Ein Patentrezept dafür, wie Sie Ihr brüllendes Kind beruhigen können, gibt es leider nicht. In jedem Fall sollten Sie von Medikamenten die Finger lassen. Beruhigungsmittel schaden Ihrem Baby mehr als sie nutzen. Viele Eltern wollen die vermeintlichen Blähungen mit dem Wirkstoff Simethicon mildern. Luft im Bauch ist aber meist nicht die Ursache für das unstillbare Schreien, deshalb hat das Medikament keine Wirkung.
Verträgt Ihr Sprössling keine Kuhmilch, sollten auch Sie, falls Sie stillen, keine Produkte aus Kuhmilch mehr zu sich nehmen. Denn das Kuh-Eiweiß geht teilweise in die Muttermilch über. Bekommt Ihr allergisches Baby das Fläschchen, sollten Sie auf so genannte hypoallergene Säuglingsnahrung umsteigen. Besprechen Sie das im einzelnen mit Ihrem Kinderarzt.
Zudem können Sie Ihrem Schreihals helfen, in dem Sie den Alltag überdenken. Solchen Säuglingen hilft ein geregelter Tagesablauf mit festen Zeiten zum Füttern, Spielen, Spazierengehen und Schlafen. Sorgen Sie dafür, dass nicht zu viele Reize auf Ihr Kind niederprasseln. Und: Werden Sie nicht zu hektisch, bleiben Sie am besten ruhig und gelassen.
Nach ein bis anderthalb Stunden Wachzeit braucht jeder Säugling eine Pause. Helfen Sie ihm frühzeitig, sich zu beruhigen und in den Schlaf zu finden. Bleiben Sie dabei möglichst bei einem bestimmten Ritual, indem Sie zum Beispiel immer das gleiche Schlaflied singen. Auch ein abgedunkelter Raum kann helfen. Zeiten, in denen Ihr Kind schreit, können Sie mit einer Spazierfahrt im Kinderwagen oder einem Spaziergang im Tragetuch überbrücken.
In einer so genannten Schreiambulanz können Therapeutinnen Ihnen helfen, die Zeichen Ihres Kindes besser zu verstehen. Sie erfahren, wie es andeutet, dass es müde oder überreizt ist. Sie lernen, wie Sie die wachen Phasen Ihres Sprösslings nutzen können, um mit ihm zu kommunizieren und zu spielen.
Nicht nur das Kind braucht besondere Zuwendung. Auch die Eltern sind nach wochenlangem Schreien erschöpft und möglicherweise niedergeschlagen. Gönnen Sie sich daher Pausen: Bitten Sie Ihre Eltern oder gute Freunde, ab und zu mit dem Kind spazieren zu gehen. So haben Sie mehr Zeit für sich und können sich erholen.
Wenn das Gebrüll Ihres Babys Sie aggressiv macht und keine Hilfe in der Nähe ist, sollten Sie den Raum lieber kurzzeitig verlassen. Gehen Sie erst wieder zu Ihrem Säugling, wenn Sie sich entspannt haben. Auf keinen Fall sollten Sie in Ihrer Aufregung das Kind schütteln. Sie können damit das Gehirn des Babys schwer schädigen.