Oberärztin Mirjana Ziemer von der Universitäts-Hautklinik in Jena antwortet.
Gewöhnliche Warzen tauchen bei Frauen deutlich häufiger auf als bei Männern. Das liegt daran, dass bei Frauen der Kreislauf anders arbeitet. Ihr Körper ist an der Oberfläche weniger stark durchblutet. Das soll Wärmeverluste im Inneren verhindern. Frauen haben daher öfter kalte Hände und Füße als Männer. Warzen wiederum mögen das kalte und feuchte Milieu.
Das ist abhängig vom jeweiligen Virentyp. Da sich Feigwarzen jedoch durch sexuellen Kontakt übertragen, müssen sie in jedem Fall behandelt werden. Dabei gibt es eine Reihe therapeutischer Möglichkeiten. Mitunter heilen sie, wie andere Warzen auch, spontan ab. Es gibt jedoch auch HP-Viren, die ein Potential zur bösartigen Entartung haben. Durch diese Typen können Tumoren entstehen. Bei Frauen verursachen sie den gefürchteten Gebärmutterhalskrebs, bei Männern können Geschwüre an der Vorhaut entstehen.
Warzen zu besprechen gehört nicht zu den gängigen Methoden in der Therapie. Tatsächlich spielt die Psyche aber eine gewisse Rolle. Manchen Menschen hilft allein der sogenannte Placeboeffekt: Eine harmlose Flüssigkeit auf die betroffene Stelle gepinselt oder ein Bindfaden, gekreuzt über die Warze, mag in den Augen dieser Personen genügen, damit die Dinger verschwinden. Ich halte es für wahrscheinlicher, dass zufällig während einer solchen Prozedur die Warze spontan heilt.