Zur mobilen Ansicht
Wechseln Sie für eine bessere Darstellung
auf die mobile Ansicht
Weiterlesen Mobile Ansicht
Startseite

Seine Freunde kann man sich nicht aussuchen

Shahak Shapira hat es gerade nicht einfach. Zuerst wird er von Antisemiten angegriffen, dann wollen Pegida und KenFM seine Freunde sein. Er wehrt sich auf seine Art.

Von Sophie Albers Ben Chamo

  Shahak Shapira hat keine Lust auf Erwartungshaltungen

Shahak Shapira hat keine Lust auf Erwartungshaltungen

Shahak Shapira ist gerade berühmt. Nachdem bekannt wurde, dass der 26-jährige Israeli, der seit zwölf Jahren in Deutschland lebt, von sieben wahrscheinlich arabischen jungen Männern in der Berliner U-Bahn verprügelt wurde (stern berichtete), will jeder mit ihm sprechen. Vor allem auch weil Shapira Dinge sagt, die man in dieser Situation nicht erwartet.

"Ich will nicht euer Kanal für noch mehr rassistischen Mist gegen Araber sein", sagte Shapira und stellte von Anfang an klar, dass für ihn Rassismus keine Frage der Herkunft sei, sondern des Charakters. Offensiv griff er ein in die mediale Darstellung, was manchmal besser und manchmal schlechter gelang. Dabei verging ihm allerdings nie das Lachen: "Endlich berichtet die Bild über etwas Sinnvolles: meinen Penis". Am Donnerstag war dann aber doch fast Schluss mit lustig. Da fand er seine Geschichte auf der Facebook-Seite von Pegida wieder.

Er machte einen Screenshot und schrieb sofort außerordentlich deutlich, was er davon hielt: "Boah. Ihr stinkt. Fuck off PEGIDA". Außerdem tat er seine Meinung in den Kommentaren kund, und sieh da, kurz darauf war das Posting auf der Pegida-Facebook-Seite verschwunden. "Genau solche Leute und ihr Rassismus sind der Grund, warum so ein Angriff passiert", sagt Shapira im Gespräch mit dem stern. Solchen Menschen wolle er kein Ventil bieten. "Hätten sie gelesen, was ich gesagt habe, hätten sie es nicht gepostet. Deutsch lesen können sie also auch nicht", frotzelt er.

Gleichzeitig erhält er über Twitter Lob vom umstrittenen Populisten KenFM: "Guter Mann! Shahak Shapira". "Und dann auch noch der Typ. Jetzt fehlt nur noch eine Einladung zu so einer bekloppten Montagsdemo", postet Shapira schnell dazu.

Seine Freunde kann sich Shapira gerade nicht aussuchen. Aber er hält dagegen - unterstützt von Mitstreitern (die er sich ausgesucht hat) Freunden in den sozialen Netzwerken. Einen Gastbeitrag für eine Zeitung habe er gerade abgesagt, sagt Shapira. Weil ihm deren Berichterstattung über seinen Fall zu reißerisch war: "Wie 'heftig.de' war das! Das ist das Gegenteil von dem, was ich will."

Weitere Themen

täglich & kostenlos
Täglich & kostenlos

Stern Logo Das könnte Sie auch interessieren

Partner-Tools