Unter der Bezeichnung G8 werden die größten Industrienationen der Welt zusammengefasst. Fast zwei Drittel des Welt-Bruttonationaleinkommens werden von den Mitgliedsstaaten erwirtschaftet. Zu den G8-Ländern gehören Deutschland, die Vereinigten Staaten, Japan, das Vereinigte Königreich, Kanada, Frankreich, Italien und Russland. Vorgänger der G8 war die Gruppe der sechs, zu der die heutigen Mitgliedsländer Kanada und Russland noch nicht zählten. 1975 trafen sich die Staats- und Regierungschefs der sechs Industrienationen zum ersten Mal, um über die Entwicklungen der Weltwirtschaft zu diskutieren. Seitdem finden die Gespräche jährlich auf dem G8-Gipfel statt. Neben den Regierungschefs kommen hier auch die Außen-, Finanz- und Umweltminister zusammen.
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Früher prägten Massenproteste und Auseinandersetzungen mit der Polizei die Gipfeltreffen der G8. In diesem Jahr ist nichts davon zu merken. Schläft der Widerstand?
Atomkraft - auch bei den G8 das beherrschende Thema. Es dürfte kontroverse Diskussionen geben. Während Kanzlerin Angela Merkel Druck macht und weltweit "nukleare Stresstests" fordert, fährt der Gastgeber einen entspannteren Atom-Kurs.
Mehr als vier Jahre hat es gedauert. Nun hat der Europäische Gerichtshof entschieden: In Deutschland dürfen Demonstranten nicht mal eben so vorsorglich eingesperrt werden. Ein später Sieg für zwei G8-Kritiker von Heiligendamm.
Wenn sich die Mächtigen ab heute in Deauville zum G8-Gipfel treffen, wird es vor allem um die Umwälzungen in der arabischen Welt gehen. Die reichsten Staaten sind in der Pflicht. Das wird nicht billig.
Wohin steuert die arabische Welt nach den massiven Aufständen der vergangenen Monate? Die Gruppe der Acht will die Entwicklungen in Richtung Demokratie leiten und sagt 20 Milliarden Dollar Hilfe zu. Thema war auch der Bürgerkrieg in Libyen - der Lufteinsatz soll weitergehen, gleichzeitig soll aber auch vermittelt werden.
Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy hat die Einrichtung eines UN-Fonds vorgeschlagen, um den Antidrogen-Kampf der am schwersten betroffenen Länder zu unterstützen.
Die führenden Industriestaaten ändern ihre Entwicklungshilfe-Strategie: Künftig soll vor allem auf nachhaltigere Hilfe zur Selbsthilfe gesetzt werden, statt direkt Lebensmittel zu liefern. Die G8-Staaten wollen dafür 20 Milliarden Dollar in den kommenden drei Jahren bereitstellen - immer noch zu wenig, wie Hilfsorganisationen bemängeln.
Mit einem ersten gemeinsamen Beschluss zum Klimaschutz haben die großen Industriestaaten beim G8-Gipfel im italienischen L'Aquila ein Ausrufezeichen gesetzt. Worum es sonst noch ging am ersten Tag beim Treffen von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit ihren Kollegen: ein Überblick.
Der G8-Gipfel ist die umstrittenste Kaminrunde der Welt: Teuer, aufwändig, elitär. Ist das Spitzentreffen noch sinnvoll und zeitgemäß? Brauchen wir die Gipfel noch? Ja, schreibt Niels Kruse - und zwar als Forum gleichgesinnter, demokratischer Staaten. Manuela Pfohl hält dagegen. Sie schreibt: Integriert die Schwellenländer!
Anfang April erschütterte ein Erdbeben das italienische L'Aquila. Nun fliegen dort die Mächtigen dieser Welt zum G8-Gipfel ein. Fluch oder Segen? Was haben die Menschen vor Ort von der Polit-Show mit Zeremonienmeister Silvio Berlusconi? Der Bürgermeister L'Aquilas jedenfalls schimpft - und bleibt deshalb schon mal außen vor. Ein Besuch in einer geschundenen Region.
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