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8. Mai 2008, 08:13 Uhr

Es hat sich ausgeprollt

Mieser Modeltreff bei Johannes B. Kerner: Anstatt Werbung für ihre erste eigene Show zu machen, stellt sich Ex-"Germany's next Topmodel"-Anwärterin Gina-Lisa selbst ein Bein. Ihr Proll-Faktor ist entzaubert. Willkommen im Bruce-Club. Von Katharina Miklis

Ein bisschen posen, ein bisschen prollen, ein bisschen plappern: Das beherrscht Gina-Lisa perfekt und darf deshalb ab Juni bei ProSieben moderieren© ProSieben/Gürcan Öztürk

Dutzende Castingshows wollen uns weismachen: Nur der Beste gewinnt, die Schönste, die Schnellsten, die Klügsten. Alles Mumpitz. Mit Talent, einer guten Stimme oder Modelmaßen kommt man in Deutschland nicht weit. Deutschland will keinen Superstar und auch kein makelloses Topmodel. Es gilt: gewonnen hat, wer rausfliegt.

So schien es auch bei Gina-Lisa Lohfink, Ex-Kandidatin bei "Germany's next Topmodel", zu sein. Zunächst. In der Castingshow war sie so fehl am Platz wie Heidi Klum als TV-Moderatorin. Gina-Lisa, die "Miss Frankfurt" mit den drallen Kurven und der rauchigen Stimme. "Eine heftige Portion Frau", wie Juror Rolf Scheider erkannte. Die mit den platinblonden, polangen Extensions, der Vorliebe für Asi-Toaster und dem Namen eines Pornostars. Die Donatella Versace für Arme, der man Titel wie "Miss Autotuning" oder "Miss Einkaufszentrum" zutraut. Aber Topmodel?

Po-Pannen, Porno-Battles und allerhand Prollereien

Das sah auch Model-Mama Heidi Klum nach geraumer Zeit ein und schickte Gina-Lisa nach einigen quotenwirksamen Folgen mit Po-Pannen, Porno-Battles und allerhand Prollereien nach Hause.

Für Gina-Lisa schien es auf den ersten Blick das Beste, was ihr passieren konnte. Seit dem Ausscheiden aus "Germany's next Topmodel" ist sie gut im Geschäft. Und das trotz, beziehungsweise gerade wegen ihrer hessischen Kodderschnauze. Zusammen mit Busenfreundin und Casting-Kollegin Sarah Knappik - sie flog in der vergangenen Woche aus "Germany's next Topmodel" - tingelt sie gerade von einem Termin zum nächsten.

Keine Spur mehr von der "heftigen Portion Frau"

Am Dienstag noch zusammen mit Sarah bei Stefan Raab, durfte sie gestern auch zum netten Onkel Kerner, der niemals auf die Idee kommen würde, tiefgehende Fragen zu einer Sendung zu stellen, die immerhin junge Mädchen vor einem Millionenpublikum in Kategorien wie "Schön" und "Hässlich" unterteilt. So fielen nur die üblichen Phrasen zur "oberflächlichen Modelbranche", Sarah und Gina-Lisa durften einmal mehr erklären, woher ihr Spruch "Zack die Bohne" eigentlich kommt, Sarah, das dicke Kind von einst, erzählte mal wieder vom Casting als einer Form von Therapie und Gina-Lisa brachte die bittere Erkenntnis, dass es sich ausgeprollt hat.

Was bei "Germany's next Topmodel" noch erfrischend anders war, zerfällt auf den Sofas von Raab und Kerner zur Belanglosigkeit. Keine Spur mehr von der "heftigen Portion Frau". In der Raucherecke jeder beliebigen deutschen Hauptschule wird man ginalisamäßig besser unterhalten als hier. Einzig charmant ihre Antwort auf JBKs Frage: "Was ist eigentlich Schönheit?". Gina: "Jeder hat was Besonderes an sich, wo schön is".

