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7. Juni 2005, 16:08 Uhr

Comeback in Handschellen

Der Wutausbruch von Schauspieler Russel Crowe könnte auch Werbung für seinen aktuellen Box-Film "Das Comeback" sein. Doch die Attacke mit einem Telefon gegen einen Hotelangestellten wird echte Konsequenzen haben - und ernsthafte.

Russel Crowe bedauert, seine Fassung verloren zu haben© Chip East/Reuters

Dem australischen Oscar-Gewinner Russell Crowe drohen nach seinem jüngsten Wutausbruch in einem New Yorker Hotel bis zu sieben Jahre Gefängnis. Crowe war am Montagabend von einem Strafrichter in Manhattan formell wegen Körperverletzung in einem minder schweren Fall und kriminellen Besitzes einer Waffe, gemeint ist ein Telefon, angeklagt worden. Der 41-jährige Hollywoodstar gibt zu, ein defektes Telefon aus Zorn an die Wand der Hotelrezeption geschleudert und dabei versehentlich einen Angestellten getroffen zu haben.

Ohne Kaution auf freiem Fuß

Crowes Sprecher, Robin Baum, erklärte nach der Freilassung des Schauspielers am späten Montag, dass Crowe "bedauert, seine Fassung verloren zu haben". Es sei aber nie seine Absicht gewesen, jemanden zu verletzen oder Hand gegen einen Hotelangestellten anzulegen. Crowes Ankläger, der stellvertretende Staatsanwalt Chad Sjoquist, meint dennoch, überzeugende Argumente gegen den Star zu haben. Dieser muss am 14. September wieder vor dem Richter in New York erscheinen, ist bis dahin aber ohne Kaution auf freiem Fuß.

Crowe hatte sich in New York zum Preis von 3000 Dollar (2440 Euro) die Nacht in einer Suite des Mercer Hotels im Schickeria-Stadtteil Soho eingemietet. Als er nach einigen Bier in einer benachbarten Bar um vier Uhr morgens seine Frau Danielle Spencer daheim in Australien anzurufen versuchte, bekam er keine Verbindung. Seine wiederholten Bitten an die Rezeption, das defekte Telefon auszutauschen, wurden ignoriert, heißt es in der Erklärung seines Sprechers.

Nüchtern und kooperativ

"Schließlich brachte Crowe das Telefon nach unten, um die Angelegenheit persönlich zu erledigen". Dabei kam es zum Wortwechsel und am Ende zum Wurf des Telefons gegen die Wand. Der getroffene Angestellte, Nestor Estrada, erlitt eine leichte Schnittwunde unter dem Auge, die nach Polizeiangaben nicht genäht werden musste

Die von Estrada herbeigerufenen Polizisten machten Crowe dingfest und steckten ihn für sechs Stunden in eine Zelle. Polizeisprecher Paul Browne beschrieb den Filmstar als "nüchtern und kooperativ", heißt es in der "New York Times" vom Dienstag. Crowe ist in den USA seit dem Wochenende als schlagkräftiger Schwergewichtsboxer in dem Film "Das Comeback" zu sehen, der sich allerdings nur auf Rang vier der Kinocharts platzierte.

DPA
 
 
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