp bemessen. Um Ihren Tagesbedarf an Kalzium zu decken, müssten Sie 17 Milch-Schnitten essen - und würden damit zugleich 40 Stück Würfelzucker und ein halbes Paket Butter zu sich nehmen.
Ruth Hoffmann