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Stern Logo Ratgeber Erkältung & Grippe - Grundlagen

Gefährlicher Doppelangriff

Ist der Körper bereits durch Erkältungs- oder Grippeviren geschwächt, nutzen einige Bakterien das aus und infizieren das betroffenen Gewebe zusätzlich. Tödliche Komplikationen können die Folge sein.

Antibiotika

Antibiotika können ein zweischneidiges Schwert sein.

Eine Erkältung oder eine Grippe können nur Viren auslösen. Bakterien nicht. Dennoch verschreiben manche Ärzte Antibiotika, also Medikamente, die Bakterien töten. Dabei können Antibiotika gegen Viren gar nichts ausrichten. Handeln solche Mediziner fahrlässig? Oder gar falsch? Möglicherweise.

Es gibt jedoch eine Ausnahme: Wenn Ihr Arzt feststellt, dass auch Bakterien an Ihrer Erkrankung beteiligt sind, können Antibiotika gerechtfertigt sein. Bei einigen Formen muss er Antibiotika verschreiben. Denn es ist möglich, dass zu der Virusinfektion noch eine bakterielle Infektion erfolgt. Fachleute nennen dies "Superinfektion". Der Begriff "super" ist hier nicht ironisch-wertend gemeint, sondern leitet sich von einem lateinischen Wort ab und bedeutet: obenauf.

Denn die Bakterien nutzen einen schwachen Moment des Immunsystems aus: Aufgrund des Virenbefalls sind die Abwehrmechanismen bereits geschwächt. Deshalb fällt es den Bakterien leicht, das betroffene Gewebe ein zweites Mal zu infizieren.

Zweitinfektionen können tödlich sein

Typische Superinfektionen bei Erkältungen sind zum Beispiel Entzündungen der Nasennebenhöhlen oder des Mittelohrs. Beide Gewebe können von den Viren bereits befallen sein, weil sie sich von der Nase aus in die Nebenhöhlen oder über die Ohrtrompete (die Eustachische Röhre) in das Mittelohr vorgekämpft haben.

Weitere Folgeinfektionen bei Erkältungen können sein:

  • eine Mandelentzündung
  • eine Entzündung der Bronchien (Bronchitis)
  • eine Lungenentzündung oder
  • eine Rippenfellentzündung

Entzündete Lungen aufgrund einer verschleppten Erkältung sind zwar selten, aber dennoch gefährlich. Denn in Einzelfällen kann eine Lungenentzündung tödlich enden. Ebenso gefährlich und bedenklich sind Superinfektionen des Herzmuskels oder des Hirns und der Hirnhäute. Denn eine Myokarditis kann tödlich enden und bei einer Meningoenzephalitis ist mit bleibenden geistigen Einbußen zu rechnen.

Das Risiko einer Superinfektion ist bei einer Grippe höher als bei einer Erkältung, insbesondere für jene Menschen, die zu einer bestimmten Risikogruppe gehören.

Bakterien schlüpfen durch eine Lücke in der Abwehr

Erkältungs- und insbesondere Grippeviren belasten das Immunsystem meist bis an seine Grenze. Denn es handelt sich häufig um Erreger, auf die das Immunsystem erst eine passende Reaktion finden muss. In dieser Situation haben Bakterien leichtes Spiel: Viele Immunzellen sind bereits damit beschäftigt, Viren abzuwehren. Immunbotenstoffe müssen erst neu gebildet werden, andere Komponenten der Körperabwehr sind vielleicht aufgebraucht.

Bakterien wehrlos ausgeliefert sind zum Beispiel die Schleimhäute in der Nase und den Bronchien. Dort haben die Viren bereits die erste Verteidigungslinie des Immunsystems vernichtet: die Flimmerhärchen der obersten Schleimhautzellen. Diese kleinen Haare sorgen normalerweise dafür, dass Mikroben direkt wieder nach draußen gefegt werden. Sind die Zellen mit den Härchen zerstört, bleiben die Bakterien haften und können leicht die zweite Zelllinie besiedeln. Das befallene Gewebe erkrankt deshalb und reagiert mit einer Entzündung.

Für eine Superinfektion bedarf es keines Kontakts mit Bakterien aus der Umwelt. Es kann auch sein, dass die krank machenden Erreger schon seit einiger Zeit im Körper sind, bislang aber erfolgreich vom Immunsystem unter Kontrolle gehalten wurden. Erst infolge der Infektion mit den Viren gerät die Sache dann aus dem Gleichgewicht.

Sandra Jessel

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