Dutzende Hunde drängen sich dicht aneinander. Ihr Fell ist schmutzig, das Haus, in dem sie leben, verwahrlost und verdreckt. Ein Hund hat sich in einen alten Ofen gelegt.
Die britische Tierschutzorganisation RSPCA veröffentlichte dieses Foto auf Facebook, das so schockierend wirkte, dass einige es für KI-generiert hielten. Britische Medien wie der „Guardian“ und die BBC berichteten darüber.
Anfang des Jahres habe die RSPCA mehr als 250 Pudel-Mischlinge auf einem Grundstück in England entdeckt. „Die Anzahl der Hunde und ihre Lebensbedingungen gerieten wegen schwieriger familiärer Umstände außer Kontrolle“, erklärten die Tierschützer. Die RSPCA habe 87 Hunde aufgenommen – die übrigen ein anderer Tierschutzverein.
Tierschützer in Großbritannien: Erleben oft solche Fälle
Das Radcliffe Animal Centre in Nottingham, das einige Hunde aufnahm, berichtete von stark verfilztem Fell und wunden Hautstellen. „Manche waren so verängstigt, dass wir sie auf die Wiese tragen mussten“, hieß es in einem Social-Media-Beitrag.
Die Eigentümer gelten offenbar als „besonders schutzbedürftig“, weshalb die RSPCA keine Strafanzeige erstattete, berichtete der „Guardian“.
Am 2. April veröffentlichte die RSPCA ein Foto der Rettung auf Facebook. „Das erleben wir viel zu oft: Allein im vergangenen Jahr rückten wir zu über 75 Vorfällen aus, bei denen jeweils 100 oder mehr Tiere betroffen waren“, schrieben sie.
Viele Nutzer zeigten Mitgefühl für die Tiere und den Halter. Einige warfen der RSPCA jedoch vor, das Foto sei KI-generiert. Die Organisation wies dies zurück und veröffentlichte weitere Fotos, um die Echtheit zu belegen. Der stern überprüfte die Bilder und kommt zum Ergebnis, dass sie sehr wahrscheinlich echt sind. Darauf deuten etwa Details im Hintergrund der Bilder, die identisch sind.
Verwahrloste Hunde: „Dieses Foto ist keine KI – es ist echt.“
Jo Hirst, Leiterin der RSPCA, sagte: „Dieses schockierende Bild spiegelt die Realität vieler Fälle mit mehreren Tieren wider und die Situation, mit der unsere Einsatzkräfte offenbar immer häufiger konfrontiert sind – denn die Zahl der Meldungen über Fälle mit 10, 20 oder sogar 100 Tieren nimmt zu.“
Man verstehe, dass Menschen so entsetzt sind, dass sie nicht glauben können, was sie sehen. „Aber dieses Foto ist keine KI – es ist echt. Das ist die erschütternde Realität dessen, was passieren kann, wenn selbst wohlmeinende Besitzer überfordert sind – es kann zu einer übermäßigen Vermehrung kommen, und die Zustände können außer Kontrolle geraten.“ Gründe seien oft psychische oder finanzielle Probleme der Halter.
Im vergangenen Jahr sei die RSPCA zu 4200 Einsätzen in England und Wales gerufen worden, bei denen an ein und derselben Adresse mindestens zehn Tiere betroffen gewesen seien. Die Zahl der Tiere in ihrer Obhut habe den höchsten Stand seit sechs Jahren. Fast die Hälfte davon befinde sich in Notunterkünften.
Die nun geretteten Hunde warten auf neue Besitzer, teilte die RSPCA mit. Unter ihnen sind auch Sandy und Stevie. Stevie sei blind und taub und müsse zusammen mit dem anderen Hund, der ihr zum Blindenführer geworden sei, vermittelt werden.
Quellen: RSPCA, BBC, „Guardian“, „The Independent“