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Spuren der Liebe

Nasses auf dem Bettlaken? Und das kommt nicht vom Mann? Die Sorge, die Kontrolle über die Harnröhre verloren zu haben, ist meist unbegründet: Auch Frauen können beim Höhepunkt Flüssigkeit ausstoßen.

  Wie viele Frauen eine Ejakulation haben, ist noch nicht sicher erforscht

Wie viele Frauen eine Ejakulation haben, ist noch nicht sicher erforscht

Der kleine Springquell sieht aus wie sehr verwässerte Milch. Er kann sehr hoch spritzen oder nur tropfenweise herauspulsieren. Manchmal kommt sogar so viel, dass ein Schnapsglas damit gefüllt werden könnte. Die Flüssigkeit ergießt sich aus der Harnröhre, unterscheidet sich aber deutlich vom Urin. Weil viele Frauen nicht wissen, dass auch der weibliche Körper in der Lage ist, beim sexuellen Höhepunkt ein Sekret hervorzubringen, schämen sie sich. Und können sich womöglich beim nächsten Mal - aus Angst vor der vermeintlichen Peinlichkeit - ihrer Lust nicht ungehemmt hingeben.

Das Unwissen über die weibliche Ejakulation ist immer noch groß - selbst unter Frauenärzten. Dabei beschrieben schon die Vertreter der Hippokratischen Schule sowie der Philosoph Aristoteles dieses Phänomen. Aber in dem Maße, in dem - zumeist männliche - Wissenschaftler den Vorgang der Zeugung erforschten, geriet das Wissen in Vergessenheit. Das Wort Ejakulation blieb dem männlichen Flüssigkeitsausstoß vorbehalten, erst im Zuge der Frauenbewegung wurde sie Anfang der 70er Jahre wieder zum Thema.

Die Quellen

Inzwischen ist die Forschung weiter, auch wenn es weder gesicherte Zahlen gibt über die Verbreitung des Phänomens, noch absolute Gewissheit darüber, was sich anatomisch bei der weiblichen Ejakulation abspielt. Mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit wird die Flüssigkeit in den so genannten paraurethralen Drüsen gebildet. Sie sitzen in einer schwammartigen Struktur, die die Harnröhre, die Urethra, umschließt. Weil dieses Drüsengewebe dem der männlichen Vorsteherdrüse ähnelt, heißt es weibliche Prostata.

Der Großteil der Drüsenausgänge aus der weiblichen Prostata mündet in die Harnröhre, zwei weitere Kanäle enden links und rechts vom Harnausgang. Entdecker dieser Drüsen war der schottische Gynäkologe Alexander J. C. Skene im Jahr 1880. Nach ihm wurden die Skeneschen Drüsen benannt, die vermutlich die Quelle des Sekrets sind. Eine weitere Zutat kommt wahrscheinlich aus den so genannten Bartholin-Drüsen; sie sorgen zudem dafür, dass der Scheidenvorhof feucht wird.

Verblüffende Entdeckungen im Labor

Was dann beim Orgasmus - oder kurz davor - aus diesen Drüsen herausgepresst wird, haben Wissenschaftler im Labor untersucht. Sie entdeckten, dass das Sekret große Ähnlichkeit mit der Flüssigkeit aus der männlichen Vorsteherdrüse hat. Sie suchten dabei nach einem bestimmten Eiweißmolekül, dessen besondere Konzentration die Samenflüssigkeit vom Urin unterscheidet. Und genau diese sogenannte PAP-Konzentration fanden sie in dem Sekret von Frauen. Zwar machten einige Forscher auch kleine Mengen von Urin in den Proben aus. Eine mögliche Erklärung dafür aber könnte sein, dass es sich um Reste aus der verschlungenen Harnröhre handelte, die mit dem Sekret ausgestoßen worden sind.

Gegen die immer wieder geäußerte Vermutung, das Ejakulat sei eigentlich Urin, sprechen auch die Äußerungen von Frauen, die in verschiedenen Untersuchungen befragt worden sind. Die überwiegende Mehrheit gab an, die Flüssigkeit sehe anders aus, rieche anders und schmecke anders.

Die Frauen und der Erguss

Wie viele Frauen eine Ejakulation haben, ist noch nicht sicher erforscht. Das ist schon aus physiologischen Gründen schwierig: Manche Frauen werden bei der Lust kaum feucht in der Vagina, andere sehr stark. Diese können dann zwischen dem normalen Scheidensaft und einem Erguss gar nicht mehr unterscheiden.