ProSieben will es trotzdem versuchen und hat viel mit Gina-Lisa vor. Auf der Internetseite des Senders bekommt sie ihre eigene Web-Show. Außerdem moderiert die 21-Jährige ab Anfang Juni den fünfteiligen "City Check" im "taff"-Magazin und berichtet aus europäischen Metropolen. Es ist das Phänomen Bruce Darnell. Auch er, der einer Model-Castingshow durch seine extreme Art ein Gesicht gegeben hatte, wurde von ProSieben und danach bei den Öffentlich-Rechtlichen derart verbraucht, dass ihn heute keiner mehr sehen will. So wird es wohl auch bei Gina-Lisa sein. Dass sie auf dem besten Weg zurück in die Versenkung ist, hatte sie bei Kerner bestens demonstriert. Kein "Drama", kein "sexy, sexy, sexy". Nur eine kleine, hübsche "Miss Frankfurt", die wohl bald wieder im Fitnessstudio arbeiten wird.

Die Web-Show "Gina-Lisas Welt" ist ab Donnerstag alle zwei Tage auf www.topmodels.prosieben.de zu sehen

Von Katharina Miklis
 
 
KOMMENTARE (10 von 11)
 
Leseratte79 (08.05.2008, 19:02 Uhr)
@ Kalox
Mir ist durchaus klar worum es in diesem Artikel geht. es geht um das gleiche wie im letzten Artikel über Darnell, Klaws & Co wie sie sehr ausführlich noch einmal verdeutlicht haben. Mir geht es mit meinem Kommentar eher über die etwas herablassende Art des Autors. Gina Lisa hat mal gesagt, dass sie mitnehme was kommt und für jeden Sch*** zu haben sei solange man sie sehen will. Ich glaube schon das sich einige Casting "Stars" durchaus bewusst sind welche Rolle sie in der Medienwelt spielen dies aber nach außen nicht zeigen um möglichst viel "mitzunehmen". Was mich nervt ist, dass man diese "Sternchen" solange beobachtet bis man einen Auftritt ins negative ausschlachten kann nur um einen Artikel zu schreiben. Der Autor hätte auch einfach schreiben können "Asitoasterbraut brachte Nation für ein paar Tage mit Ruhrpottprollocharme zum lachen. Nach besagtem Auftritt kristallisiert sich aber heraus, dass der Prollocharme nicht ewig begeistert. Sie wird wie die anderen "Castingshowpublikumslieblinge" in der Versenkung verschwinden und in Zukunft wieder in einer X-beliebigen Mukkibudde ihren alten Loserjob antreten müssen."
fettiz (08.05.2008, 15:04 Uhr)
Ist doch das beste, was ihr passieren konnte
Dass Gina-Lisa nicht Top-Model gewinnt war doch von vorneherein klar. Dass Gina-Lisa nur als Symmetriebruch zu den nur hübschen Mädels in der Show war ist auch klar. Sozusagen der Küblböck von Top-Model.
Dass Sie jetzt noch ein bisschen im Showgeschäft mitspielen darf ist doch optimal. Da kann sie noch etwas Geld auf die Seite bringen, vielleicht noch für ein zwei Skandälchen sorgen und vielleicht noch bei einer Dschungelshow mitmachen. Danach hat sie für ein paar Jahre ausgesorgt. Ich finde das voll in Ordnung.
Insgesamt ist es wieder ein Beispiel, dass es eben gerade nicht Top-Stars sind. Sondern Top-Normalos, welche mal das Leben im Starbereich ausprobieren dürfen. Und der Fernsehzuschauer ist voyeuristisch dabei.
Kalox (08.05.2008, 12:27 Uhr)
@Leseratte79
