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23. Mai 2011, 14:18 Uhr

Bahn rechnet mit ganztägigen Einschränkungen

Was chaotische Zustände im Nahverkehr angeht, sollten die Berliner langsam abgehärtet sein: Nach einem Kabelbrand am Ostkreuz geht auf den Schienen der Bundeshauptstadt so gut wie nichts mehr. Die Bahn kann noch nicht mal einen Ersatzverkehr anbieten.

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Kabelbrand am Berliner Ostkreuz - und die Stadt liegt lahm© Britta Pedersen/DPA

Ein Brand an einem wichtigen Kabelknoten der Bahn hat den regionalen Zugverkehr rund um Berlin am Montag großflächig lahmgelegt. Zudem waren Buchungen im Internet vorerst nicht mehr möglich, wie der bundeseigene Konzern mitteilte. In der Hauptstadt und dem brandenburgischen Umland warteten zehntausende Pendler am Morgen im Berufsverkehr vergeblich auf S-Bahnen und Regionalzüge. Die Einschränkungen sollten den ganzen Tag andauern, betroffen waren auch Fernzüge. Experten der Polizei nahmen Ermittlungen auf. Brandstiftung wurde nicht ausgeschlossen.

Der Kabelschaden, der gegen 3.00 Uhr in der Nähe des wichtigen Umsteigepunkts Ostkreuz entdeckt worden war, hatte massive Folgen. Signalanlagen, der Fahrstrom, Lautsprecher und Fahrplananzeiger wurden außer Gefecht gesetzt. Dadurch wurde der Betrieb vor allem in Richtung Osten erheblich behindert. Es seien zu viele Linien betroffen, um Ersatzverkehr anbieten zu können, hieß es bei der Bahn. Der Ausfall hatte auch Verspätungen im Fernverkehr zur Folge, zahlreiche Züge hielten nicht am Berliner Ostbahnhof. Auf den Internetseiten der Deutschen Bahn waren zeitweise keine Ticketbuchungen und Reservierungen möglich.

Anschlag mit politischem Hintergrund?

Nach Angaben der Bundespolizei waren Kabelstränge, die in einer Brückenkonstruktion über eine Straße geführt werden, in Brand geraten. Dadurch wurde ein zentraler Kommunikationsknoten der IT-Sparte DB Systel erheblich beschädigt, erläuterte die Bahn.

Die Ursache des Feuers war zunächst unklar - auch, ob es sich möglicherweise um einen Anschlag mit politischem Hintergrund gehandelt hat. "Nach jetzigen Ermittlungen kann das nicht ausgeschlossen werden", sagte Polizeipräsident Dieter Glietsch im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses. "Es wird in jede Richtung ermittelt." Das Landeskriminalamt mit seinen Brandexperten hat die Ermittlungen übernommen. Anfang November hatte es einen ähnlichen Kabelbrand gegeben. Damals hatte sich eine autonome Gruppe zu einem Brandanschlag bekannt.

Weitere Einschränkungen durch Lokführerstreik

Behinderungen im regionalen Schienenverkehr gab es gleichzeitig durch einen Streik der Lokführergewerkschaft GDL bei der Ostdeutschen Eisenbahn (Odeg). Es fielen Züge auf mehreren Regionalstrecken in Brandenburg aus.

S-Bahn-Fahrgäste in der Hauptstadtregion müssen seit zwei Jahren immer wieder Einschränkungen hinnehmen. Wegen massiver technischer Probleme kann die Bahntochter nur einen Teil der Fahrzeugflotte einsetzen.

be/DPA
 
 
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