Ratgeber Fitness - schwungvoll durchs Jahr

Vorsicht, Bruch!

15. Patellaspitzensyndrom

Ursache: verkürzte Kniestreckmuskeln; schwache Kniebeugemuskeln; Kniescheibenhochstand; hohe und ruckartige Sprungbelastungen ("jumper's knee"); "sitzender Laufstil", bei dem die Oberschenkel zu wenig gestreckt werden

Symptome: belastungsabhängige Schmerzen (vor allem beim Treppensteigen oder bei längerem Sitzen) im Bereich der Kniescheibenspitze, dort auch eindeutiger Druckschmerzpunkt; eventuell geschwollene Sehne

Gefährdete Sportler: Basketballer; Volleyballer; Fußballer; Weitspringer; Tennisspieler; Läufer

Arztbesuch nötig: bei starken oder anhaltenden Beschwerden

Behandlung: Oberschenkelstreckmuskeln regelmäßig dehnen und Beugemuskeln auf der Oberschenkelrückseite kräftigen; Patellasehnen-Tapeverband oder Bandage; Kinesiotape; Ultraschall; Eismassage, Elektro-, Physio- oder Stoßwellentherapie; Injektionstherapie mit homöopathischen Mitteln oder lokalem Betäubungsmittel; bei deutlich länger als sechs Monate anhaltender Symptomatik und erheblichem Leidensdruck trotz konsequenter Therapie gegebenenfalls Operation

Sportpause: sechs bis zwölf Wochen, in dieser Zeit Sprungtraining vermeiden und vorübergehend auf eine andere SPortart umsteigen, bei der die Patellasehne nicht ruckartig belastet wird

Heilungsdauer: häufig sehr hartnäckige Verletzung, die teilweise mehrere Jahre bis zur völligen Ausheilung benötigt

Vorbeugung: Muskeln gezielt kräftigen und Koordinationstraining; ausgewogen trainieren, dabei Intensität und Umfang langsam steigern; muskuläre Dysbalancen beseitigen; geeignetes Schuhwerk und gegebenenfalls Einlagen tragen; entlastende Bandage; Laufstil optimieren

16. Prellung

Ursache: direkte Gewalt- beziehungsweise Krafteinwirkung wie Stoß oder Tritt, zum Beispiel beim Fußball Tritt des Gegners gegen das Schienbein

Symptome: starke Schmerzen, gegebenenfalls mit ausgeprägtem Spannungsgefühl; begleitender Bluterguss (Hämatom) aufgrund von verletzten Blutgefäßen; Schwellung; eventuell Bewegungseinschränkung

Gefährdete Sportler: Sportler mit Gegnerkontakt, zum Beispiel Fußballer, Handballer, Hockeyspieler

Arztbesuch nötig: bei starken oder anhaltenden Beschwerden oder bei Verdacht auf einen Knochenbruch

Behandlung: nach dem PECH-Schema vorgehen: Pause, Eis (Kühlung), Compression (Druckverband), Hochlagerung; Salbenverband mit abschwellendem Wirkstoff anlegen (zum Beispiel Voltaren, Ibuprofen); kurzfristige Schonung; Kinesiotape. Bei länger als zehn Tage anhaltenden Beschwerden muss der Arzt die Diagnose "Prellung" anzweifeln und überprüfen, ob eine Bänderverletzung oder Fraktur vorliegt

Sportpause: schmerzabhängig

Heilungsdauer: etwa sieben bis zehn Tage

Vorbeugung: entsprechende Schutzausrüstung auch beim Training tragen, zum Beispiel Schienbeinschoner beim Fußballspielen

17. Rippenprellung

Ursache: infolge eines direkten Schlags mit einem stumpfen Gegenstand wie dem Griff eines Stocks (zum Beispiel eines Eishockeyschlägers) oder nach einer kräftigen Kompression des Brustkorbs bei einem harten Körperangriff wie bei Rugby oder Ellenbogenstoß beim Handball

Symptome: Schmerzen vor allem bei tiefer Atmung, beim Husten oder Niesen; starker Druckschmerz; eventuell Schwellung

Gefährdete Sportler: Kampfsportler; Ballsportler mit Gegnerkontakt; Eishockeyspieler

Arztbesuch nötig: bei starken Schmerzen oder Verdacht auf einen Rippenbruch

Behandlung: gegebenenfalls Schmerzmittel; darauf achten, nicht in eine flache Schonatmung zu verfallen, was im schlimmsten Fall zu einer Lungenentzündung führen kann; gegebenenfalls Tapeverband; regelmäßige Anwendung einer schmerzstillenden Salbe (zum Beispiel Diclofenac, Ibuprofen); Kinesiotape; eventuell Röntgen zum Ausschluss einer Rippenfraktur

Sportpause: schmerzabhängig

Heilungsdauer: vier bis sechs Wochen

Vorbeugung: entsprechende Schutzausrüstung auch im Training tragen

 
 
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