Das kosten Kindergärten in Deutschland

17. Mai 2010, 15:31 Uhr

Im Schnitt sind die Kosten für Kinderbetreuung in Deutschland gesunken. Aber was bedeutet das konkret? Was kostet Kinderbetreuung wo? Mit unserem Kindergarten-Atlas können Sie Gebühren in 100 deutschen Städten vergleichen.

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Kinderbetreuung kann teuer werden: Bis zu 3700 Euro kostet ein Platz im Kindergarten pro Jahr©

Gute Nachricht für Eltern mit kleinen Kindern. Die durchschnittlichen Gebühren für Kindergärten in Deutschland sind 2010 im Vergleich zu 2008 gesunken. So müssen Familien mit zwei Kindern und einem mittlerem Einkommen rund 16 Prozent weniger zahlen als noch vor zwei Jahren, Familien mit zwei Kindern und einem hohen Einkommen 12 Prozent weniger. Das ist einer der Ergebnisse des "Kindergartenmonitors 2010".

Für die Studie wurden die Kindergarten-Gebühren in den 100 größten deutschen Städten untersucht. Im Schnitt zahlen danach Normalverdiener mit einem Jahreseinkommen von 45.000 Euro brutto für ein vierjähriges Kind pro Jahr 814 Euro und für zwei Kinder (im Alter von 3,5 und 5,5 Jahre) 935 Euro pro Jahr. Familien mit gehobenem Einkommen (80.000 Euro) müssen jährlich 1280 Euro beziehungsweise 1468 Euro aufbringen.

Auftraggeber dieser Studie sind die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) und die Zeitschrift "Eltern", die wie stern.de im Verlag Gruner + Jahr erscheint. Es ist nach 2008 der zweite Kindergarten-Monitor. Die Experten ermittelten die Jahresgebührenhöhe für Modellfamilien in vier verschiedenen Kategorien für eine vier- bis fünfstündige Betreuung: für die Ein- und Zweikindfamilie mit mittlerem Einkommen in Höhe von 45.000 Euro brutto und die Ein- und Zweikindfamilie der hohen Einkommensklasse (80.000 Jahresbrutto).

Die Untersuchung zeigt zudem, dass es teilweise nicht nachvollziehbare Unterschiede bei den Elternbeiträgen in Deutschland gibt. Von null bis 3696 Euro reichen die Gebühren für ein und dieselbe Modellfamilie.

Die teuerste Stadt für eine Durchschnittsverdiener-Familie mit einem Kindergartenkind (4 Jahre) ist danach Bremen: Hier fallen jährlich 1752 Euro Gebühren an. Für Durchschnittsverdiener mit zwei Kindern wird es in Cottbus besonders teuer: 2672 Euro im Jahr für die Mindestbuchungszeit. Wer 80.000 Euro Brutto verdient und zwei Kinder im Rahmen der Mindestbuchungszeit betreuen lässt, muss mit 3696 Euro in Potsdam und Tübingen die höchsten Elternbeiträge bezahlen.

Im Schnitt ist die Kindergartenbetreuung in ostdeutschen Städten teurer als in den westdeutschen. Vor allem Normalverdiener mit zwei Kindern sind betroffen. Die Zwei-Kind-Modellfamilie muss im Durchschnitt 417 Euro mehr zahlen als ihr Pendant in den alten Ländern. In den Städten der südlichen Bundesländer sind die Kindergartenbeiträge für alle untersuchten Modellfamilien im Schnitt günstiger als in Städten der nördlichen Länder.

Das es auch anders geht, zeigen neun Städte, in denen ein kostenloses Betreuungsangebot eingeführt wurde: Düsseldorf, Hanau, Heilbronn, Kaiserslautern, Koblenz, Ludwigshafen, Mainz, Salzgitter und Trier. 2008, dem Jahr der letzten Untersuchung, gab es mit Heilbronn nur eine Stadt, die drei Gratis-Kindergartenjahre gewährt.

Die hier untersuchten Modellfamilien müssen nach den Berechnungen der Wissenschaftler im Schnitt zwischen 1,6 und 2,1 Prozent ihres Bruttoeinkommens für die Halbtags-Kindergartenbetreuung aufwenden - im Extremfall sind es bis zu 5,9 Prozent bei einer Zweikindfamilie mit mittlerem Einkommen.

Preisvergleiche für Laien praktisch unmöglich

"Der INSM-Eltern-Kindergartenmonitor soll für Transparenz in einer unübersichtlichen Gebührenlandschaft sorgen", sagte INSM-Geschäftsführer Hubertus Pellengahr bei der Vorstellung der Studie. Für Laien seien Preisvergleiche praktisch unmöglich, weil die Gebührensatzungen und Berechnungsmethoden vielfach zu komplex seien. Pellengahr forderte die Kommunen auf, nachvollziehbare Gebührentabellen zu veröffentlichen. "Der Gebühren-Dschungel hat sich gegenüber unserem ersten Kindergartenmonitor leider nicht gelichtet. Eltern empfinden besonders die Preisunterschiede als zutiefst ungerecht", so Oliver Steinbach, stellvertretender Chefredakteur der Zeitschrift "Eltern". "Auch deshalb gibt es immer noch Vier- und Fünfjährige, die keinen Kindergarten besuchen. Das muss sich ändern."

