28. März 2013, 09:20 Uhr

Über das manchmal nervige Gefühl, Mutter zu sein

Schwangerschaft, Geburt und die erste Zeit mit einem Säugling: "Ein freudiges Ereignis" zeigt, dass Mutter werden und Mutter sein auch alles andere als freudig und schön sein kann.

Mutter werden ist nicht schwer, Mutter sein dagegen sehr. Im Fall von Barbara müsste es heißen: Mutter werden ist schon schwer, Mutter sein, noch viel mehr. Die Geschehnisse im Film "Ein freudiges Ereignis" des Franzosen Rémi Bezançon sind für die junge Studentin alles andere als ein tolles Ereignis. Barbara leidet an ihrem dicken runden Bauch und ihrem neuen Leben als Mutter. Statt vom Mutterglück träumt sie vom Gruppensex. Bezançon zeichnet auf einfühlsame und unterhaltsame Weise eine Komödie mit schweren und ernsten Untertönen.

Barbara (Louise Bourgoin) ist unsterblich in ihren Freund Nicolas (Pio Marmaï) verliebt. Beide wollen ein Kind. Doch nach der anfänglichen Vorfreude schleichen sich Bedenken und Angst ein. Als das Kind endlich da ist, stellt sich kein Mutterglück ein, sondern eine große Krise. "Ich kann nichts mehr empfinden. Ich bin völlig leer", stellt Barbara verzweifelt fest.

Himmelhoch jauchzend, zum Tode betrübt

Der Film trägt die Handschrift von Bezançon. Wie schon bei "C'est la vie - So sind wir, so ist das Leben" nähert er sich feinfühlig dem Seelenzustand seiner Protagonisten. Die Zuschauer leiden mit Barbaras Gefühlsschwankungen mit. Mal zieht die junge Frau sie mit in ihre Verzweiflung, mal steckt sie sie mit ihrer Lebensfreude und Euphorie an.

Bezançon hat eine Tragikomödie voller Humor und Ernsthaftigkeit gedreht, die zwischen beidem geschickt das Gleichgewicht hält. Dafür, dass die Geschichte so gut funktioniert, sorgen auch die Schauspieler Louise Bourgoin ("Das Mädchen aus Monaco", "Das verflixte 3. Jahr" und Pio Marmaï ("C’est la vie – So sind wir, so ist das Leben").

DPA
 
 
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