8. Februar 2013, 09:58 Uhr

Co-Pilot soll allein im Cockpit geschlafen haben

Der Co-Pilot einer Boeing soll im Cockpit eingeschlafen sein. Die Maschine der niederländischen Transavia Airlines war minutenlang führerlos, so die Vereinigung Cockpit. Sein Partner war auf dem Klo.

passagierflugzeug, co-pilot, eingeschlafen, boeing 737-800, kreta, niederlanden

Hand am Hebel - ein Pilot im Cockpit einer Boeing 737-800.©

Am Steuer eines Passagierflugzeugs soll der Pilot nach Angaben der Vereinigung Cockpit mehrere Minuten lang fest geschlafen haben. Der Co-Pilot sei bei dem Flug im vergangenen September alleine im Cockpit gewesen, weil sein Partner zur Toilette gegangen sei, teilte die Gewerkschaft am Freitagmorgen in Frankfurt mit. Als sich dieser nach der kurzen Pause zurück ans Steuer habe setzen wollen, sei ihm die Tür zum Cockpit durch den Co-Piloten nicht geöffnet worden.

Anrufe über das Bordtelefon seien erfolglos geblieben, erst gemeinsam mit der Kabinenbesatzung habe sich die Tür öffnen lassen. "Das Flugzeug war in der Zwischenzeit minutenlang führerlos", sagte Cockpit-Sprecher Jörg Handwerg. Die Maschine wurde über einen Autopiloten gesteuert und befand sich auf dem Flug von Ägypten nach Amsterdam.

Wie die Flugsicherheits-Webseite Aviation Herald meldet, handelt es sich bei dem Flugzeug um eine Boeing 737-800 der niederländischen Transavia Airlines, ein Tochterunternehmen von Air France/KLM.

Gefährdung für die Flugsicherheit

Nach Angaben der Pilotenvereinigung wird der Zwischenfall, der sich in der Nähe der griechischen Urlaubsinsel Kreta ereignet haben soll, durch die niederländische Behörde für Flugunfalluntersuchung als schwere Störung eingestuft.

"Eingeschlafene Piloten bedeuten eine Gefährdung für die Flugsicherheit", sagte Handwerg. "Flugdienstzeiten müssen grundsätzlich so sein, dass Piloten ohne gefährliche Übermüdung arbeiten können. Das sind sie zur Zeit leider nicht."

ins/DPA
 
 
MEHR ZUM ARTIKEL
50 Millionen Euro eingespart Ryanair soll beim Gewicht geschummelt haben

Die irische Billigfluglinie Ryanair soll laut Medienberichten ihre Jets auf dem Papier leichter gemacht und dadurch möglicherweise Gebühren in Millionenhöhe umgangen haben.

Beinahe-Katastrophe eines Airbus Germanwings-Piloten hatten Todesangst

Dramatische Minuten vor der Landung eines Airbus in Köln: Ein Untersuchungsbericht belegt, wie durch giftige Gase im Cockpit 149 Menschen nur knapp einer Katastrophe entgangen sind.

Ryanair-Zwischenfall in Memmingen Riskantes Manöver führte fast zu Absturz

Im September kommt es auf dem Flughafen Memmingen fast zur Katastrophe. Ein Untersuchungsbericht offenbart: Die Ryanair-Piloten steuerten eine Piste mit Rückenwind an - um verlorene Zeit aufzuholen.

 
Jetzt stern unverbindlich testen

10 x stern + 30% Preisvorteil + kostenloses stern eMagazine + gratis Dankeschön. Jetzt sichern.

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (15/2013)
Schampus für alle!