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11. Januar 2010, 08:36 Uhr

Nicht Lachs, nicht Döner

Anlässlich der Festlichkeiten zum Spektakel "Ruhr.2010" ermitteln die Kölner "Tatort"-Kommissare in Essen. Während Ballauf und Schenk in der Folge "Klassentreffen" Mörder jagen, gerät die Identität der Stadt ins Wanken. Kulturhauptstadt oder Kohlenpott? Von Kathrin Buchner

Kommissar Ballauf (Klaus J. Behrendt) quetscht die Assistentin Julia Gerber (Jasmin Schwiers) aus© Will Weber/WDR

Als Schimi in Duisburg ermittelte, war der Pott noch ein stinkender Moloch, die Schlote qualmten, es stank nach Ruß und überall war dicke Luft. Die Malocher versackten am Feierabend in schmierigen Eckkneipen, sie spülten den Staub in ihren Kehlen mit Bier runter.

Im Jubeljahr 2010, in dem sich das gesamte Ruhrgebiet als Kulturhauptstadt präsentiert, hätten die "Tatort"-Macher die Chance gehabt, den Pott aus einer anderen Perspektive zu zeigen - mittenrein zu gehen in die Welt der Museen, Opernhäuser und Theater. Es hätte sich angeboten, die Story im einschlägigen Milieu anzusiedeln, unter größenwahnsinnigen Schauspielern, durchgeknallten Komponisten oder missgünstigen Regisseuren. Stattdessen liefert man uns einen Allerweltskrimi, indem sich die Kulturhauptstadt auf den Schauplatz eines wirtschaftskriminellen Komplotts reduziert.

Dauerwerbesendung für Kulturhauptstadt-Spektakel

Ins Fadenkreuz der Ermittlungen gerät der Organisator des Kulturhauptstadt-Events, der öffentliche Gelder unterschlagen hat und ermordet wird. Die Kamera illustriert die Mördersuche mit Prospekt-Bildern von der Zeche Zollverein, während die Assistentin des Mordopfers die PR-Trommel für "Ruhr.2010" rührt. So etwas nennt man in der Fernsehbranche Productplacement. Der Blick auf Essen bleibt an der Oberfläche, aus der Perspektive von "Tatort"-Regisseur Kaspar Heidelbach präsentiert sich die Stadt als Museum.

Als Ort der Erinnerung, an den der aus Essen stammende Kommissar Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) zurückkehrt, um seine ehemaligen Schulkameraden zu treffen: jede Menge Leidensgenossen, die, wie er, in der Lebenskrise stecken. Da ist der Makler, der Torschlusspanik verspürt, die geschiedene Blondine, die an Einsamkeit leidet, und die Hausfrau, die auf ihre Karriere verzichtet hat. Unter ihnen Katja, Ballaufs Jugendliebe, gespielt von Karoline Eichhorn. Eine Figur, die zwischen Selbstbehauptung und Verzicht um ihr Lebensglück ringt und der man gerne mehr Prominenz in der Geschichte eingeräumt hätte.

Schauspieler verkommen zu Statisten

Leider musste sie sich die Aufmerksamkeit der Zuschauer mit diversen Nebencharakteren teilen, die schablonenhaft skizziert werden: die ausgebuffte Assistentin, die frustrierte Karrierefrau, der rumänische Auftragskiller. Doch sie bleiben nur Statisten, Drehbuchautor Jürgen Werner verknüpft zu viele Handlungsstränge miteinander. Sex, Rache, Geldgier - das ganze Repertoire menschlicher Triebe wird als Mordmotiv ausgeschlachtet.

Am Ende, nach ihrem Ausflug nach Essen, stehen Ballauf und Freddy Schenk (Dietmar Bär) wieder an ihrer Currywurstbude am Rhein, und Köln fühlt sich an wie der Pott. Fehlt eigentlich nur noch Schimi.

Von Kathrin Buchner
 
 
KOMMENTARE (10 von 20)
 
