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29. September 2009, 15:20 Uhr

Burnout trifft auch Pfarrer

Sparmaßnahmen im Kirchenwesen führen dazu, dass immer weniger Pfarrer immer mehr Arbeit zu bewältigen haben - und das bei sinkendem Einkommen. Die veränderten Arbeitsbedingungen machen den Geistlichen das Leben schwer.

Pfarrer, Klagen über Arbeitsüberlastung

Kirche als Ort des Gebets, der Besinnung und der Vielbeschäftigung: Pfarrer klagen über zu viel Arbeit© Picture-Alliance

Die evangelischen Pfarrer in Deutschland klagen über Arbeitsüberlastung. "Viele arbeiten an der Grenze der Belastungsfähigkeit. Nicht wenige fühlen sich bereits ausgebrannt, suchen nach Auszeiten oder nehmen professionelle Hilfe in Anspruch", sagte der Vorstandsvorsitzende des Verbandes der Vereine evangelischer Pfarrerinnen und Pfarrer in Deutschland, Klaus Weber, laut Mitteilung am Dienstag auf der Mitgliederversammlung des Verbandes in Dessau-Roßlau. Der Stress sei auf die Kürzung von Pfarrerstellen und eine größere Aufgaben-Bandbreite zurückzuführen. Die Wochenarbeitszeit liege bei 55 bis 65 Stunden.

Zu viele Schafe für einen Hirten

"Wenn ich mit Pfarrerinnen und Pfarrern ins Gespräch komme, dann ist mehr von Problemen die Rede als von der Freude am schönsten Beruf, den es gibt", sagte Pfarrer Weber. In allen Landeskirchen wurden und werden ihm zufolge wegen der sinkenden Mitgliederzahlen Pfarrstellen abgebaut. "Einzelne zuvor selbstständige Pfarrstellen werden zu großflächigen Pfarreien zusammengeschlossen und müssen von einer Pfarrerin oder einem Pfarrer versorgt werden. Die täglichen Wege, die zu bewältigen sind, sind lang und zeitaufwendig, und die Gremien- und Verwaltungsarbeit nimmt dabei zu", sagte der Geistliche.

Sparmaßnahmen begünstigen Pfarrermangel

Die Arbeit sei "erdrückend und unüberschaubar" geworden - und zugleich sei das Einkommen gesunken. In einigen Kirchen würden nur noch mit 75 Prozent dotierte Stellen angeboten. Für die Zukunft befürchtet der Verband einen Mangel an Pfarrern, da sich immer weniger junge Menschen für ein Theologie-Studium entscheiden und bei den Pfarrern eine Ruhestandswelle bevorsteht. Derzeit bereiten sich laut Weber bundesweit 2180 Studenten auf den Pfarrerberuf vor. Mitte der 80er-jahre habe es hingegen 11.000 Theologie-Studenten gegeben.

DPA
 
 
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