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31. Dezember 2008, 16:09 Uhr

Deutschlands Brigitte Bardot

Erst die überraschende Verlobung, dann eine spektakuläre Trennung: Boris Becker war 2008 so oft auf den Titelseiten wie kein anderer deutscher Star. stern.de-Autorin Stefanie Rosenkranz erklärt das Phänomen Boris Becker und warum unser "BB" besser ist als Brigitte Bardot.

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Das war die Initialzündung: Becker hechtet 1985 in Wimbledon in die Herzen der Deutschen© Rüdiger Schrader/Picture Alliance

Die Franzosen haben Brigitte Bardot, wir haben Boris Becker. Erstmals wurden wir unseres BBs im Jahre 1985 in England ansichtig; damals war er 17, hatte noch rote Haare, wirkte, als trage er nicht nur berufsbedingt kurze Hosen und gewann Wimbledon. Seither gehört Becker zu uns wie Tesa zu Film oder Dick zu Doof. Erst beschenkte er uns mit so aufregenden Siegen, dass der Brite Peter Ustinov fand, er habe uns den Patriotismus zurückgegeben. Bei insgesamt sechs Grand-Slam-Turnieren triumphierte er, gewann dazu noch kiloweise Klein-Pokale in aller Welt und war das fleischgewordene Bruttosozialprodukt Deutschlands.

Seit es vorbei ist mit dem Tennis, sorgt er dafür, dass beständig wonnige Schauer der Wollust durch die Hair-Extension-Studios unseres schönen Landes wabern: Dank seiner können wir regelmäßig so wunderbare Dinge lesen wie: "Seine maßlose Kraft wirkt verzaubernd" (Angela Ermakowa aus der Besenkammer), oder: "Liebes-Chaos im Wüstensand" ("Bunte" aus München).

Für alle, die in letzter Zeit kein Hair-Extension-Studio frequentiert haben, hier eine Zusammenfassung des Geschehens um und insbesondere auch in unserem BB: Im August verlobt sich der längst biergelbhaarige Boris, damals noch 40, mit einer gewissen Sandy Meyer-Wölden, 25, indem er sie mit einem 150000-Euro-teuren Ring beschenkt und zur Party bei "Käfer" in München bittet. Wir erfahren erstens, dass Boris die blonde Schöne schon kannte, als sie noch mit Barbies spielte - ihr verstorbener Vater war sein Manager gewesen - , und zweitens, dass sie Rühreier machen kann, und zwar in einer "Teflonpfanne", was ihn an seine Mutter Elvira erinnert haben soll. Worauf er spricht: "Vor allem ist sie die Frau, mit der ich Kinder haben möchte." Worauf sie sagt: "Mit der Liebe spielt man nicht." Showdown im Wüstensand Es folgt ein Auftritt auf dem Oktoberfest, er träg eine Hose aus Leder, sie ein Dirndl aus Stoff. Doch dann, im November, jäh: Schluss, aus, vorbei. Sie, zu "Bild am Sonntag": "Ich habe für unsere Liebe gekämpft, bis es nicht mehr ging." Er, zu "Bild": "Auf meiner Seele ist herumgetrampelt worden."

Hernach die chaotische Episode im bereits erwähnten Wüstensand. Eben dort, oder vielmehr in einem auf ihm gebauten Luxushotel in Dubai, stoßen die beiden aufeinander, ohne auch nur ein einziges Wort miteinander zu wechseln. Sie: vor Kummer verhärmt und infolgedessen "erschreckend zerbrechlich". Er: mopsfidel an der Seite seiner Ex-Freundin Lilly Kerssenberg. Worauf sie abreist. Worauf er noch ein bisschen bleibt, 41 wird, und anschließend in Zürich der "Bunten" beichtet: "Ich wäre froh, wenn mir jemand mal die Liebe erklären könnte", sowie: "Ich hoffe, bei den großen Philosophen der Liebe Trost und Ratschläge zu finden", und auch: "Yesterday is history, tomorrow is mystery, so live today."

Ein schönes, ja, ein geradezu kühnes Aperçu. Wozu braucht Boris Philosophen, wo er doch selbst einer ist? Und wie immer lässt er uns generös an seinen geistigen Zuckungen teilhaben. Freigiebig war er schon als Rothaariger, stets haben wir mehr von ihm genommen, als wir ihm je geben konnten. "Bumm-Bumm"- und "Blitzkrieg-Boris" wurde der Knabe damals kosend genannt, oder auch "Bobbele" sowie "der Leimener". Letzteres klang in unseren Ohren mit der Zeit gar nicht mehr nach Wolkenstore, sondern fast so weltläufig wie "der New Yorker".

