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Jugendliche töten Biber mit Böllern

Silvester-Böller können für die Tierwelt verheerend sein: In Brandenburg haben einige Jugendliche Knallkörper in einen Kanal geworfen, in dem auch Biber leben. Die Druckwelle zerstörte das Trommelfell eines der Tiere - es verendete qualvoll.

  Tod durch Böller: Das Biber-Weibchen bekam einen Schock und ertrank. Außerdem wurden die Trommelfelle des Jungtiers zerstört.

Tod durch Böller: Das Biber-Weibchen bekam einen Schock und ertrank. Außerdem wurden die Trommelfelle des Jungtiers zerstört.

Die Sprengkraft von Böllern ist nicht zu unterschätzen - nicht nur wenn es sich um die illegalen Silvester-Knaller aus Polen handelt. Offenbar ist im brandenburgischen Königs Wusterhausen nun ein noch junger Biber an den Folgen einer Unterwasserdetonation gestorben. Wie eine Frau der "Bild-Zeitung" berichtet, wollte sie mit ihrem zehn Monate alten Sohn am Schlossgraben Enten füttern. "Doch da saßen rund zehn Jugendliche am Ufer. Aus der Gruppe flog ein Böller Richtung Enten",  erzählt die 35-Jährige.

Als die Frau am Ufer weiterging, stieß sie kurz darauf auf einen verendeten Biber. Besonders tragisch: Das tote Weibchen war erst sechs Monate alt - und ist offenbar an den Folgen der durch Böller verursachten Unterwasser-Druckwelle gestorben. Die Mutter kontaktiere daraufhin ihren Ehemann, einen Jäger, welcher den Naturschutzbund Nabu über den Fall informierte. Eine Obduktion des Tieres am Berliner Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung ergab, dass das Trommelfell des Nagetiers rechts völlig zerstört war. Im Magen und in der Lunge des Tieres wurde zudem eine große Menge Wasser gefunden.

Laut Obduktionsbericht der zuständigen Tier-Pathologin sei die Todesursache Ertrinken. "Die Silvesterböller sind als hochwahrscheinliche Ursache der zerstörten Trommelfelle anzunehmen", heißt es dort. Leber, Gehirn und Schleimhaut des Tieres sollen Schock-Symptome aufweisen. Biber stehen europaweit unter Artenschutz. Das Töten der bedrohten Nagetiere kann ein Bußgeld von bis zu 65.000 Euro nach sich ziehen. Nabu-Sprecherin Carmen Baden sagte der "Bild": "Dieser Fall soll zum Nachdenken anregen, welche tragische Wirkung ein 'lustiges Böllerwerfen' haben kann - nicht nur auf Haustiere.“ Die Umweltschützer wollen nun Anzeige gegen Unbekannt erstatten.

amt
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