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10. Mai 2007, 16:42 Uhr

Nie mehr oben ohne?

Kahle Stellen, dünne Haare - erblich bedingter Haarausfall ist ein Tabuthema, vor allem für Frauen. Jetzt soll ein neues Kosmetikprodukt helfen.

Fast jede zehnte Frau und mehr als jeder zweite Mann ist von Haarausfall betroffen© Colourbox

Haare in der Bürste oder im Duschsieb? Eigentlich kein Grund zur Sorge, denn jeder Mensch verliert Haare, jeden Tag. Das ist normal, weil Haare höchstens acht Jahre alt werden und dann ausfallen. Sind es täglich mehr als 100 und hält der starke Schwund über mehrere Wochen an, ist allerdings ein Besuch beim Hautarzt ratsam.

Der Verlust kann viele Ursachen haben. Am häufigsten ist anlagebedingter Haarausfall: Bei Männern bilden sich Geheimratsecken oder eine Glatze, bei Frauen fallen die Haare diffus am Scheitel aus. Mehr als jeder zweite Mann und fast jede zehnte Frau in Deutschland ist davon betroffen.

Neues Produkt, neue Hoffnung

Arzneimittel wie Minoxidil oder Finasterid sollen diesen Haarausfall stoppen. Einige Hersteller bieten auch Präparate mit dem weiblichen Geschlechtshormon Östrogen oder mit Koffein an. Für viele der Produkte gilt aber: Es gibt kaum große, wissenschaftlich publizierte Studien, die eine starke Wirksamkeit der Mittel belegen.

Jetzt kommt ein weiteres Kosmetikprodukt gegen den Haarausfall auf den Markt: Mit einer Systempflege aus Shampoo und Tonikum kombiniert Schwarzkopf mit seiner "Activ"-Serie zum ersten Mal drei Substanzen: Carnitintartrat, Taurin und Echinacea.

Haare leben länger

"Carnitintartrat greift in den Haarzyklus ein: Es hält Haare, die dabei sind auszufallen, länger in der Wachstumsphase. Sie werden so stimuliert und wachsen weiter", sagt Dr. Edo Hoting, Haarforscher bei Schwarzkopf. Auch die Haardichte nehme zu, weil bis zu 20 Prozent mehr Haare in der Wachstumsphase seien und deutlich weniger in der Ausfallphase.

Carnitin spielt im Körper natürlicherweise eine wichtige Rolle im Energiestoffwechsel. Sportler nehmen es als Nahrungsergänzungsmittel, um ihre Leistung zu steigern und schneller zu regenerieren. Ob Carnitin diese Wirkung erzielt, ist wissenschaftlich umstritten.

Stärkung der Haare

Im neuen Pflegemittel soll auch Taurin das Haarwachstum beschleunigen, ein natürliches Abbauprodukt des Körperstoffwechsels, das auch in Energy-Drinks steckt und leistungssteigernd wirken soll. Echinacea soll außerdem dafür sorgen, dass mehr Wachstumshormone in den Haarwurzeln produziert werden. Der Extrakt aus der Sonnenhut-Pflanze wird auch als immunstärkendes Medikament verkauft.

In einer Studie mit 60 Testpersonen prüfte Schwarzkopf den neuen Wirkstoff Carnitintartrat und kam zu einem positiven Ergebnis. Zurzeit läuft eine zweite Studie, in der die Wirkstoffkombination aus den drei Substanzen mit Probanden getestet wird. "Im Labor konnten wir die Wirksamkeit schon an Haarkulturen nachweisen", sagt Edo Hoting. Mit Ergebnissen aus der zweiten Probandenstudie rechnet der Dermatologe Ende Juni 2007. So bleibt offen, ob die Kombination der drei Substanzen gleich gut oder besser wirkt als Carnitintartrat allein.

Expertin ist skeptisch

Zurzeit fehlen wissenschaftliche Publikationen. "Wir haben die Studienergebnisse zum Carnitintartrat aber bereits auf haarwissenschaftlichen Symposien vorgestellt und diskutiert. Zwei Artikel sind bei Fachmagazinen eingereicht, sie sollen demnächst veröffentlicht werden", sagt Hoting.

Ulrike Blume-Peytavi, Professorin für Dermatologie an der Berliner Charité, ist zurzeit noch skeptisch: "Solange keine doppelblind-placebokontrollierten randomisierten Studien zu Carnitintartrat veröffentlicht sind, sind die Aussagen der starken Wirksamkeit auf das Haarwachstum beim Menschen nicht ausreichend bewiesen." Andere Produkte hätten ähnliche Aussagen, beruhend auf experimentellen Daten, aufgestellt. In der klinischen Anwendung hätten sie sich dann aber nicht bewährt. "Wir erwarten also mit großem Interesse diese Studienveröffentlichung."

 
 
KOMMENTARE (4 von 4)
 
fixfoxdortmund (12.05.2007, 17:32 Uhr)
Mode?
Dass ein Artikel wie dieser unter "Mode" untergebracht wird, ist für mich unverständlich. Ein weiterer Beweis, dass die Modeberichterstattung in Deutschland völlig unetabliert ist und wenig Profil hat. So ein Artikel auf einer italienischen Nachrichtenseite in der Modespalte wäre vermutlich noch peinlicher.
js110010 (11.05.2007, 12:25 Uhr)
Artikel=Schleichwerbung o/t
.
a22a22 (11.05.2007, 12:19 Uhr)
Da knallen die Sektkorken!!!
Bei dem Artikel knallen die Sektkorken bei den für die PR verantwortlichen!
Solche Artikel gab's früher nur im Autoteil oder bei Spiegel(-Online).
testsieger2006 (11.05.2007, 10:39 Uhr)
warum Shampoo???
sog. "transdermale Cosmeceuticals" mit Phytoöstrogenen gibts doch schön länger als Creme. Zumindest in den USA. Das sind eigentlich faltenreduzierende Gesichtscremes, die man sich allerdings auch in die Haare machen kann.
Die Wirkung ist wissenschaftlich belegt und sie werden von der Haut aufgenommen.
Koffein z.B. soll überhaupt nicht wirken, ja noch nicht mal von der Haut aufgenommen werden, zumal die Einwirkzeit bei einer Kopfwäsche und das basenmilieu eine Aufnahme in die Haut verhindern.
Taurin wird vom Körper benötigt(vielfache Funktionen, aber noch nicht gänzlich geklärt) und kann von diesem aus Aminosäuren selbst hergestellt werden.
warum sollte man das zuführen, wenn man keinen Mangel daran hat?
Jemand mit 100 Äpfelbäumen im Garten wird sicherlich keine Äpfel auf dem Markt noch dazukaufen.
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