Alles liebten wir an ihm, seine muskelbepackten Schenkel, seine knappen Shorts, das stets akkurat reingesteckte Turnhemd, seine insgesamt komplett an eine Teigware erinnernde Erscheinung. Anbetungswürdig fanden wir die "Becker-Faust" und den "Becker-Hecht", gelegentlich auch "Becker-Rolle" geheißen, berauscht lauschten wir seinen "Ähms" und "Öhs". Sein Kohl-Deutsch war Musik in unseren Ohren, und ähnlich wie der Alt-Kanzler vermochte er uns von Anfang an mit genialen Sprach-Schöpfungen zu begeistern. Sagte der eine, er wolle das Handtuch der Gemeinsamkeiten nicht zerschneiden, sprach der andere, er sei "mental grad net so gut drauf", was er Jahre später um ein Vielfaches übertreffen konnte mit der Kreation "Samenraub".

Lesen Sie auf der nächsten Seite, warum Boris sich für den Botschafter des neuen Deutschland hält

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KOMMENTARE (8 von 8)
 
rynaldo (01.01.2009, 14:59 Uhr)
So viel Mist...
... schreibt normal nur die BILD-Zeitung
tommyatl (31.12.2008, 22:31 Uhr)
Selbst Schuld....
Nicht der (Moechte-Noch)Star macht die Schlagzeilen sondern die Presse schreibt sie und setzt sie uns vor. Wer interessiert sich denn wirklich fuer BB. Als Tennisspieler war er klasse. Aber seine "15 minutes of fame" sind lang schon vorbei. Das muesste ihm und auch der Presse doch langsam klar sein. Da lob ich mir doch die Steffi. Sie lebt mit ihrem Mann Andre Agassi und ihren beiden Kindern hier in Las Vegas, macht keine Schlagzeilen, draengt sich nicht ins Rampenlicht, und setzt sich fuer verschiedene Hilfsorganizationen ein, speziell fuer die ihres Mannes.
Lieber Boris, es wird jetzt mal Zeit sich ein Beispiel zu nehmen, Erwachsen zu werden, und Deinen Kindern Vorbild sein. Es kann ja nicht Deinen Soehnen ein gutes Vorbild sein, wenn Du mit ueber 40zig noch wie ein Pennaeler den Girls hinterher raennst! Sag der Presse "Kein Kommentar" "Keine Photos" und fuehre ein Leben das vorbildlich ist - denn vorbildlich interessiert die Presse nicht!
Leberkaesbaron (31.12.2008, 20:08 Uhr)
Herr ...
.. schmeiss Hirn vom Himmel! Das ist das einzigste, was dieser spätpubertäre Ex-Tennisspieler braucht. Hat der überhaupt keine echten Freunde, die ihm mal den Spiegel vorhalten?
DerExperte (31.12.2008, 19:28 Uhr)
Was fuer ein Sche.. Artikel...
Wen ihr so verliebt in das deutsche Bobelle Brechmittel (BB)seit - wir hier draussen sind es wahrlich nicht und leiden unter solchen Artikeln!
Kotz - und Wuerg zum Jahresende..
Ernst_Derlage (31.12.2008, 17:49 Uhr)
Lieber Stern,
es ist schon ziemlich kühn, Frau Bardot und unser Bobbele über den einen, gemeinsamen Nenner "B.B." zu ziehen.
Früher stand "B.B."für eine aufregende Schauspielerin, die Hauptrollen im Kino und vor allem in zahlreichen Jungmännerträumen spielte.
Heute steht "B.B." für "bewährtes Brechmittel", produziert von einem Tennis-Opa, der seine Existenzberechtigung offenbar von der Anzahl seiner Schlagzeilen in "Bild" und anderenorts abhängig macht. Gewissermaßen eine teigige Ausgabe von Frau Feldbusch. Oder von Herrn Effenberg. Grusel *und schmeiß weg*.
Salzsteuer (31.12.2008, 17:30 Uhr)
Gab es
dafür Bares oder Anweisung von Oben ???
facilidad_de_ser (31.12.2008, 17:09 Uhr)
Seid doch nicht so...
... gehässig, nur weil Ihr schon jahrelang keine Frau anfassen dürftet, muss das ja nich heissen, dass es allen so ergehen muss.
Weiter so Boris!
AttaTroll (31.12.2008, 16:51 Uhr)
äh - äh
Kotz - Spuck - Würg: Kann uns nicht wenigstens der Stern die Dauerberieselung mit den diversen Frauengeschichten dieses Dünnbrettbohrers ersparen? - Boris Becker kann sich das vermutlich nicht vorstellen, aber es gibt in unserem Land eine Menge Leute, denen es einfach schnurzpiepe ist, wann er es warum mit wem wie oft treibt. Irgendwie ist dieser Mann nur noch eine tragische Figur - leider hat er es selbst noch nicht bemerkt.
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