Katholische Kirche Vatikan erlaubt Segnung Schwuler und Lesben – mit einer Einschränkung

Lesbisches Ampelfrauen-Pärchen in Wien. Der Vatikan hat nun grünes Licht für die Segnung homosexueller Paare gegeben.
Lesbisches Ampelfrauen-Pärchen in Wien. Der Vatikan hat nun grünes Licht für die Segnung homosexueller Paare gegeben.
© Andreas Stroh / Imago Images
Wende in der katholischen Kirche: Der Vatikan erlaubt ab sofort die Segnung homosexueller Paare durch Geistliche. Auch der Papst ist einverstanden.

Der Vatikan erlaubt ab sofort die Segnung homosexueller Paare durch katholische Geistliche. Das geht aus einer Grundsatzerklärung hervor, die die Glaubensbehörde am Montag veröffentlich hat. Zunächst hatte die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtet.

In dem verbindlichen Dokument wird jedoch betont, dass durch die Segnung eine Verwechslung mit einer Eheschließung ausgeschlossen werden müsse. Der Segen dürfe zudem nicht im Rahmen eines Gottesdienstes erteilt werden. Die Erklärung sei von Papst Franziskus ausdrücklich genehmigt worden, hieß es.

Darin ist nach offizieller deutscher Übersetzung von der "Möglichkeit der Segnung von Paaren in irregulären Situationen und von gleichgeschlechtlichen Paaren" die Rede. Weiter heißt es darin, dass eine Segnung unter bestimmten Bedingungen "allen gespendet werden kann, ohne etwas zu verlangen". Solche Segnungen seien "an alle gerichtet, niemand darf ausgeschlossen werden".

Ausdrücklich betont wird aber auch, dass ein solcher Segen von den kirchlichen Autoritäten nicht rituell festgelegt werden dürfe, "um keine Verwechslung mit dem dem Ehesakrament eigenen Segen hervorzurufen". In der Erklärung wird auch bekräftigt, dass sexuelle Beziehungen nur innerhalb der Ehe zwischen Mann und Frau als erlaubt gelten.

In Deutschland werden Segensfeiern für homosexuelle Paare in vielen Gemeinden heute schon praktiziert, finden aber in einer kirchenrechtlichen Grauzone statt. Der Vatikan hatte 2021 noch klargestellt, dass es "nicht erlaubt" sei, homosexuelle Partnerschaften zu segnen, da solche Verbindungen "nicht als objektiv auf die geoffenbarten Pläne Gottes hingeordnet anerkannt werden" könnten.

Hinweis der Redaktion: Dieser Artikel wurde nach seiner Erstveröffentlichung aktualisiert.

 

 

wue / mit DPA-Material

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