Johann Lafer über seinen Kampf gegen Krebs
Familie und Glaube geben ihm Kraft

Johann Lafer mit seiner Frau Silvia.
Johann Lafer mit seiner Frau Silvia.
© imago/APress / A-way! / Frederic Kern

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Johann Lafer spricht über seinen Kampf gegen den Krebs - und die Kraft, die ihm Familie, Glaube und kleine Alltagsmomente geben.

Es war kein dramatischer Moment, kein körperliches Warnsignal, sondern schlicht ein Zufallsbefund. Vor zweieinhalb Jahren entdeckte ein Arzt bei einer Routineuntersuchung während einer Fastenkur Schatten in der Leiste von Johann Lafer. Der Starkoch hatte keinerlei Schmerzen. Nach der Entfernung mehrerer Lymphknoten stand fest: ein Non-Hodgkin-Lymphom, niedrigmaligne und nicht aggressiv. Lafer teilte die Nachricht nun selbst auf Instagram mit - und nannte sie "zunächst einen großen Schock" für seine Familie und ihn.

Lange blieb die Erkrankung im Verborgenen. Erst als sich sein Zustand im Januar 2026 verschlechterte, begann Lafer mit einer Chemotherapie. Vier Zyklen hat der 68-Jährige inzwischen hinter sich. "Jede Chemo läuft fast 24 Stunden. Überall hängen Flaschen. Das haut dich komplett weg", beschreibt er im Gespräch mit "Bild". Die Nebenwirkungen: Haarausfall, Erschöpfung und ein Gewichtsverlust von 25 Kilogramm.

Silvia und die Kinder: Die stille Stütze

Doch er trägt die Diagnose nicht alleine. Auch seine Frau Silvia Lafer (68) habe die Nachricht hart getroffen. Seit Jahrzehnten gehen die beiden gemeinsam durchs Leben. "Wir haben bei null angefangen", sagt Lafer. "So etwas schweißt zusammen."

Seine Kinder Jennifer (31) und Jonathan (25) erfuhren erst vor zwei Monaten, was ihren Vater beschäftigt. "Wir wollten es so lange wie möglich geheim halten", erklärt Lafer. "Sie sind dann sofort gekommen. Sie waren unglaublich stark. Sehr hilfsbereit."

"Wir sind Gast auf Erden"

Was Lafer in dieser Zeit trägt, ist auch eine innere Haltung. "Mein Glaube ist ganz wichtig, ich bete auch", sagt der Katholik in dem Interview. Geformt wurde diese Haltung durch einen konkreten Moment: die Verabschiedung von seiner Schwiegermutter auf dem Sterbebett. "Seitdem habe ich diese größere Angst vor dem Tod verloren", sagt er.

Aus dieser Erfahrung heraus hat Lafer eine bemerkenswerte Gelassenheit entwickelt: "Wir sind Gast auf Erden. Es ist endlich. Es wird nichts geben, was uns davon befreit. Ich hoffe nur, dass ich noch möglichst lange Gast sein darf."

Lafer hat auch gelernt, langsamer zu werden. Weniger Tempo. Mehr Gegenwart. "Wir müssen uns wieder auf die einfachen Dinge besinnen", sagt er. Auch kleine Begegnungen im Alltag wüsste er nun mehr zu schätzen. "Da sagt plötzlich ein Taxifahrer zu mir: 'Herr Lafer, Ihr Rührei ist das beste der Welt.' Das berührt mich heute mehr denn je", sagt er. "Ich brauche die Menschen. Diese Wertschätzung. Diese Nähe."

Grund zur Zuversicht

Es gibt Grund zur Zuversicht. Auf Instagram schrieb Lafer selbst, er sei "umso dankbarer, dass die Behandlung gut anschlägt und sich die Situation positiv entwickelt". Und auch im "Bild"-Gespräch sagt er: "Man sieht, dass die Knoten kleiner werden. Dass die Behandlung anschlägt. Und das gibt mir Kraft."

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