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24. August 2010, 15:16 Uhr

Löst ein Virus die Krankheit aus?

Wenn Menschen das chronische Erschöpfungssyndrom trifft, können sie oft kaum ihren Alltag bewältigen. Nur langsam ergründen die Forscher die Ursachen der Krankheit. US-Forscher berichten jetzt von einem Virus, dass sich im Blut von Betroffenen findet.

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CFS führt dazu, dass Betroffene ihren Alltag kaum noch bewältigen können© Colourbox

Menschen, die am chronischen Erschöpfungssyndrom leiden, fühlen eine lähmende körperliche und geistige Schwäche. Schlaf hilft nicht gegen diese andauernde Erschöpfung. Oft kommen noch Schmerzen, Schwindel oder Konzentrationsstörungen dazu. Längere Zeit haben Experten gestritten, ob es diese Krankheit überhaupt gibt oder ob die Betroffenen unter einer Depression leiden. Inzwischen ist die Diagnose CFS ("Chronic Fatigue Syndrom") weitgehend anerkannt. Die Ursachen der plötzlich auftretenden Krankheit sind jedoch noch unklar.

Eine Theorie ist, dass eine Infektion mit Viren oder Bakterien bei der Entstehung eine Rolle spielen könnte. Im Gespräch waren unter anderem bestimmte Herpesviren sowie das Epstein-Barr-Virus. Konkrete Hinweise auf einen einzelnen Erreger, der CFS auslöst, wurden bisher jedoch nicht gefunden.

Jetzt berichten Wissenschaftler von der amerikanischen Food and Drug Administration, dass sie ein Virus als möglichen Erreger ausfindig gemacht haben. Die US-Forscher entdeckten in Blutproben von Patienten genetische Spuren eines Virus, das zu den Retroviren gehört. Bei 32 der 37 Betroffenen fanden sie Hinweise auf den Erreger, der dem aus der Forschung seit langem bekannten sogenannten Maus-Leukämie-Virus (MLV) ähnelt. Bei einer Kontrollgruppe aus 44 gesunden Patienten ohne das Erschöpfungssyndrom stießen die Wissenschaftler nur in 3 Fällen auf die genetischen Spuren dieses Virus, wie sie im Fachmagazin "PNAS" berichten.

Eine parallel laufende Studie von Wissenschaftlern um William Switzer von den Centers for Disease Control and Prevention in Atlanta konnte allerdings nicht bestätigen, dass das Virus an der Entstehung des chronischen Erschöpfungssyndroms beteiligt ist. In weiteren Untersuchungen muss daher geklärt werden, ob und wie der Erreger die Krankheit beeinflusst.

DDP/web
 
 
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