Beim Schreien zieht das Baby die Beine an und ballt die Hände zu Fäusten. Das Gesicht ist hochrot, der Rücken überstreckt, der Bauch häufig hart und gebläht. Dabei ist das Gebrüll schrill und geht durch den ganzen Körper des Säuglings. Vor allem in den Abendstunden weint und quengelt das Kind. Tagsüber kommen es nur schwer zur Ruhe, es kann meist nicht länger als 30 Minuten am Stück schlafen. Insgesamt schläft es weniger als sein Altersgenossen.
Ab wann ein Schreien als übermäßig gilt, haben Fachleute mit der so genannten Dreier-Regel definiert: Das Kind brüllt mindestens drei Stunden täglich. Und zwar an mehr als drei Tagen in der Woche. Und das Ganze dauert länger als drei Wochen. Charakteristisch ist, dass das Baby ohne erkennbaren Grund weint und sich durch nichts trösten lässt. Ärzte sprechen in solchen Fällen auch von Dreimonatskoliken.
Meist beginnen die Schreiattacken um die zweite Lebenswoche herum, nehmen bis zur sechsten Lebenswoche zu und enden meist, wenn das Baby vier Monate alt wird. In einigen Fällen hält die Brüllerei bis zum sechsten Lebensmonat oder noch länger an.
Möglicherweise schreit Ihr Baby, weil es allergisch auf Lebensmittel reagiert, zum Beispiel auf das Eiweiß in der Kuhmilch. Für eine Allergie würde sprechen, dass Ihr Kind gleichzeitig Durchfall hat und an Blutarmut leidet: Dann ist es sehr blass. Aber auch Sodbrennen, der so genannte Säure-Reflux, kann Ihren Säugling peinigen. Sie erkennen das daran, dass Ihr Kind häufig erbricht, besonders im Liegen.
Schrei-Babys haben manchmal eine zu schlaffe Muskeln oder solche, die zu angespannt sind. Zudem können sie oft ihren Körper nicht so gut koordinieren. Manche Fachleute sehen auch einen Zusammenhang zwischen übermäßigem Schreien und einer Störung, die vom Kopfgelenk ausgeht: Bei manchen Babys mit diesem so genannten KISS-Syndrom ist der Kopf etwas schief, daher tun Bewegungen weh. Eine Physiotherapeutin kann in diesem Fall helfen.