Deutsche Medien wollen Unterlagen nicht herausgeben

5. April 2013, 15:04 Uhr

Gerne würden die deutschen Steuerbehörden einen Blick in die "Offshore Leaks"-Unterlagen werfen. Doch NDR und "Süddeutsche Zeitung" winken ab: Das Redaktionsgeheimnis werde nicht gebrochen.

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Striktes Nein zur Weitergabe der "Offshore-Leaks"-Unterlagen: NDR und "Süddeutsche Zeitung" bestehen auf Redaktionsgeheimnis©

Die deutschen Steuerbehörden können sich keine Hoffnungen machen, von deutschen Medien die Unterlagen zur weltweiten Steuerhinterziehung zu erhalten. Die "Süddeutsche Zeitung" und der Norddeutsche Rundfunk lehnten am Freitag auf AFP-Nachfrage die Bitte des Bundesfinanzministeriums ab, die betreffenden Unterlagen herauszugeben.

"Das Redaktionsgeheimnis ist die Grundlage für solche Recherchen", sagte der Innenpolitik-Chef der "Süddeutschen Zeitung", Heribert Prantl, der Nachrichtenagentur AFP in Berlin. Die zuständigen Behörden hätten genügend eigene Möglichkeiten zur Ermittlung von Steuersündern. Auch ein Sprecher des Norddeutschen Rundfunks sagte, es würden grundsätzlich keine Rechercheergebnisse weitergegeben. Zudem befänden sich die Daten in der Obhut des Internationalen Netzwerks für Investigativen Journalismus (ICIJ) in den USA, dem die Daten anonym zugespielt worden waren.

130.000 mutmaßliche Steuersünder enttarnt

Zuvor hatte der Sprecher des Bundesfinanzministeriums, Martin Kotthaus, die Medien zur Weitergabe der Unterlagen aufgefordert. Es sei gut, dass solche Informationen veröffentlicht werden. Es komme aber darauf an, dass entsprechende Konsequenzen gezogen würden. Deshalb rufe der dazu auf, die Unterlagen an die zuständigen Behörden zu übermitteln.

Die "Süddeutsche Zeitung", der NDR und ausländische Medien wie der britische "Guardian", die französische "Le Monde" und die "Washington Post" aus den USA hatten am Donnerstag über einen riesigen Datensatz berichtet, der 130.000 mutmaßliche Steuersünder aus mehr als 170 Ländern enttarnt. Sie sollen geheime Geschäfte mit Offshore-Firmen in einschlägigen Steueroasen gemacht haben. Unter ihnen sollen auch hunderte Deutsche sein, darunter der verstorbene Industriellenerbe Gunter Sachs.

jwi/AFP
 
 
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