Große Übersichtskarte Sie wollen wissen, wie hoch die Gebühren für Kindergärten in Deutschland sind? Hier finden sie eine Karte mit allen 100 untersuchten Städten sowie eine Städteliste.

Kindergarten-Monitor 2010

Kindergarten-Monitor 2010 Lesen Sie mehr über Kinder, Erziehung und Partnerschaft in der neuen "Eltern"

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KOMMENTARE (10 von 11)
 
dist-bln (18.05.2010, 11:34 Uhr)
LOBBY- Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft
die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM)- welches Interesse hat diese Lobbygruppe von einer solchen Studie..?
hook2000 (18.05.2010, 10:22 Uhr)
mal wieder schlecht recherchiert...
die Preise liegen in vielen Städten viel höher und wer kommt schon mit 4 Stunden Besuchszeit aus. Wir haben als "Normalverdiener" mit 2 Kindern in Jena eine jährliche Belastung von ca. 3800 Euro - ohne Essengeld!
rummeniggejunior (17.05.2010, 21:04 Uhr)
@tobix
sie können gern weiter an die einflüsterer der insm glauben. und statt lobbyarbeit könnte man auch von pr-geschwurbel sprechen.
Arioffz (17.05.2010, 19:29 Uhr)
Super Beiträge
in welcher Stadt/Kommune gibt es denn für 80?/M einen Kigaplatz? Wir zahlen 15? pro Tag + Essen + Trinken! Ansonsten@pro Amin42
nomsw (17.05.2010, 18:29 Uhr)
Sorry ich vergas das ist der Höchstsatz! also viel Verdiener.
lg
nomsw (17.05.2010, 18:27 Uhr)
Wir (2 Verdiener) zahlen (Ländliche Gegend) für einen Ganztagesplatz (7.30-16.00Uhr) ca. 240 Euro im Monat ink. Essensgeld!
Stern007 (17.05.2010, 17:53 Uhr)
@rumminiggejunior
und co...
Und da sieht man mal wieder das der Mensch gern nur das wahrnimmt was er wahrnehmen möchte! Ihre blödsinnige Attacken sind doch echt peinlich. Lesen Sie doch den Artikel zuerst richtig durch! Außerdem könnte Frau Merkel und ihr (wie sie sich ausdrücken) Aknepriz nichts für die Kitakosten in Berlin. Immerhin ist dafür der Superkompetente mehrfache Familienvater Wowereit zuständig mit seiner Linken Sippe. Bildung ist leider noch Ländersache!!!!!! (Schlaupaul!!!)
Und die 5.000 ? können nur bei einem privaten Bildungsträger sein und dann müssen Sie weit über 80.000 ? p.a. verdienen! Der Regelsatz ist hier nachzulesen http://www.berlin.de/imperia/md/content/sen-familie/rechtsvorschriften/tkbg_2010.pdf?start&ts=1269521148&file=tkbg_2010.pdf
also.... HAHAHAHAHA.... erstmal sich Gedanken machen, und dann meckern....
Und noch eines, in Berlin sind die letzten beiden Kitajahre "BEITRAGSFREI"
Ich musste für meine Kinder noch 3 Jahre lang höhere Kitabeiträge zahlen. Und nun plagt mich, bzw. meinen Kindern dieser Senat (der im Bildungssektor keine Ahnung hat) mit der unglaublich dummen Schulreform!!! Denn der Wowi udn seine Linke Sippe hat davon leider gar keine Ahnung....
VinzentVega (17.05.2010, 17:13 Uhr)
Schlechte Recherche
Werden Artikel denn gar nicht mehr vernünftig recherchiert oder einfach nur bei Spiegel.de abgekupfert? Die Zahlen stimmen zudem nicht mit den tatsächlichen Werten überein. Ganz schlecht verehrter Stern.
tobix (17.05.2010, 16:50 Uhr)
@rummeniggejunior
Vielleicht mangelt es auch an der Lesekompetenz der Eltern?

"vier- bis fünfstündige Betreuung"

(Sorry, das Stichwort "Lobbyarbeit" hat mich provoziert ;)
Amin42 (17.05.2010, 16:21 Uhr)
WO sind Kita Plätze so günstig?
Glaueb keine Statistik, die Du nicht selbst gefäkscht hast. Hier mal die Wahrheit: wir zahlen in einem Ort nähe Osnabrück ( also wirklich allerländlichst ) incl. Essen-und Getränkegeld 300? pro Monat. Macht pro jahr 3600?!! in Worten: dreitausensechshundert!! Ich glaube kaum, das das die Spitze ist, im gegenteil. Unfassbar, wie hier wieder das steuerzahlende Volk für blöd verkauft wird. Abgesehen vom finanziellen Beitrag ist die Qualität der Betreuung allerdings wirklich sehr sehr gut, dass muss ich dazu sagen! Es ist jeder Euro gut angelegt, ohne Frage. Aber bitte haltet die Bürger nicht für so blöd, dass sie diesen Beruhigungsstatistiken glauben!
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