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14. Dezember 2009, 13:44 Uhr

Und täglich grüßt die Sexaffäre

Sie geben sich in US-Talkshows die Klinke in die Hand: Täglich tauchen neue Affären von Tiger Woods in der Öffentlichkeit auf. Der will jetzt ein "besserer Ehemann, Vater und Mensch" werden. Doch für seinen Befreiungsschlag ist es längst zu spät. Von Jens Maier

Tiger Woods

Ist nach eigenen Worten noch immer in Tiger Woods verliebt: Serviererin Jamie Jungers© Splashnews

Sie ist 26, Kellnerin und jetzt berühmt: Jamie Jungers war vergangenen Freitag landesweit im US-Fernsehen zu sehen. Im Gespräch mit dem Fernsehsender NBC plauderte die dralle Blondine über ihr Sexleben mit Tiger Woods. Dass er es wild mag, dass sie sogar im Familienheim in Los Angeles miteinander geschlafen haben, und dass das so über mehrere Jahre ging. Noch am selben Tag, an dem das Interview ausgestrahlt wurde, zog Tiger Woods die Notbremse. Auf seiner Homepage kündigte er an, sich vom Golfsport vorläufig zurückzuziehen, um ein "besserer Ehemann, Vater und Mensch" zu werden. Doch sein Befreiungsschlag, er kommt zu spät. Sein guter Ruf, seine Werbemillionen und seine Ehe sind längst zerstört.

Jamie Jungers ist nicht die einzige Frau, die sich öffentlich über die Affäre mit dem "Tiger" ausgelassen hat. Täglich drängen neue, meist blonde Frauen, in die Öffentlichkeit und plaudern Details über ihr Liebesleben mit dem 33-Jährigen aus. Ganze 13 Affären sind mittlerweile bekannt, es werden immer mehr. Mit jedem Interview und jeder Schlagzeile leidet das Image des einstigen Saubermanns. Denn Woods ist nicht nur der beste Golf-Spieler der Welt, sondern für viele Amerikaner ein Idol.

Schon im Krabbelalter soll er mit einem Mini-Golfschläger gespielt haben. Obwohl er als Schwarzer im weißen Golfsport zu Beginn seiner Karriere von vielen belächelt wurde, beißt er sich durch und nach kämpft sich nach oben. 1997 gewinnt er mit nur 21 Jahren als jüngster Spieler aller Zeiten das Golf-Masters in Augusta, 13 weiter Major-Golf-Titel folgen. Tiger Woods gewinnt alle namhaften Golfturniere der Welt, steht mehrfach auf Platz 1 der Weltrangliste und gilt nicht nur als bester Golfspieler der Welt, sondern auch als Vorbild. Doch damit dürfte es jetzt vorbei sein.

Systematisch zerstören Meldungen über ausschweifende Affären Tiger Woods Image. Vorläufiger Höhepunkt ist ein Bericht der Tageszeitung "New York Daily News", wonach Woods nicht nur mehrere Geliebte hatte, sondern regelrechte Orgien feierte. Der Golfprofi habe sich regelmäßig von einem Edel-Escortservice Prostituierte für Gruppensex-Spiele gemietet. Bis zu 40.000 Dollar habe er sich die Wochenenden kosten lassen. Gefeiert wurde bevorzugt an jenen Orten, an denen Woods gerade ein Turnier zu bestreiten hatte, schreibt die Zeitung. "Er mochte flotte Dreier", sagt Michelle Braun, die in Hollywood als erste Adresse für die Vermittlung von Edel-Prostituierten gilt, und habe sich im Bett als "wirklicher Gentleman" mit "Stehvermögen" gezeigt.

Statt massiv gegen derartige Behauptungen vorzugehen, hat Woods bislang geschwiegen - bis zum Freitag. Erstmals gestand er öffentlich, seine Frau betrogen zu haben: "Ich bin mir der Enttäuschung und der Schmerzen bewusst, die ich mit meiner Untreue vielen Menschen bereitet habe, vor allem meiner Frau und meinen Kindern. Ich möchte noch einmal allen sagen, dass es mir sehr leidtut und dass ich um Vergebung bitte." Doch im konservativen Amerika, in dem der ehemalige Präsident Bill Clinton noch heute als Ehebrecher und Schandtäter gegeißelt wird, weil er sich mit einer Praktikantin eingelassen hat, gibt es für Ehebrecher keine Vergebung.

Das wissen auch Woods Sponsoren. Längst haben die ersten ihr einstiges Werbezugpferd fallen gelassen. Die globale Unternehmensberatungsfirma Accenture hat ihren Werbevertrag mit dem Golfstar beendet. Woods sei nach den "Umständen der vergangenen zwei Wochen" nicht mehr der "richtige Repräsentant", teilte das Unternehmen mit. Und auch Rasiererhersteller Gillette hat seine Werbekampagne mit sofortiger Wirkung abgesetzt. Zuvor hatte bereits der Getränkehersteller Pepsi angekündigt, den Verkauf von Getränken mit dem Konterfei des Golfprofis einzustellen. Im sogenannten Davie Brown Index, der in den USA den Werbewert von Prominenten darstellt, ist Woods vom sechsten auf den 24. Platz abgerutscht. Ein schwerer Schlag für den Sportler, der es nach einer Studie des Wirtschaftsmagazins "Forbes" weltweit als erster geschafft hat, mehr als eine Milliarde Dollar zu verdienen. Woods größter Geldgeber Nike steht ihm zwar noch treu zur Seite, doch sollte der Marktwert des Golfprofis weiter abstürzen, ist es nur eine Frage der Zeit, bis auch der Sportartikelhersteller seinen Schützling fallen lässt.

