Ratgeber Sexualität

Manchmal bleibt die Lust auf der Strecke

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Angst vor Kontrollverlust kann die Lust hemmen©

Ursachen

Wenn es im Bett nicht klappt, sei es, weil der Körper nicht mehr entsprechend reagieren kann oder der Höhepunkt ausbleibt, steckt dahinter selten nur eine Ursache. Meist kommen mehrere zusammen. Die häufigsten Auslöser sind Ängste, Sorgen oder Stress im Beruf und partnerschaftliche Probleme. Dennoch gibt es eine Reihe von körperlichen Faktoren, die der Arzt abklären sollte.

Das große Problem loszulassen

Zwei psychischen Faktoren stören vergleichsweise oft das sexuelle Erleben: Selbstbeobachtung und Angst, die Kontrolle zu verlieren. Viele Frauen können sich nicht hingeben, können ihre Lust nicht zulassen - ihnen gelingt es daher kaum, entsprechend auf sexuelle Reize zu reagieren. Sie beobachten sich beim Sex von außen, fragen sich vielleicht: Wie verziehe ich mein Gesicht? Stöhne ich zu laut? Erschwerend kommt hinzu, dass sie anfangen, sich in Gedanken damit zu beschäftigen: Warum funktioniert das bei mir nicht? Heute muss es doch klappen! Damit gehen sie weniger unbeschwert an die Sache heran und setzen jenen Teufelskreis aus Enttäuschung, Leistungsdruck und Versagensangst in Gang: Je öfter es nicht funktioniert, desto mehr wollen sie, dass es klappt. Und je mehr sie es wollen, desto weniger funktioniert es.

Erziehung und Erfahrung

Die Erziehung und damit verbundene Einstellungen spielen ebenfalls eine Rolle. Ältere Frauen oder Frauen aus anderen Kulturkreisen trauen sich häufig nicht, ihre eigenen sexuellen Bedürfnisse zu äußern oder auszuleben. Manche denken vielleicht: Eine anständige Frau hat keine Lust zu haben. Und die Wechseljahre verändern womöglich nicht nur den Körper. Auch das Selbstbewusstsein kann darunter leiden, wenn eine Frau sich dessen bewusst wird, dass sie nicht mehr fruchtbar ist.

Andere Frauen haben grundsätzlich ein gestörtes Verhältnis zum eigenen Körper oder zu Sex allgemein, fühlen sich vielleicht nicht attraktiv genug, haben Schuldgefühle, Hemmungen, Angst oder sie ekeln sich und können sich infolgedessen nicht entspannen, wenn sie mit einem Mann intim werden. Auch traumatische Erfahrungen, wie sexueller Missbrauch, Vergewaltigung oder Beschneidung können dazu führen, dass sie Sex als unangenehm empfinden.

Konflikte und fehlende Kommunikation

Häufig sind aber unterschwellige Konflikte die eigentlichen Auslöser. Aufgestaute Gefühle wie Enttäuschung, Wut oder Groll, zu wenig Vertrauen oder Verständnis entfremden Partner voneinander. Dass es im Bett nicht klappt, ist dann kaum verwunderlich. Wenn ein Paar sich nicht mehr nahe ist, nicht offen miteinander sprechen kann oder sich andauernd streitet, wenn es Machtkämpfe austrägt oder die Partner offen feindselig zueinander sind, entsteht Frust. Entspannter Sex ist so kaum möglich. Nicht zuletzt kann das Liebesleben leiden oder einschlafen, wenn die Partner sehr lange zusammen sind, oder wenn sich die Partnerschaft verändert, etwa durch die Geburt eines Kindes oder eine Midlife-Crisis.

Nicht selten ist auch der Mann das eigentliche Problem. Hat er eine Erektionsstörung oder leidet er unter vorzeitigem Samenerguss, kann dies die eigentliche Ursache für die fehlende Erregung der Frau sein. Sie braucht schließlich deutlich länger, um in Stimmung zu kommen; wenn er schon nach zwei Minuten fertig ist und sich nicht darum kümmert, dass seine Partnerin auf ihre Kosten kommt, frustriert sie das auf Dauer.

Nicht zuletzt wissen Männer manchmal nicht, was ihrer Partnerin gut tut. Und die Frauen haben Hemmungen, es ihnen zu sagen oder sie anzuleiten. Oder sie wissen es selbst nicht, etwa weil sie zu wenig Erfahrung mit Selbstbefriedigung haben.

 
 
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