Marineo (12.01.2010, 12:24 Uhr)
Wo bleibt der Hamburger Tatort ?
Ich bin eine passionierte Tatort Zuschauerin aus der Schweiz ..........Wohlgemerkt noch , denn langsam beginne ich mich zu langweilen , weil die Tatorte immer tröger und banaler werden ! Ausserdem , ist es an der Zeit , dass wieder mal der Tournus nach Hamburg und somit zu Mehmet Kurtulus alias Cenk Batu geht . Kurtulus , ein " unverbrauchter " Schauspieler mit genialer Mimik , aber bis dato glaube ich nur 2 x präsent . Dabei war die Dramaturgie wirklich innovativ für meinen Geschmack ! By the Way , Richie Müller und Eva Mattes sind auch Meister ihres Faches ..........
.link (11.01.2010, 16:52 Uhr)
"normalerweise gehört der Köln-Tatort noch zu den besseren."
warum man diesen quatsch schon seit jahren immer und immer wieder hören muss, ist mir ein rätsel.
die waren vlt vor 5 jahren mal gut, wenn überhaupt. seit dem sind es ständige wiederholungen, immer der gleiche quatsch. siehe "bettgeschichte von ballauf". schenk fährt auch nur noch seine autos durch die gegend.
Obstler (11.01.2010, 15:24 Uhr)
Gossenjournalismus
Zitat:
"Die Malocher versackten am Feierabend in schmierigen Eckkneipen..."

Frau Buchner, Sie sind eigentlich zu alt (=!erfahren), um einen solchen Quatsch zu schreiben.
Alte Malocher/Ruhrgebietsvorurteile immer neu aufwärmen.
Götz George stammt aus Berlin .
Da Sie ihre Ruhrgebietskenntnisse offensichtlich nur durch Fernsehen beziehen, so schauen Sie mal zwei Folgen "Der Fahnder"....diese Serie war ehrlicher. Klaus Wennemann hatte nämlich kein Interesse daran, die ganze Region durch überzogenes Proleten-Verhalten zu karikieren und dem Ruf zu schaden.
Cheavas (11.01.2010, 15:20 Uhr)
Frauenpower?
Was ist eigentlich los beim "Tatort"? Soll da mit Gewalt die Frauenquote durchgesetzt werden? Die Kommissarentante hat das Gesicht wohl voller Botox, oder warum kann die keine Mimik? Und der Ballhoff ist der Hengst der ARD! Wow! Platte, verquirlte Story, langweilige Umsetzung und psycho- dramatische allerwelts- Phrasen. Ich will meine GEZ zurück, sofort!
hellwachabsolut (11.01.2010, 15:05 Uhr)
Ziemlich daneben getroffen.
Es war kein guter Tatort.
Den Schluss fande ich ziemlich schnell gemacht, als ob man endlich zu ende kommen wollte.
Vielleicht sollen die beide Kommissare witrer in köln ermitteln bzw. ihre hausaufgaben lieber zu Hause nachgehen.
Miguelo (11.01.2010, 14:47 Uhr)
@Tannenbaum
Recht hast du. Barnaby war wieder einmal spitze.
Überhaupt sind die Sonntagskrimis im ZDF spät Abends mittlerweile dem Tatort weit voraus. Ausnahmen bestätigen höchstselten die Regel.
TanniWhite (11.01.2010, 14:05 Uhr)
Man merkt...
...dass die Drehbuchschreiber samt Regisseur alle nix mit dem Ruhrgebiet am Hut haben. Die haben doch alle in Essen gedreht - ist denen da nicht selbst aufgefallen, wie bekloppt die den letzten "Tatort" gestrickt haben? Wo bleibt die Recherche? Köln ist ja wohl auch mehr als Dom, Karneval und Schwulenbars, oder??? !!!
tannebaum (11.01.2010, 13:46 Uhr)
tatort einstellen!!!
sofort!!! alle drehbuchschreiber auf eine insel schicken und erst dann wieder runterlassen, wenn sie mal wieder einen krimi schreiben können und nicht ein machwerk der albernheit, wo mehr darauf geachtet wird, dass ekiner beleidigt wird, als der täter gejagt. der meldet sich demnächst noch per selbstanzeige, weils sonst nix wird.

barnaby war wieder große klasse. allein der smalltalk untereinander, auch wenn sich zwei nicht leiden können. man wahrt den respekt und die haltung, auch wenn es schwer fällt. das ist eben very british...
da sind die dialoge fein geschliffen und haben niveau.

das hier viele den unterschuchtenproll schimi vermissen, kann ich auch nicht verstehen. was ist an einem mann gut, der immer scheisse brüllt und seine klamotten nie wäscht, bzw. besoffen irgendwo einpennt. steht das nicht schon genug vor den supermärkten?
welche anspruch ahaben die menschen eigentlich an unterhaltung???
batavia (11.01.2010, 13:17 Uhr)
Gähn
war das langweilig.
Und - war der Ballauf immer schon so ein schlechter Schauspieler? Gestern kam es mir so vor, als würde er seine Texte vom Teleprompter ablesen.
Zum Glück kam Barnaby noch im Zweiten. Da hat sich das Wachbleiben gelohnt.
rennschnecke (11.01.2010, 12:55 Uhr)
war nicht gut , nicht schlecht .
es fehlt an den drehbüchern .
das ist alles .
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