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6. September 2009, 21:28 Uhr

Drei Kinder und eine Frau sterben bei Brand

Als die Feuerwehr eintraf, war es bereits zu spät: Ein Brand in einem Mehrfamilienhaus in Duisburg hat drei Kindern und einer Frau das Leben gekostet. Augenzeugen erheben schwere Vorwürfe gegen die Einsatzkräfte, die viel zu spät mit den Rettungsversuchen begonnen haben sollen.

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Das Feuer war aus noch unbekannten Gründen im ersten und zweiten Stock des Mehrfamilienhauses ausgebrochen© Federico Gambarini/DPA

Vier Tote bei Brand in Duisburger Mehrfamilienhaus: In dem Feuer kamen am Sonntagnachmittag drei Kinder und eine Frau ums Leben. Polizei und Feuerwehr waren zunächst von vier toten Kindern ausgegangen, korrigierten ihre Angaben dann aber am Abend. Die Brandursache war zunächst noch völlig unklar, die Ermittlungen wurden am Sonntagabend aufgenommen. Wie ein Polizeisprecher sagte, handelt es sich bei der toten Frau um die Tante der drei toten Kinder, die ersten Ermittlungen zufolge zwischen zwei und elf Jahre alt waren.

Der Vater der Kinder konnte sich mit einer von Passanten herbeigebrachten Leiter aus der brennenden Wohnung im ersten Obergeschoss retten, wie der Polizeisprecher entsprechende Augenzeugenberichte bestätigte. Die Mutter sei unterwegs gewesen. Die Eltern wurden vor Ort von einem Notfallseelsorger betreut. Bei dem Feuer wurden zudem laut Polizei zwei Erwachsene und ein Kind verletzt; sie erlitten Rauchgasvergiftungen. Über den genauen Gesundheitszustand und die Identität der Verletzten war laut Polizei am Abend noch nichts bekannt. Die Feuerwehr erklärte, bei den Verletzten handele es sich um zwei Bewohner des ersten Obergeschosses und einen aus dem Dachgeschoss. Ein Bewohner wurde den Angaben zufolge über eine Drehleiter aus dem viergeschossigen Haus in einer belebten Einkaufsstraße im Stadtteil Marxloh gerettet.

Vorwürfe gegen Feuerwehr

Ein Augenzeuge sagte, der Vater der drei toten Kinder habe sich auf einen Sims gerettet und sei dann über die von Passanten herbeigebrachte Leiter hinabgestiegen. Zunächst sei der Rettungsversuch an der zu kurzen Leiter gescheitert, berichtete der 32-Jährige. "Das ist der schwärzeste Tag meines Lebens." Die Passanten hätten dem Vater noch zugerufen, er solle seine Kinder zum Fenster bringen. Doch dieser habe von einer Beinverletzung berichtet und gerufen, ihm sei das nicht möglich.

Der Wohnungsbrand wurde der Feuerwehr um 16.02 Uhr gemeldet. Bei ihrem Eintreffen, vier Minuten nach dem Notruf, brannten die Räume im ersten Obergeschoss lichterloh, wie die Einsatzkräfte mitteilten. Der Brand war nach einer Stunde gelöscht. Die Feuerwehr war mit etwa 80 Einsatzkräften vor Ort. Die Augenzeugen bezweifelten die von der Feuerwehr angegebene Ankunftszeit allerdings am Sonntag: Die Feuerwehr habe 20 Minuten gebraucht, um zu kommen, sagte ein Anwohner. Nach der Ankunft habe die Feuerwehr dann noch "lange mit ihrem Wagen herum rangiert und in aller Ruhe die Leiter ausgefahren", kritisierte der 36-Jährige. "Ich wohne hier um die Ecke. Ein Kumpel hat an meine Tür geklopft und gesagt: Hol eine Leiter, da verbrennen Kinder", berichtete er.

Und noch ein Augenzeuge berichtete von einem späteren Eintreffen der Rettungskräfte: "Ich habe um 16:03 Uhr die Polizei angerufen. Da habe ich noch eines der Kinder am Fenster gesehen. Erst um 16:17 Uhr ist die Polizei gekommen. Die Feuerwehr kam noch später. Und dann haben sie erst mal den Mann aus dem oberen Stockwerk mit der Drehleiter herausgeholt, bevor sie hinein gegangen sind." Die Feuerwehr bezeichnete die Vorwürfe am Sonntagabend als "völlig haltlos".