Woods klammert sich an die Hoffnung, wenigstens seine Ehe mit dem ehemaligen schwedischen Model Elin Nordegren retten zu können. Nach einem Bericht der britischen Zeitung "The Sun" soll die 29-Jährige erklärt haben, sich mit Woods versöhnen zu wollen, wenn dieser den Golfsport an den Nagel hänge. Doch obwohl Woods mit seiner Ankündigung, eine Pause vom Golfen zu nehmen, dem Ultimatum nachgekommen ist, scheint die Ehe auf der Kippe zu stehen. Zu tief sind die Demütigungen über immer neue Affären und Details, als dass Nordegren Woods verzeihen könnte. Einem Freund soll Nordegren anvertraut haben, dass sie sich nur wegen der beiden gemeinsamen Kinder noch nicht von Woods getrennt habe. Sie wolle ein letztes gemeinsames Weihnachtsfest inszenieren und "danach den Typen abschießen", zitiert die britische Tageszeitung "News Of The World" einen Vertrauten. Das Ex-Model soll bereits Scheidungsanwälte eingeschaltet haben.

Dass sein Image, seine Werbekarriere und seine Ehe möglicherweise nicht zu retten sind, scheint auch Tiger Woods selbst zu ahnen. Auf seiner Homepage schreibt er, obwohl es möglicherweise schon zu spät sei, den Schaden zu beheben, werde er "alles tun, um es zumindest zu versuchen".

Von Jens Maier
 
 
KOMMENTARE (6 von 6)
 
Malt (15.12.2009, 13:13 Uhr)
Lustiges Sätzeraten
"....beißt er sich durch und nach kämpft sich nach oben."
.
HIer fehlt was oder es ist ein Wort zuviel. Ich verrate aber nicht was oder welches Wort ;-)
.
Ich würde einen Korrekturleser empfehlen!
Corazito3333 (15.12.2009, 12:33 Uhr)
diese Tussen schmeißen sich an die Typen ran
und wenns mit einer Ehe und Scheidung nicht klappt, dann geht man in die Medien und plaudert......gibt auch Geld und Ruhm!
Zorro01 (14.12.2009, 22:52 Uhr)
Ehe als Kulisse
Er hat offenbar nur geheiratet, weil ihm seine Manager dazu anrieten. Schicke Ehefrau aus gutem europäischen Haus, zwei Kinder, zwei Hunde, alles bestens, Spießigkeit für die einfachen Leute auf der Straße. Nur so kann man steriles Rasierwasser und alkoholfreie Getränke gewinnbringend an den Mann bringen. So funktioniert die Geldmaschinerie im bigotten Amerika. Nur: man sollte sich auch an die Regeln halten, denn, nichts ist umsonst!

Nun wurde die Lüge öffentlich. Der Spott wird Tiger ?mein Gott, was für ein Künstlername! - begleiten. Kein Turnier mehr mit ihm, an dem die Veranstalter keine kleinen Schächtelchen an die weiblichen Zuschauer verteilen. Gesponsert mit freundlichen Grüßen von der Kondom-Industrie.

Was geschah, finde ich gut. Nicht wegen seiner Ehefrau, mein herzliches Beileid. Sondern wegen der amerikanischen Öffentlichkeit, die hoffentlich lernt, dass geradezu außerirdisch gut spielende Golfspieler nicht automatisch auch die besseren Menschen sind.

facilidad_de_ser (14.12.2009, 21:30 Uhr)
Machen wir uns nix vor...
...der Mann sieht klasse aus und hat jede Menge sportliche Erfolge vorzuweisen, vielleicht ist er sogar der größte Sportler aller Zeiten.

Wenn er in 5+ Jahren Ehe 13 Geliebte gehabt haben sollten (also alle 5-6 Monate eine andere), wäre das wohl eine lächerlich geringe Zahl.
manta (14.12.2009, 18:31 Uhr)
Warum kellnert...
...hier nur keine solche "dralle Blondine"...*grmpf* :-(
Das Bild ist noch das beste am Artikel :-)
shine (14.12.2009, 18:26 Uhr)
Kann eigentlich machen was er will...
... aber eben nicht im reliiösen, prüden Amerika. Außer vielleicht er behauptet vom Teufel geprüft worden zu sein und wieder zurück zu Gott gefunden zu haben. Es gibt da genug, die ihm das dann abnehmen.

Allerings hat er wohl genug verdient (über eine Millarde US$?), daß ihm wohl alles egal sein könnte. Er müßte ja nicht mehr arbeiten, das Geld reicht sicher bis Lebensende und darüber hinaus... Wollen wir für ihn hoffen, daß er einen guten Ehevertrag ausgehandelt hat ;)
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