Google Doodle für den Erfinder der Schallplatte

20. Mai 2011, 08:26 Uhr

Mit den CDs verschwanden sie aus den Regalen und seit wir uns im Zeitalter der MP3-Player befinden, sind Schallplatten eher Sammlerstücke. Emil Berliner brachte mit seiner Erfindung einst die Musik in die Wohnzimmer.

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Die Schallplatte von Emil Berliner brachte die Musik in die Wohnzimmer©

Zu seinen ersten Erfindungen zählen Mixgetränke aus Kaffee, Schokolade und verschiedenen Sirups. Die eigentliche Leidenschaft Emil Berliners war jedoch die Physik. 1851 in Hannover geboren packt er 1870 vor der Einberufung gegen Napoleon III seine Koffer und wandert in die USA aus. Dort schlägt er sich unter anderem als Zeitungsjunge und Flaschenspüler. Nach Feierabend lernt Berliner für sein Studium am Cooper Institute in New York.

1877 entwickelt er ein Kohlemikrofon für die Bell Labs und öffnet anschließend sein eigenes Labor. Um das Gerät auch auf dem deutschen Markt zu etablieren, gründet er gemeinsam mit seinem Bruder Joseph die "Telefonfabrik Berliner".

In den folgenden Jahren beschäftigt sich der Berliner intensiv mit dem Phonographen von Thomas Alva Edison. Der Haken an Edisons Erfindung: Die Tonträger konnten nur bedingt kopiert werden und waren für Privatpersonen damit unerschwinglich.

Emil Berliner tüftelt statt an einer Walze, an einer Scheibe herum, die sich möglichst leicht vielfach reproduzieren lässt. Seinen ersten Erfolg feiert er 1887 für sein Grammophon: Die Töne kommen von einer mit Ruß und Leinöl überzogenen Glasplatte – der ersten Schallplatte.

Auf die Glasplatte folgte eine Scheibe aus Zink und 1889 eine aus Hartgummi, die sich am besten dafür eignete, die schneckenförmige Tonrille heineinzupressen. Emil Berliner sah endlich die Chance, in Serienproduktion zu gehen. Doch in den USA fand er zunächst keine Investoren. Dafür in der Heimat: Die thüringische Spielwarenfabrik Kämmer und Reinhardt produzierte für ihn Grammophone mit Handkurbel und eine sprechende Puppe mit eingebautem Mini-Grammophon.

Auf die heiß ersehnte Massenproduktion musste Berliner jedoch noch weitere fünf Jahre warten. Mit dem Durchbruch 1895 schuf der Erfinder einen neuen Wirtschaftszweig – die Plattenindustrie. Unter anderem gründete er die Gramophone Company in London und die Deutsche Grammophon Gesellschaft in seiner Geburtsstadt Hannover. Bis zur Erfindung der Viny-Platte 1955 wurden fast ausschließlich Schellackplatten hergestellt.

Im August 1929 starb Emil Berliner im Alter von 78 Jahren.

Marion Martin
 
 
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