Dr. med. Consolata Thiel-Bonney, Leiterin der Spezialambulanz für Eltern mit Säuglingen am Universitätsklinikum Heidelberg, antwortet:
Mein Baby hat Probleme beim Einschlafen. Soll ich es hochnehmen, wenn es schreit?
Grundsätzlich ist es wichtig, prompt zu reagieren. Babys brauchen viel Nähe. Ständiges Herumtragen kann aber auch zu viel sein. Solange die Mutter ihr Baby problemlos beim Einschlafen und während des Schlafs halten und tragen kann, kann sie das in den ersten Lebenswochen gerne tun. Ist sie dadurch aber sehr angespannt, dann ist es ihr Kind auch.
Viele Kinder wachen sofort wieder auf, wenn sie hingelegt werden, denn sie fühlen diese Bewegung und die Änderung ihrer Position. Manchmal ist es daher besser, das Kind gleich zum Einschlafen in die Wiege zu legen und es in den Schlaf zu begleiten. Die Eltern können ihr Kind dabei unterstützen, sich selbst zu beruhigen und alleine einzuschlafen. Die Bewältigung dieser Entwicklungsaufgabe hilft dem Kind, später auch nachts durchzuschlafen und ohne Hilfe der Eltern nach einem kurzen Erwachen wieder in den Schlaf zu finden.
Unser Kind schläft nur ein, wenn wir es im Auto umherfahren. Sobald wir anhalten, wacht es auf und schreit weiter. Was können wir tun? Gesunde Babys schreien meist dann vermehrt, wenn sie müde sind, aber nicht abschalten können. Ein neuer Reiz, zum Beispiel das Autofahren, beruhigt das Kind zwar vorübergehend. Es findet jedoch nicht in einen wirklich erholsamen Schlaf. Es wacht noch müde auf und schreit häufig weiter. Zudem bemerkt das Baby, wenn sich Geräusche und Bewegungen in seiner Umgebung verändern; es wacht auf.
Da insbesondere die vermehrt schreienden Babys oft sehr reizempfindlich sind, sollten die Eltern Außenreize in der ersten Zeit reduzieren - auch wenn sie den Eindruck haben, ihr Baby langweilt sich und sucht geradezu nach Reizen. In einer Beratung können die Eltern beispielsweise erkennen lernen, wann ihr Kind eine Pause braucht. Bei drei Monate alten Babys ist das oft schon nach ein bis eineinhalb Stunden Wachzeit der Fall. Wenn Eltern die Signale ihres Kindes verstehen, können sie ihm helfen, rechtzeitig in den Schlaf zu finden.