das problem ist doch weniger, ob sie wieder im fitness-studio landet, sondern der subtext, der den casting-shows anhaftet. es wird den leuten immer noch weiss gemacht, dass sie zu irgendeiner art star gemacht werden. stars macht man aber nicht so einfach (die tv-sender und klatsch-zeitschriften massen sich ja wirklich an, bestimmen zu können, aus wem wann ein star wird), nein, stars wachsen und gedeihen über lange zeit, härten aus, entwickeln sich dennoch weiter. nur sehr selten gibt es "über-nacht"-stars - und noch seltener werden diese zu dauerhaften stars. gina-lisa tut mir leid, das ist nur ein kleines mädel, dass zufällig ins tv stolpern (durfte) und nun langsam wieder herausstolpern wird...
hevosenkuva (08.05.2008, 12:14 Uhr)
"In der Raucherecke jeder beliebigen deutschen Hauptschule
wird man ginalisamäßig besser unterhalten als hier." - Katharina Miklis kennt sich ja echt voll aus. Wir warten gespannt auf ihre Reality-Berichte von deutschen Hauptschulen. Im Ernst: was für ein kleinkarierter Bullshit, dieser "Artikel".
hardrain (08.05.2008, 11:51 Uhr)
Also, isch seh das nisch so eng,
hier bei uns im Obi sind ganz viele Leute die ganz viel Mann oder Frau drauf haben und da bin ich froh dat die hier sind und nisch in der Sendung vom Raab oder vom Kerner. Der Raab macht doch immer nur den Schmidt nach und der Kerner ist wie der Speimanes, immer dat Händeverschränken...
acitapple (08.05.2008, 11:28 Uhr)
worauf neidisch ??
also ich finde es erstrebenwerter artikel im stern zu schreiben als bei einer baumarkteröffnung das dauergrinsen aufzusetzen oder hirnrissige tv-shows zu moderieren...
miho2008 (08.05.2008, 11:19 Uhr)
Neid?
Der Bericht ist einerseits ja zu verstehen, doch ich stimme einigen hier zu, dass vielleicht doch etwas Neid im Spiele oder Schreibdruck, sein könnte.
Es gibt wahrlich viel schlimmeres in unserer Medienlandschaft z.B. Pocher etc.. Da finde ich es eher schmunzelnd wenn mann mal neuen Gesichtern eine Chance gibt. Die Jugend indentifiziert sich gerne mit solchen Frauen wie Gina Lisa oder Sarah und mal ganz ehrlich, die sind tausend mal besser als z.B. Bushido (einfach nur Eckelhaft).
Aus dieser Perspektive müsste sich der Autor wirklich fragen, warum er so abfällig über die beiden jungen Frauen geschrieben hat.
Ich wünsche Gina Lisa und Sarah, dass sie sich nicht von solchen Berichten entmutigen lassen und vielleicht finden sie ja Ihren Platz. Mir wäre lieber der Autor würde sich mal mehr mit dem Thema Pocher (nur peinlich) und Bushido etc. beschäftigen, da würde er etwas produktives und Gutes tuzn.
Sublucem (08.05.2008, 10:16 Uhr)
Ginalyse
Heutzutage kommt eben jeder früher oder später in die Medien. Ob aals gescheiterte Kandidatin bei Germany's Next Topmodel, als Autor für den Stern oder als Kommentator in Foren und News.
Maria1000 (08.05.2008, 10:02 Uhr)
Ich finde den Artikel gut und zutreffend.
Sämtliche Kandidatinnen werden bei Baumarkteröffnungen und - wenn sie Glück haben - in ihrem alten Job landen.
Keine hat auch nur annähernd die körperlichen und persönlichen Voraussetzungen zu einem TOP(!)-Model. Zwischen den (in jeder Hinsicht) "vorgeführten" Mädchen und einer "echten" Top-Modelanwärterin aus den Karteien der seriösen Modellagenturen liegen nicht nur WELTEN sondern Galxien!
Ramsch- und Proll-TV auf niederster Ebene - da passte Gina dann schon rein, und ihre "Show" dann auch zu PRO 7.
jedifreund82 (08.05.2008, 09:23 Uhr)
Naja ...
Der Autor schreibt für Stern.de ... könnte ja Neid sein das er hier seine Kröten verdienen muß und es niemals ins Fernsehen schafft ;)
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