. .
TV und Fernsehen
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
31. August 2011, 08:55 Uhr

Und am Ende war alles nur ein böser Traum ...

Switch! Nach dem elften Tag mit Kunze, "Checker" und Co. spinnt "Alm"-Rezensent Jens Wiesner Verschwörungstheorien. Wäre es nicht toll, würde Bernhard Hoëcker das Format im Finale als überlange "Dschungelcamp"-Parodie outen? Von Jens Wiesner

ProSieben-Show, Die Alm, Gina-Lisa Lohfink, Tessa, Anja Heesch, Eselmelken, Charlotte Karlinder

Sie sitzen immerhin wieder auf einer Bank: die geschiedenen Eheleute Anna Heesch und Carsten Spengemann© ProSieben

In regelmäßigen Abständen ziehen sich die Verantwortlichen bei RTL II das Büßergewand über, blicken mit treuherzigen Augen in die Kameras der Journalisten und geloben Abkehr vom Trash-TV. Eine neue Qualitätsoffensive werde nun folgen, tönt es dann aus den Mündern der glattrasierten Männer in ihren schwarzen Anzügen, ein Qualitätsquantensprung ebenbürtig einem Goethe oder Schiller. Doch am Ende steht der arme Tor Fernsehzuschauer noch dümmer da als zuvor - und muss verdattert mit ansehen, wie sich Kevin Schmitz aus Wanne-Eickel den fünften Eimer Sangria auf Malle hinter die Binde kippt.

ProSieben ist da ehrlicher: Auf der "Alm" wird gar nicht erst versucht, Niveau, Spannung oder Schlagfertigkeit vorzugaukeln. Zumindest nicht mehr. Es scheint, als hätten die Verantwortlichen am dritten Tag nach Gina-Lisa vor der Langeweile in luftigen Höhen kapituliert, halten nur noch drauf und warten, was passiert. Frei nach dem Motto: Schlimmer wird's nimmer und bald isses ja geschafft. Oder wir irren uns alle gewaltig und werden momentan Zeuge eines groß angelegten TV-Bluffs: Was wäre, wenn der "Checker", Werner Lorant und Co. im Finale ihre Masken fallen ließen und sich als Bernhard Hoëcker und Konsorten entpuppten? "Die Alm" wäre plötzlich Kult - eine überlange "Dschungelcamp"-Parodie der "Switch"-Truppe.

Jeder Kletterpark ist gefährlicher

Für diese Theorie spricht so einiges, allen voran das neue Moderatoren-Duo in Lederhose und Dirndl: Janine Kunze und Daniel Aminati lesen ihre Sticheleien und hämischen Kommentare weiterhin dermaßen brav vom Moderationszettelchen ab, dass Dirk Bach und Sonja Zietlow vor Scham im gläsernen Kakerlakensarg rotieren würden. Die "Dschungelcamp"-Veteranen wissen, wie sie ihre Sätze gekonnt anbringen müssen, damit wir Zuschauer in die Echtheitsfalle tappen und uns mit den beiden auf der wonnigen Siegerseite der Lästerei wähnen. Ganz anders Kunze und Aminati: Das Duo zelebriert die Künstlichkeit seiner Moderation mit einer derartigen Chuzpe, dass kein Mensch - nicht einmal der geneigte RTL-II-Zuschauer - auf die Idee käme, es hier mit echter Häme oder gar Selbstironie zu tun zu haben.

Das Prinzip der "Muh-Probe" lässt uns ähnlich zweifelnd zurück: Warten beim großen Bruder im Dschungel zumindest dem Anschein nach Tests, die ein gewisses Maß an Überwindung kosten, erinnern die Alm-Aufgaben eher an längst vergangene Kindergeburtstage. Lustiges Quietscheentchen-Ertasten, Rodeoreiten, Schneckenessen. Diesmal hatte es einmal mehr den "Checker" getroffen: Der selbsternannte Prolet musste sich zum McGyver-Soundtrack an einer Bergwand abseilen und Gartenzwerge retten. Hand aufs Herz: Jeder Kletterpark ist gefährlicher. Und Herr Karaoglan schien das auch zu wissen, so euphorisch gelaunt machte er sich an den Abstieg. Als Belohnung gab's dann auch passenderweise eine Runde Süßigkeiten für den ganzen Trupp. Süß.

