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13 Fragen, die sich jedes Paar vor der Hochzeit stellen sollte

Werden wir eine glückliche Ehe führen? Um das herauszufinden, haben führende Beziehungs-Experten 13 Fragen formuliert, die sich jedes Paar vor der Hochzeit stellen sollte.

Werden wir eine glückliche Ehe führen? Mit 13 Fragen können Paare das herausfinden

Werden wir eine glückliche Ehe führen? Mit 13 Fragen können Paare das herausfinden

Willst du mich heiraten? Vermutlich keine andere Frage stellt das Leben zweier Menschen so sehr auf den Kopf wie diese. Und sollte die Frage mit Ja beantwortet werden, rollt die Hochzeits-Maschinerie auch schon los: Einladungskarten verschicken, Kleid aussuchen, Ringe kaufen, Probeessen, Flitterwochen buchen. Bei aller Planerei verliert man die wichtigste Frage aber meist aus den Augen: Werden wir glücklich sein? Denn ob man eine jahrzehntelange, zufriedene Ehe führt oder zu dem Drittel gehört, das sich scheiden lässt, hängt nicht damit zusammen, wie spektakulär die eigene Hochzeitsfeier wird.

Die "New York Times" hat mit mehreren führenden Paartherapeuten und Beziehungs-Experten über die Geheimnisse einer glücklichen Ehe gesprochen. Ihre Erkenntnisse sind in 13 Fragen eingeflossen, die sich Paare vor der Hochzeit stellen sollten - darunter zur Kinderplanung, wie man mit Schulden umgeht, ob man die Eltern des Partners leiden kann und wie wichtig Sex für die Beziehung ist.

1. Wie verhält sich deine Familie bei Streit: Schmeißt sie mit Tellern um sich, diskutiert sie ruhig oder machen sie einfach die Schotten dicht?

Wie sehr uns unsere Familie und Erziehung prägen, zeigt sich auch daran, wie wir mit Konflikten umgehen, sagt Paarberater Peter Pearson. Deshalb lohnt sich ein genauer Blick, wie die eigenen Eltern und Geschwister oder die des Partners in Streitsituationen miteinander umgehen, denn für eine Beziehung ist es überlebenswichtig, wie man mit Differenzen umgeht. Werden Meinungsverschiedenheiten gleichberechtigt ausdiskutiert oder beginnt eine Partei frühzeitig zu schmollen und knallt mit den Türen? Diese Erkenntnisse können viele Hinweise auf das eigene Verhalten liefern.

2.Werden wir Kinder haben, und wenn ja, wirst du auch die Windeln wechseln?

"Wenn es darum geht, ob man Kinder haben will oder nicht, ist es wichtig, nicht einfach das zu sagen, was der Partner hören will", sagt Debbie Martinez, die Paare bei Eheproblemen und Scheidungen berät. Vor der Hochzeit sollte das Thema deshalb ehrlich und ausführlich diskutiert werden. Will man überhaupt Kinder? Wenn ja, wie viele? Zu welchem Lebenszeitpunkt, und wie stellt sich jeder seine Rolle als Elternteil vor? Klärt man im Vorfeld diese Fragen, gibt es anschließend weniger böse Überraschungen.

3. Werden uns die Erfahrungen, die wir mit unseren Ex-Partnern gemacht haben, helfen oder behindern?

Gespräche über Ex-Partner sind immer so eine Sache. Einerseits ist man natürlich neugierig und will mehr über das Vorleben des Partners wissen. Auf der anderen Seite könnten die Erkenntnisse auch für Frustrationen oder Minderwertigkeitskomplexe sorgen. Die Menschen seien deshalb sehr zögerlich, wenn es um ihre eigene Vergangenheit geht, sagt Bradford Wilcox, Direktor des National Marriage Project an der Universität von Virginia. Eine Untersuchung ergab,  dass Menschen, die viele ernsthafte Beziehungen führten, ein höheres Scheidungsrisiko haben und statistisch gesehen unglücklichere Ehen führen.

Dafür gibt es mehrere Ursachen. So ist man nach vielen Beziehungen erfahrener, wenn es um Trennungen geht, außerdem neigt man dazu, den aktuellen Partner mit ehemaligen Liebschaften zu vergleichen - meist zu dessen Nachteil. Der beste Ausweg sei ein "inniges, produktives Gespräch", außerdem müsse man akzeptieren, dass der Partner ein Leben vor einem hatte.

4. Wie wichtig ist uns Religion? Und wie werden wir religiöse Feiertage feiern?

Wenn beide Partner unterschiedliche religiöse Hintergründe haben, sollten sich Paare bewusst sein, ob und wie jeder seinen Glauben auslebt. Viel relevanter sei aber die Frage, in welchem Glauben man die Kinder erzieht. "Es ist hilfreich, in dieser Sache einen Plan zu haben", sagt Paartherapeut Robert Scuka.

Das Thema Geld sorgt in vielen Beziehungen für Krisen.

Das Thema Geld sorgt in vielen Beziehungen für Krisen.

5. Sind meine Schulden auch deine Schulden? Würdest du mir aus der Klemme helfen?

Dann ist da natürlich noch der Streitpunkt Geld. Beide Partner sollten selbstverständlich über die finanzielle Situation des Anderen Bescheid wissen, vor allem wenn es Schulden gibt. Paare sollten sich zudem im Klaren darüber sein, ob jeder wirtschaftlich unabhängig sein möchte oder ob es ein gemeinsames Konto gibt. Und wenn beide Einkommen extrem voneinander abweichen, sollte man auch über diese Tatsache sprechen. In so einem Fall könne es etwa hilfreich sein, eine Art Ausgleich für beide Seiten festzulegen, das einem proportionalem Einkommen gleichkäme, empfiehlt Scuka.

