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AfD in Thüringen: Die fünf provozierendsten Auftritte von Björn Höcke

Der AfD-Bundesvorstand beschließt ein Parteiausschlussverfahren gegen Björn Höcke. Schon seit Jahren sorgen Worte und Taten des AfD-Fraktionsvorsitzenden in Thüringen für große Empörung. Ein Überblick.

Björn Höcke bei einer seiner Reden in Erfurt (Thüringen) im Januar.

Björn Höcke bei einer seiner Reden in Erfurt (Thüringen) im Januar.

Mit rechtsnationalen Sprüchen und provokanten Auftritten liefert Björn Höcke den Gegnern der AfD die Argumente frei Haus. Dass nervt diejenigen in der AfD, die ihre Partei gerne als eine Art 80-er-Jahre-CDU positionieren würden. Nun haben 9 von 13 Mitgliedern des Bundesvorstandes der Alternative für Deutschland dafür gestimmt, den Thüringer AfD-Chef aus der Partei zu werfen. Fünf der radikalsten Höcke-Auftritte der vergangenen Jahre.


Mai 2015: Björn Höcke verharmlost die rechtsextreme Partei NPD. Er gehe "nicht davon aus, dass man jedes einzelne NPD-Mitglied als extremistisch einstufen kann".

September 2015: Bei einer Demonstration in Erfurt sagt Höcke: "Der Syrer, der zu uns kommt, der hat noch sein Syrien. Der Afghane, der zu uns kommt, der hat noch sein Afghanistan. Und der Senegalese, der zu uns kommt, der hat noch seinen Senegal. Wenn wir unser Deutschland verloren haben, haben wir keine Heimat mehr!" Außerdem spricht er von "1.000 Jahre Deutschland". Die Vorstellung des "tausendjährigen Reiches" stammt aus der NS-Zeit.

Oktober 2015: Nicht nur mit Worten provoziert Björn Höcke: Bei der ARD-Talkshow "Günther Jauch" hängt er eine Deutschlandflagge über seinen Sessel. Er spricht davon, ein "tausendjähriges Deutschland" zu verteidigen und das "Bewährte behalten" zu wollen. Flüchtlinge seien "sozialer Sprengstoff" und es gebe "Angstträume deutscher Frauen".

März 2016: Auf einer Demonstration in Erfurt nennt Höcke den SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel einen "Volksverderber". Dieser Ausdruck ist auch in Adolf Hitlers "Mein Kampf" zu finden.

Januar 2017: Für große Empörung und letztlich auch für das Parteiausschlussverfahren gegen Björn Höcke sorgt seine Rede in Dresden. Dort wird durch mehrere Äußerungen offensichtlich, wie fasziniert der ehemalige Geschichtslehrer von der Zeit des dritten Reiches ist. So verlangt er eine "erinnerungspolitische Wende um 180 Grad". Und er sagt offensichtlich mit Blick auf das Holocaust-Mahnmal in Berlin: "Wir Deutschen, also unser Volk, sind das einzige Volk der Welt, das sich ein Denkmal der Schande in das Herz seiner Hauptstadt gepflanzt hat."

Frauke Petry, Bundesvorsitzende der AfD, lächelt


mjh