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11. Juni 2010, 15:49 Uhr

Zahl der Schwangerschaftsabbrüche leicht angestiegen

Mehr Abtreibungen im ersten Quartal 2010, aber keine Trendwende ersichtlich. Zu diesem Schluss kommt das Statistische Bundesamt nach der Veröffentlichung der jüngsten Abtreibungszahlen.

Die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche in Deutschland ist zu Jahresbeginn 2010 leicht gestiegen. Im ersten Vierteljahr gab es rund 29.800 Abtreibungen. Das waren 1,3 Prozent oder 400 mehr als im ersten Quartal 2009, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag mitteilte. Der Großteil der Frauen, nämlich 74 Prozent oder knapp drei Viertel, war zwischen 18 und 34 Jahren alt, 14 Prozent zwischen 35 und 39 Jahren. Fast 8 Prozent der Frauen waren 40 Jahre und älter.

Der Anteil der unter 18-Jährigen lag bei 4 Prozent. Seit 2002 geht in Deutschland die Zahl der Abtreibungen zurück.

Die familienpolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Dorothee Bär, wies darauf hin, dass es bei den Spätabtreibungen eine Erhöhung von 54,8 Prozent gegeben habe. Grund dafür könnte sein, dass die Statistik erstmals Angaben zur Anzahl der sogenannten Fetozide enthalte. Ein Fetozid ist die Tötung des Fötus im Mutterleib. Diese Methode wird üblicherweise angewendet, wenn das Kind außerhalb bereits lebensfähig wäre.

Im ersten Quartal 2010 habe es insgesamt sieben Fetozide bei Mehrlingsschwangerschaften und 62 Fetozide in sonstigen Fällen gegeben, erklärte die Abgeordnete. Insgesamt habe es 96 Abbrüche ab der 22. vollendeten Schwangerschaftswoche gegeben. Im ersten Quartal 2009 seien es 62 gewesen.

APN
 
 
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