6. Wie viel Geld würdest du maximal für ein Auto, ein Sofa oder Schuhe ausgeben?

Paare sollten sich bei finanziellen Angelegenheiten weitgehend einig sein. Ist einem finanzielle Sicherheit wichtig, der andere spekuliert voller Risikofreude, ist Streit vorprogrammiert. Ein guter Indikator, ob man gemeinsame Vorstellungen habe, sei der Kauf eines Autos, sagt Scheidungsanwalt Frederick Hertz.

7. Kannst du damit leben, wenn ich Dinge ohne dich mache?

In einer Ehe will man die Beziehung zum Partner stärken, gleichzeitig aber auch unabhängig bleiben. Das können etwa ein eigener Freundeskreis sein oder Hobbies, die man ohne den Partner nachgeht. Das ist gut für einen selber, kann den Partner aber vor den Kopf stoßen und zu Spannungen führen, erklärt Beziehungsexperte Seth Eisenberg. Auch die unterschiedlichen Erwartungen, was die Privatsphäre betrifft, sollte man frühzeitig klären.

8. Magst du meine Eltern?

Um langfristig eine gute Ehe zu führen, ist es essentiell, dass man eine gute Beziehung zu den Eltern des Partners hat - oder man im Falle von Diskrepanzen zumindest einheitlich auftritt. Nimmt ein Partner dagegen die Probleme des anderen nicht ernst, sei das eine "schlechte Voraussetzung für eine gesunde Langzeit-Beziehung", sagt Robert Scuka.

9. Wie wichtig ist uns Sex?

Sex ist ein wesentlicher Bestandteil einer guten Ehe. Damit im Bett keine Flaute herrscht oder einer (oder gar beide) nicht unglücklich ist, sollte man offen und ehrlich über sexuelle Vorlieben und Vorstellungen sprechen. Das betrifft sowohl das wie, als auch das wie oft. "Wenn unterschiedliche Dinge erhofft werden, muss man eventuell verhandeln, damit am Ende beide Partner zufrieden sind."

Ist Flirten erlaubt? Und ist Sex mit Fremden tabu? Darüber sollten sich beide Partner einig sein, um Enttäuschung zu vermeiden.

Ist Flirten erlaubt? Und ist Sex mit Fremden tabu? Darüber sollten sich beide Partner einig sein, um Enttäuschung zu vermeiden.

10. Wie weit dürfen wir beim Flirten mit anderen Menschen gehen? Und ist es okay, wenn ich Pornos schaue?

Es ist sehr wichtig, dass beide Ehepartner wissen, was in der Beziehung erlaubt ist - und was nicht, rät Ehetherapeut Marty Klein. Wo die Grenze verläuft, muss jedes Paar für sich entscheiden. Für die einen ist bereits der harmlose Kneipenflirt tabu, für andere ist auch Sex mit Fremden kein Problem. Auch über den Konsum von Pornographie sollte man sprechen, um Streitereien bereits im Keim zu ersticken.

11. Kennst du alle meine Arten, "Ich liebe dich" zu sagen?

Dass man den anderen liebt, sollte bei einer Ehe klar sein. Dennoch schadet es nicht, das dem Partner regelmäßig wissen zu lassen. Über die Art und Weise herrscht dagegen manchmal Unklarheit. Paartherapeutin Debbie Martinez hat auch hier einen Tipp parat: Sie unterscheidet zunächst fünf Kategorien der Liebesbekundung - die verbale Bestätigung, gemeinsam verbrachte Zeit, Geschenke, kleine Gefallen oder körperliche Nähe. Beide sollen in einem Fragebogen angeben, auf welche zwei Arten sie  ihrem Partner bevorzugt die Liebe zeigen, anschließend sollen sie ankreuzen, was wohl der Partner wählt. Dieses kleine Experiment kann schnell Missverständnisse aus der Welt räumen. Denn womöglich sagt der Partner häufiger "Ich liebe dich", als man denkt - nur auf andere Weise.

12.Was magst du an mir, und weißt du was mich auf die Palme bringt?

Vor allem am Anfang einer Beziehung ist alles rosig, der Partner wirkt wie ein Seelenverwandter. "Es hat einfach Klick gemacht", heißt es häufig von Paaren, sagt Anne Klaeysen, die eine Führungsposition in der New York Society for Ethical Culture innehat. Doch ganz so einfach ist es leider nicht, so die Expertin: "Eine Ehe ist im Idealfall ein lebenslanges Versprechen, da reicht ein 'Klick' nicht aus." Man solle sich deshalb auch fragen, wie man reagiert, wenn die Phase der Bewunderung irgendwann nachlässt - und wie sehr man bereit ist, an der Beziehung zu arbeiten.

13. Wo siehst du uns in zehn Jahren?

Er will partout nicht in den Winterurlaub fahren, sie kann die neue Freundin seines Bruders nicht ausstehen: Selbst in den besten Ehen zoffen sich Paare hin und wieder über Alltagskleinigkeiten. Wichtig sei, dass beide das langfristige Ziel vor Augen haben, sagt Beziehungs-Experte Eisenberg. 

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