Eine amerikanische Untersuchung spricht davon, dass die Hälfte aller Frauen schon einmal in ihrem Leben eine Ejakulation erlebt hat. In Deutschland hat die Kölner Ärztin Sabine zur Nieden Anfang der neunziger Jahre Frauen dazu befragt. Ein Drittel der 309 Frauen gab an, wenigstens einige Male einen Flüssigkeitsausstoß gehabt zu haben. Jede zehnte Frau hatte sogar jedes Mal beim Sex dieses Erlebnis. Auf die Gesamtbevölkerung lassen sich solche Zahlen nicht übertragen: Die Ärztin hatte bewusst Medizinstudentinnen, Frauen aus der Frauenbewegung und lesbische Frauen befragt. Sie nahm an, dass diese Frauen ihren Körper gut beobachten und Interesse an der Erforschung weiblicher Sexualität haben.

Drüsen und ein Muskel sind die Mitspieler

Zahlen hin oder her - die Frage bleibt, warum zwar alle Männer, nicht aber alle Frauen Ejakulat produzieren. Mögliche Antworten könnten in der Anatomie liegen, der unterschiedlichen körperlichen Ausstattung von Frauen. Da sind einmal die Skeneschen Drüsen, die vermutete Quelle des Ejakulats. Diese Drüsen sind unterschiedlich stark ausgeprägt, können also auch so klein sein, dass sie kaum eine Flüssigkeit hervorbringen.

Möglicherweise spielt aber auch ein Muskel eine Rolle, der den komplizierten Namen Pubococcygeus hat. Er ist Teil einer großen Muskelplatte im Becken, einige seiner Fasern erstrecken sich bis in die Wand der Vagina. Beim Orgasmus zieht er sich unwillentlich einige Male zusammen. Bei Frauen, die eine Ejakulation haben, ist dieser Muskel ganz besonders stark.

Berauschend

Immer wieder wird, etwa in Internetforen, darüber diskutiert, ob Frauen, die ejakulieren, den Rausch der Räusche erleben. In der Kölner Umfrage beschrieben zwar manche Frauen ihren Orgasmus mit Erguss als intensiver, andere meinten, er habe eine andere Qualität. Die Mehrzahl dieser Frauen aber gab an, dass der Grad ihrer sexuellen Erregung ausschlaggebend dafür war, ob sie eine Ejakulation hatten oder nicht. Lustempfinden ist ein komplexes Geschehen, die Psyche spielt dabei die entscheidende Rolle. Und nicht etwa handwerkliche Fähigkeiten - wie die Stimulation des berühmten G-Punktes. Dieser sogenannte Punkt ist eigentlich eine Stelle, die vermutlich zirka drei Zentimeter hinter dem Scheideneingang liegt. Nachweisen, etwa durch Untersuchung des Gewebes, kann man sie bis heute nicht.

Die Annahme, eine Ejakulation würde durch die Reizung des G-Punktes ausgelöst, hat eine amerikanische Forschergruppe zwar durch Statistiken belegt. Die deutsche Studie von Sabine zur Nieden kommt jedoch zu einem anderen Ergebnis: Nur elf Prozent der Frauen gaben an, dass eine besondere Berührung des G-Punktes sie zur Ejakulation gebracht hat. 42 Prozent dagegen hatten sie durch die Stimulation der Klitoris erlebt. Und wenige, nämlich nur vier Prozent, meinten, sie allein durch die Kraft ihrer Vorstellungen und Gedanken ausgelöst zu haben. Eine Art mechanischer Auslöseknopf für eine Ejakulation ist der G-Spot demnach nicht. Seine Reizung scheint aber vielen Frauen die Ejakulation zu erleichtern.

Wenn Frauen wissen, dass auch sie im Moment der größten Lust - oder kurz vorher - eine Ejakulation haben können, kann manche sich den Gang zum Urologen ersparen. Die weibliche Ejakulation aber umgekehrt zum sexuellen Klassenziel zu erklären, überhöht dieses Erlebnis zu sehr: Es ist vielmehr eingebettet in eine allgemeine sexuelle Genussfähigkeit und kann dann als eine Bereicherung erlebt werden.

Annette Garbrecht

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