Unterbüx-Wechsel unter der Bettdecke

Auch das Eigenleben der Videokameras nimmt langsam parodistische Züge an. Gierig lechzen die künstlichen Augenverlängerungen der Kameramänner nach jedem Fitzelchen nackten Fleisches, das die Almbewohner freiwillig oder unfreiwillig entblößen. Doch der einzige Nackedeialarm in Folge 11 blieb der halbnackte Arsch von Rolf, auf den wir auch gut hätten verzichten können. Weder Carsten "Ich bin nicht so der zeigefreudige Typ" Spengemann noch dessen 86-Tage-Ehefrau und Neuzugang Anna Heesch wollten blankziehen und fummelten lieber unter der Bettdecke die frische Unterbüxe über ihre Schenkel. Gina-Lisas Abgang hat offenbar doch ein größeres Loch in die Alm-WG gerissen, als wir dachten - zumindest, was die Möglichkeit zur Fleischbeschau angeht.

Apropos Beschau: Was ist eigentlich mit Kathy Kelly? Keine Ahnung, was die 48-jährige Sängerin den ganzen Tag auf der Alm so veranstaltet, aber es muss entweder so belanglos oder so sinnvoll sein, dass nicht einmal die Cutter von ProSieben daraus noch eine fünf Minuten-Erzählung á la "Mannis musikalische Top 5" oder "Richtiges Deutsch mit Carsten Spengemann" schnippeln können. Heimlich, still und leise scheint sie auf diese Weise zu schaffen, wovon so mancher Almbewohner träumen dürfte: das Schmerzensgeld für die Teilnahme abzustauben und trotzdem mit der maximal möglichen Restwürde das Feld zu räumen.

Von Jens Wiesner
 
 
MEHR ZUM ARTIKEL
Tag 10, "Die Alm" Die Alm, Karl Marx und viel zu viel Absinth

Schwedenbrüste aus Gips, Mädels, die den Holzboden feudeln, ein Glas Milch auf Ex - es kann verwirrend sein, "Die Alm" zu schauen. stern.de-Politikredakteurin Manuela Pfohl hat es gewagt. Ihr Fazit: "Hätte nie gedacht, dass ProSieben so subversiv ist." mehr...

Tag neun, "Die Alm" Katerstimmung im Kuhstall

Auf der "Alm" herrscht Katerstimmung: Die Verantwortlichen bei ProSieben wissen, dass mit Gina-Lisa Lohfink ihre Quotenbringerin die Alm verlassen hat. Die befürchtete Langeweile bekämpfen sie mit Eselmelken und Schwedisch-Unterricht. mehr...

"Die Alm" auf ProSieben Notarzt für die Trash-Blondine

Auf der Alm zicken die Sennerinnen, bis die Milch sauer wird. Tessa müffelt und Silikonfräulein Gina-Lisa erleidet einen Zusammenbruch. Zum Glück konnte sie vor der Notaufnahme noch schick die Haare richten. mehr...

ProSieben-Show "Die Alm" Waschen, scheren und gut festhalten

Neuer Tag, neues Glück? Von wegen. Die Alm bleibt langweilig und vorhersehbar. Ausreißer, Sexbeichten und lahme Spiele prägen auch den sechsten Tag. Wenigstens verkürzt wieder Werbung die Sendezeit. mehr...

"Die Alm" auf ProSieben Der Eklat, der keiner war

Niemals geht man so ganz, sang Trude Herr 1987 und lieferte damit den inoffiziellen Soundtrack zur fünften "Alm"-Episode. Angekündigt worden war der große Wiesn-Exodus von Gina-Lisa Lohfink, Rolf Scheider und dem "Checker". Doch die machten nur einen kleinen Ausflug ins Tal - und hinterließen lästernde Mitbewohner und ratlose Zuschauer. mehr...

"Die Alm", vierter Tag Werbefrei hungern die "Arschgeigen"

Die Einöde auf der "Alm" macht nicht nur den Zuschauern zu schaffen, auch Ex-Trainer Werner Lorant überfällt der Lagerkoller. Er schmiedet Ausbruchs-, der Checker und Gina-Lisa Lohfink Heiratspläne. Natürlich alles nur zum Spaß - und diesmal sogar werbefrei. mehr...

TV-Show "Die Alm" Schnarchen mit Wollmütze und Botox

Neun Blitzlicht-Süchtige auf 1776 Metern Höhe - die Neuauflage der Dschungelcamp-Kopie "Die Alm" war so aufregend wie das Paarungsverhalten von Nacktschnecken. Kein Aufreger weit und breit. Trotzdem verliert Gina-Lisa Lohfink fast die Nerven. mehr...

MEHR ZUM THEMA
powered by wefind WeFind
 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (22/2012)
Dick im Geschäft