Warum "Avatar" das Kino verändert

17. Dezember 2009, 11:34 Uhr

Fast fünf Jahre hat "Titanic"-Regisseur James Cameron am teuersten Film aller Zeiten gearbeitet. Nun ist "Avatar" fertig und soll das Kino revolutionieren. Gelingt ihm das? Von Sophie Albers

Avatar - Aufbruch nach Pandora, James Cameron, Sigourney Weaver, Sophie Albers

Mit den Augen von James Cameron: "Avatar - Aufbruch nach Pandora"©

Nach zwölf Jahren ist Kino-Megalomane James Cameron zurück. "Avatar - Der Aufbruch nach Pandora" ist sein erster Kinofilm seit "Titanic". Noch größer, noch aufwändiger und so teuer wie kein Film zuvor ist die Geschichte über das Leben auf einem fremden Planeten. Und sie wird es schwer haben, den Erwartungen, die der seit Monaten anhaltende Hype hat wachsen lassen, gerecht zu werden.

Erfolg und Misserfolg dieses Films liegen vor allem in den Augen. Während Regisseur James Cameron mit braunem Blick lacht, weil der teuerste Film der Welt endlich fertig ist, und die grauen Augen von Hauptdarsteller Sam Worthington blitzen, weil er gerne Helden spielt, sind es die gelben Katzenaugen der Na'vi, die das Kinovolk Staunen machen. "Es ging nicht um die andere Welt, sondern um die Nahaufnahmen", sagt Produzent Jon Landau. "Darum, dass das Publikum den Charakteren in die Augen sieht und die Seele erkennt." Dieser Blick in die Seele soll den Machern von "Avatar" bis zu 500 Millionen Dollar wert gewesen sein. Aber hat sich das auch gelohnt?

"Ich bin der König der Welt"

Fragt man James Cameron oder Landau, seinen Mann fürs Geld, bekommt man von beiden nur ein Lächeln als Antwort. Von Cameron, weil es ihm egal zu sein scheint, wie seine Visionen verwirklicht werden, Hauptsache es passiert. Und von Landau, weil er ein passionierter Pokerspieler ist. Er hat schon vor zwölf Jahren das Finanzchaos von "Titanic" überlebt, Camerons Film vor "Avatar", der mit 200 Millionen Dollar als in Geld ersäufter Großenwahn belächelt wurde, bis er an der Kinokasse einschlug und mit fast zwei Milliarden Einspielergebnis zum erfolgreichsten Film aller Zeiten wurde. Dazu gab es elf Oscars und einen James Cameron, der "Ich bin der König der Welt" ins Mikrofon brüllte.

Immerhin, der Technik-Oscar scheint "Avatar" im kommenden März sicher. Nachdem Cameron ein erstes Drehbuch schon 1995, vor den "Titanic"-Dreharbeiten, geschrieben hatte, wartete er bis 2005 mit der Umsetzung, weil ihm die Technik nicht weit genug war. Zwar wurden die Kameras seinen Anforderungen immer noch nicht gerecht, aber dann setzte er sich eben mit Sony zusammen, um eine Kamera nach seinen Wünschen zu entwickeln. Herausgekommen ist Camerons "Methode zum Gefühle-Einfangen", besagte Nahaufnahmen der digital erzeugten Augen in 3D. Dazu kamen Computer-Programme, die künstliche Welten so real aussehen lassen wie nie zuvor.

Und wirklich: "Avatar" ist eine visuelle Reise, die das Publikum zu Kindern mit aufgerissenen Augen und Mündern macht. Das ist übrigens auch der Augenblick, in dem einem dank der neuen 3D-Technik überhaupt erst auffällt, dass man eine Brille trägt: fluoreszierende Waldböden, Luftgefechte zwischen fliegenden Bergen, Muskelspiel unter glitzernder Haut und Blicke so intensiv, dass man vergisst, dass der blaue Riese nach einer Szene nicht einfach vom Set geht. "Die absolute Wahrheit in einer imaginären Welt", nennt Cameron diese Erfüllung des ersten Kinogebots, zu zeigen, was noch niemand gesehen hat. Wie bei "Titanic" sind die Bilder schlicht überwältigend, nur dass sie diesmal sogar noch aus einer Welt stammen, die erst erschaffen werden musste. "Ein ganzer verdammter Planet aus dem Nichts", sagt Hauptdarsteller Worthington mit kernigem Blick.

