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23. Mai 2009, 13:43 Uhr

Zufallsmillionäre auf der Flucht

Ein Paar hatte einen Kredit über 100.000 Neuseeländische Dollar beantragt. Die Bank überwies 100 Mal so viel. Anstatt ihre Tankstelle auszubauen, ist das Paar nun auf der Flucht.

Neuseeland, Flucht, Bank

Zurückgelassen: Die Tankstelle des Paares ist geschlossen© Alan Gibson/AP/New Zealand Herald

Drei falsche Nullen haben ein Pärchen in Neuseeland unverhofft zu Millionären gemacht. Die Westpac Bank hat dem Paar 100 Mal mehr Geld überwiesen, als für einen Kredit beantragt worden war - 10 Millionen Neuseeländische Dollar (4,4 Millionen Euro) anstatt 100.000 Dollar, etwa 4400 Euro.

Kara Hurring und ihr Freund betreiben in Rotorua auf Neuseelands Nordinsel eine Autowerkstatt mit Tankstelle. Nach der fälschlichen Überweisung packten die beiden ihre Sachen und verschwanden - mit Karas siebenjähriger Tochter im Schlepptau. Die Bank konnte nach eigenen Angaben noch vereiteln, dass die gesamte Summe ins Ausland überwiesen wurde. Ihr fehlten allerdings am Freitag noch 3,9 Millionen Dollar.

Das Kreditinstitut habe alle rechtlichen Hebel in Bewegung gesetzt, um auch den Rest der gestohlenen Summe zurückzubekommen. Für den Überweisungsfehler war ein Mitarbeiter verantwortlich. Die Bank pfändete inzwischen die mit einer Hypothek belastete Autowerkstatt und Tankstelle, die dem Mann zum Teil gehört. Interpol fahndet international nach dem Paar.

Das Paar soll sich in Hongkong oder Peking aufhalten, berichtet die neuseeländische Presse nach Hinweisen der Ermittler. Die Mutter der flüchtigen Kara appellierte an die beiden, zurückzukehren. Ihre Tochter habe einmal angerufen. "Aber ich habe aufgelegt, weil ich wusste, was sie getan hatte", sagte Suzanne Hurring im Fernsehen. "Sie ist so eine ehrliche Haut", fügte sie hinzu. Der Mann soll Leo Gao heißen. Zwar nennt die Polizei nicht seinen Namen, die Mutter von Gaos Freundin outete ihn jedoch im neuseeländischen Sender TV3. Gao sei ihrer Meinung nach "okay", aber jetzt könne er ihr gestohlen bleiben, sie würde ihn am liebsten am Kragen packen, empörte sich die Mutter.

Neuseeländische Medien berichteten groß über den Fall. Unter anderem wird im Internet auch moralisch diskutiert: "Was würden Sie machen, wenn sich Ihre Bank mit den Nullen vertut?"

DPA
 
 
KOMMENTARE (8 von 8)
 
soylentyellow (25.05.2009, 12:37 Uhr)
This article has oficially been pimped!
http://www.bildblog.de/8177/die-geschichte-mit-den-falschen-nullen/
107Summer (24.05.2009, 15:11 Uhr)
Viel Glück!
hoffentlich werden sie nicht erwischt.
chb74 (24.05.2009, 13:47 Uhr)
Logikfehler
Leider liest man solche sinnentstellenden Fehler in Zeitungen und Zeitschriften ziemlich häufig - ein Ausdruck der vielen Sparrunden, weil nicht die Besten oder schlicht zu wenige übrig bleiben, die noch korrekturlesen können? Peinlich finde ich es allemal, denn der Informationswert des Artikels reduziert sich jetzt auf "Tankstellenbesitzer bekam von der Bank zuviel überwiesen und ist damit abgehauen". Gähn...in China fiel gerade ein Sack Reis um, das ist ungefähr genauso spannend, wenn man diese verwertbare Essenz der Meldung betrachtet...
Liebe Redakteure: bitte weniger, dafür fehlerfrei recherchierte und geschriebene Meldungen - vielen Dank!
hobro (24.05.2009, 07:18 Uhr)
Zahlen - Klarstellung
Hier die richtigen Zahlen:
Das Paar hat einen Kredit von 10.000 NZD beantragt. Das entspricht 4.400 EUR. Überwiesem wurden dem Paar 10.000.000 NZD. Das ist das 1.000-fache. Abheben konnte das Paar 6.700.000 NZD.
Nachzulesen das Ganze beim New Zealand Herald ;-)
hobro (Auckland, NZ)
znew (23.05.2009, 20:33 Uhr)
go, go, go!
Es wird ja nichts nützen, aber ich hoffe doch sehr, daß die drei nicht erwischt werden. Außerdem kosten die Fahndungsmaßnahmen des Staates eh' weit mehr. Ach, wenn Banken doch immer so moralisch wären, wie sie es von den Kunden erwarten...
picus (23.05.2009, 20:31 Uhr)
Schreiberlinge sind so
Die Schreiberlinge sind fast alle schwach im Rechnen - die meisten, die in der Schule gut in Deutsch waren, waren schlecht in Mathe und umgekehrt -
war's bei Euch auch so?
Kejo111 (23.05.2009, 18:56 Uhr)
PISA lässt grüßen!
Drei Nullen macht 100x soviel? Einfach nur peinlich für die STERN-Schreiber ...
ohallard (23.05.2009, 18:22 Uhr)
...
Okay... mal nachrechnen:
10 Mio. $ = 4,4 Mio. €
100.000 $ = 4400 €
In der Einleitung steht 10x soviel überwiesen, im Text 100x soviel überwiesen...
Kann es sein, dass der Autor des Artikels auch die Überweisungen vorgenommen hat? Oder ist das neuseeländische Finanzsystem wirklich so komplex, dass solcherlei Flüchtigkeitsfehler leicht passieren?
Aber ich glaube dennoch verstanden zu haben, was dort passiert ist...
mfg
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