AP
 
 
KOMMENTARE (10 von 10)
 
Fire (08.09.2009, 15:17 Uhr)
Traurig
Immer das Gleiche
Wenn ich nicht genau wüsste das dieses Verhalten menschlich für " Normale Bürger " ist die in solche Ausnahmesituationen geraten, würde ich als Feuerwehrmann daran zu grunde gehen. Es gibt garantiert nicht einen Feuerwehrmangehörigen der sich nach einem Alarm mit absicht noch zeit lässt oder gar noch schnell etwas anderes macht. Nein das Adrenalin schnellt in die höhe und man is auf 180 man versucht so schnell wie möglich da zu sein. Und wenn es dann doch ein paar Minuten länger dauert sind das dann andere Faktoren wie Verkehr oder die Leute die am Lautesten schreien die Feuerwehr war zu spät aber selber mit ihrem Auto eine Straße so blockieren das für ein Löschfahrzeug kein durchkommen ist.
jansued (07.09.2009, 21:58 Uhr)
Erschreckend
Ich weiß nicht, was erschreckender ist: Der Tod von so vielen Menschen oder das Verhalten der lieben Mitbürger, die erst die Feuerwehr blockieren, weil sie gaffen wollen, oder denen nachher einfällt, dass die Feuerwehr zu spät war und sie das alles viel besser gekonnt hätten.

Oder die Medien, die selbst die unqalifizierteste Äußerung im steten Suchen nach der Schlagzeile hinausposaunt und somit zum wachsenende Mißtrauen und Aggressivität gegenüber Polizei und Feuerwehr beiträgt.
M.M. (07.09.2009, 10:25 Uhr)
Duisburg
Es ist völlig unerheblich, woher die Opfer kamen.
neyzen (07.09.2009, 09:31 Uhr)
Das..
würde mich auch interesieren ob die Opfer Ausländer waren.
Aber das muss natürlich nicht gleich drauf deuten das hier Ausländerfeindlichkeit herscht und deswegen der Brand entstand. Das wars doch nicht oder?
Und wenn das so sei,wird das die Polizei doch herrausfinden oder?
PC-Gamer (07.09.2009, 07:35 Uhr)
Zeitgefühl
Es sollte jedem bewusst sein das einem die Wartezeit in so einem Fall immer ewig lang vorkommt und aus 5 Minuten werden gefühlte 30 min.

Vielleicht konnte die Feuerwehr oder sonstiger Rettungsdienst einfach nicht schneller anfahren, weil sie dank der Bordsteinkommandanten die sonst immer falsch parken (Feuerwehrzufahrten, Strassenecken, "Zweitereiheparker und zu weit in die Strassenmitte) und somit jegliche Durchfahrt für Rettungsfahrzeuge behindern nicht zum Unglücksort fahren konnten.

@Countryjoe
Bei einer Bergung kommt es nicht mehr auf Zeit an, da man von einer Bergung nur dann spricht wenn es darum geht etwas Materielles oder tote Personen/Tiere zu bergen.

Alles andere ist Retten.

Für diese Fall spielt das sowieso keine Rolle da die Zeiten protokolliert werden.

Allein schon solche Aussagen wie "in aller Ruhe die Leiter ausgefahren", die fährt nun mal nicht schneller nur weil der Bediener das gern möchte oder die "Zuschauer" denken das die Feuerwehr das in aller Ruhe macht.
Das sind alles Aussagen von Leuten die überhaupt gar keine Ahnung von der Materie haben.

Countryjoe (07.09.2009, 06:20 Uhr)
Bordsteinkommandanten
Mal wieder wissen die Bordsteinkommandanten mehr von der Rettung und Bergung von Personen als dsie Feuerwehr. Diese kann sicher bald nur noch mit Polizeischutz ausrücken.
Millhouse73 (07.09.2009, 06:16 Uhr)
@TheFreeman:
Voreingenommenheit?
In keinster Weise-es duerfte bloss Deutschlandweit bekannt sein, das dieser Stadtteil, also Duisburg-Marxsloh, zu 95% von Immigranten, sprich Tuerken etcetc bewohnt wird. Da liegt diese Vermutung automatisch nahe und hat in keinster Weise irgendetwas mit Rassismus, Vorurteilen etc zu tun sondern es handelt sich lediglich um Tatsachen.
TheFreeman (07.09.2009, 06:09 Uhr)
Warum Migrationshintergrund
Ich sehe in diesem Artikel keine Angabe, dass es sich bei den Betroffenen um Personen mit Migrationshintergrund handelt. Ist da vielleicht eine gewisse Voreingenommenheit des einen oder anderen Lesers vorhanden?
Millhouse73 (07.09.2009, 04:28 Uhr)
Ist
Erdogan schon unterwegs, weil man wieder irgendwelche Hakenkreutze entdeckt hat?
Oder wars doch nur wieder ein Fall von ueblichem Stromklau?
ftomm (06.09.2009, 23:25 Uhr)
Warum brennen so viele Wohnungen
Warum brennen so viele Wohnungen von Menschen mit Migrationshintergrund? Hat sich darüber schon einmal eine Institution oder Behörde Gedanken gemacht?
 
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