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KOMMENTARE (10 von 36)
 
Pano87 (20.12.2009, 09:40 Uhr)
Genial
hab mir den film gestern reingezogen in 3d vesteht sich... fand ihn einfach nur genial, war richtig bewegt, hatte tränen in den augen und das passiert wirklich selten>>>> TOP;EMPFEHLENSWERT
Tsutek (20.12.2009, 03:35 Uhr)
Fantasie.
Ich finde es schade wie die Menschen den Glauben und die Träume verlieren und sich rein auf Statistiken, Regeln, Geschriebenem oder bereits Geschehenem fixieren. Wie sie einen Schutz um sich aufbauen und nichts an sich ranlassen in dem Wissen anderes sei besser oder sie haben es bereits gesehen. Vorallem zeigt der Film wie unglaublich grausam aber auch wie unglaublich friedlich und neugierig Menschen seien können. Was finden denn die Menschen gut, die diesen Film nicht mögen? Filme mit Gewalt, Töten, Visionen der Menschheit ohne Rücksicht auf anderes Leben? Ich für meinen Teil finde das wir die Menschen alle gegeneinander Leben und das wir die mit Abstand dümmste Rasse sind und all das nur durch diesen Film. Seit ich ihn gesehen hab weiss ich jede Sekunde, jeden Atemzug, jede Bewegung die uns das Leben möglich macht zu schätzen. Vielleicht solltet ihr anfangen zu träumen und realisieren das das einzigste was euch bleibt eure Erinnerung und eure Fantasie ist. Am Ende werdet ihr es wissen, oder auch nicht.
Dewerth (19.12.2009, 22:22 Uhr)
Hollywood will nicht mehr flach sein ...
... heißt die Headline eines anderen Jubelartikels. Tsts, Hollywood, einfach nicht so flache Filme drehen.
speedbirdsky (18.12.2009, 16:54 Uhr)
magic
ich habe den film heute in orginal sprache hier in barcelona gesehen " fuehlte mich als staunendes kind " super + magic"
lg manfred
bigfoot29ger (18.12.2009, 16:10 Uhr)
"Man muss ihn erst gesehen haben"
Muss man dann auch erst Drogen nehmen, um zu wissen ob die gut oder schlecht für einen sind? Oder jemanden erschießen?

Es ist eine Tatsache, dass man manche Aspekte tatsächlich erst diskutieren kann, wenn man den Film gesehen hat. Über eine platte Rahmenhandlung basierend auf einem modernen Pocahontas-Verschnitt wird man sehr wohl aber auch reden können, ohne ihn gesehen zu haben. Nur über Details sollte man sich dann zurückhalten...

Gruß.
NeuerMensch (18.12.2009, 15:55 Uhr)
Habe den Film in der Preview gesehen.
Allerdings nicht in 3d (hat das cinestar nicht zum Laufen gekriegt), sondern die 2d Version. Und ich muss sagen: völliger Schrott! Die Story ist dermaßen flach und abgelutscht, das hat man wirklich schon zigmal in verschiedenen Variationen gesehen. Die Bilder sehen aus wie aus einem Computerspiel. Wems gefällt, bitte. Mir hats überhaupt nicht gefallen und ich bin nach ca. 90 Minuten gegangen. Vielleicht ist die 3d-Technik ja cool, aber wenn das alles ist....
Tom3 (18.12.2009, 15:42 Uhr)
...anschauen werd ich ihn mir sogar...
...allerdings erwarte ich nicht zuviel...

pappel (18.12.2009, 13:25 Uhr)
@tom3
Wir sollten uns vielleicht drauf einigen, dass Sie sich den Film mal anschauen.
Digital 3D versteht sich.
Danach schauen wir mal :)
Tom3 (18.12.2009, 12:36 Uhr)
@pappel
...du solltest evtl. erstmal meinen ursprünglichen Post lesen bevor du mir unterstellst, ich würde den Film "schlecht" finden...

meine Post ging in Richtung "Ist leider vom Inhalt her nix Neues!" u. "Was macht den Film nun so revolutionär?"...

...das der Film schlecht ist, dass habe ich nicht geschrieben...das interpretierst du einfach nur hinein!
pappel (18.12.2009, 12:13 Uhr)
@tom3
Natürlich darf man den Film schlecht finden! Man muss ihn aber erstmal gesehen haben. Wenn man das ganze Genre schlecht findet, kann man seine Meinung getrost bei sich behalten.
Kultur


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