Krankenpfleger missbrauchte junge Patientinnen

25. Juni 2013, 16:36 Uhr

Auf der Kinderstation eines niedersächsischen Klinikums betäubt ein Krankenpfleger jahrelang junge Patientinnen und missbraucht sie. Dazu dreht er Videos seiner Taten. Der Staatsanwalt erhebt Anklage.

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Im Klinikum Hildesheim soll ein 35-jähriger Krankenpfleger jahrelang junge Patientinnen vergewaltigt haben©

Ein Krankenpfleger aus Hildesheim ist wegen einer Serie von Vergewaltigungen in einer Klinik angeklagt worden. Der 35-Jährige soll zwischen 2009 und 2013 im Klinikum Hildesheim in Niedersachsen junge Patientinnen narkotisiert und missbraucht haben. Außerdem filmte der Mann seine Taten. Das teilte die Staatsanwaltschaft Hildesheim am Dienstag mit. In weiteren Fällen soll der Mann die Geschlechtsteile von zuvor betäubten Patientinnen fotografiert haben. Außerdem wird ihm vorgeworfen, junge Frauen auch in Privatwohnungen betäubt und missbraucht zu haben.

Insgesamt wurde der Mann wegen Vergewaltigung in 13 und sexueller Nötigung in sieben Fällen angeklagt. Der Fall war im März bekanntgeworden: Die Fahnder waren dem Mann auf die Spur gekommen, als sie in einem anderen Ermittlungsverfahren Datenmaterial bei ihm sicherstellten. Bei der Auswertung stießen sie auf Videos, die den Missbrauch von Patientinnen zeigen. Der Kinderkrankenpfleger räumte alle Vorwürfe ein, er sitzt in Untersuchungshaft.

Taten auf Videos dokumentiert

Zum Verhängnis wurden dem Mann die Videos, die seine Verbrechen dokumentieren, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Hildesheim. Auf den Filmen sind die Taten festgehalten. Dabei sei sei der Mann fast immer nach demselben Schema vorgegangen: Wenn er nachts mit den Kindern und Jugendlichen alleine auf der Station war, betäubte er die Opfer mit einem Narkosemittel. Dann verging er sich an ihnen und ließ dabei die Videokamera laufen.

Weil der Mann den Opfern das Gesicht mit Tüchern abgedeckt hatte, war es nicht möglich, alle Betroffenen zu identifizieren. Auf der Station waren Kinder und Jugendliche im Alter von zehn bis 17 Jahren untergebracht.

Neben den Verbrechen in der Klinik wird dem Mann vorgeworfen, junge Frauen in mehreren Privatwohnungen vergewaltigt zu haben. Der Mann habe sich dabei wiederholt als Arzt ausgegeben, der den Frauen Blut abnehmen und dies für Ausbildungszwecke filmen wollte. Tatsächlich habe er den Opfern Narkosemittel verabreicht, sie dann missbraucht und die Taten gefilmt. Die Staatsanwaltschaft hat ein psychiatrisches Gutachten in Auftrag gegeben.

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