Auf die staatlichen Zulagen für ihre spätere Altersvorsorge brauchen auch Ältere nicht verzichten. Die Riester-Rente lohnt sich selbst in der zweiten Lebenshälfte - mit dem Banksparen. Hier erklären wir, wie es funktioniert.

Ab der Lebensmitte empfohlen: Der Riester-Banksparplan
Kein Riester-Angebot ist leichter durchschaubar und kostengünstiger zu haben als ein Banksparplan. Denn zum einen verlangen die Anbieter keine Abschlussgebühren, außerdem fallen bei vielen Verträgen gar keine oder nur sehr geringe Verwaltungsgebühren an. Viele Anbieter gewähren außerdem einen Treue-Bonus, andere wiederum einen Schlussbonus am Ende der Laufzeit. Banksparen ist deshalb die beste Variante für alle Einsteiger, die Mitte 40 und älter sind. Deren Sparzeit bis zur Rente ist zu kurz, um die Kosten von Fonds oder Versicherungen durch eine höhere Wertentwicklung auszugleichen.
Eigene Beiträge und staatliche Zulagen werden auf ein Sparkonto eingezahlt. Dafür gibt es Zinsen, Zinseszinsen und teilweise auch noch Boni. Die Höhe der Zinsen richtet sich bei allen Anbietern nach einer festgelegten Vergleichsgröße, die sich mehr oder weniger eng nach der Entwicklung des allgemeinen Zinsniveaus richtet. Vereinfacht gilt also: Je höher der als Referenz herangezogene Marktzins, desto höher die Gutschriften der Riester-Banksparpläne - und umgekehrt.
Besonders gut nachvollziehbar ist die Zinsberechnung bei Anbietern, deren Referenz für das Riester-Konto die sogenannte Umlaufrendite ist. Ausgedrückt wird damit das Zinsniveau aller inländischen festverzinslichen Wertpapiere - also etwa Staatsanleihen. Die Umlaufrendite wird werktäglich unter anderem im Wirtschaftsteil von Zeitungen veröffentlicht. Allerdings ist sie angesichts der aktuellen Wirtschaftskrise extrem niedrig. In der zweiten Jahreshälfte 2011 fiel sie auf deutlich unter 2,0 Prozent. Dabei erhalten Riester-Banksparer den Wert der Umlaufrendite nicht einmal komplett, sondern mit Abschlag.
Für ein gutes Angebot ist also entscheidend, welcher Vergleichszins dahinter steckt - und wie viel Abschlag der Anbieter selbst einstreicht.
Allzuviel Verzinsung dürfen Riester-Sparer von ihrem Banksparplan zwar nicht erwarten. Doch die Niedrigzinszeiten können sich auch wieder ändern. Und ins Minus geraten kann das Riester-Konto nie.
Außerdem gehen die Sparbeiträge bei der Riester-Bankrente nahezu ohne Abzüge aufs Konto. Denn anders als bei den meisten Fonds und Versicherungen fließt vom Sparbeitrag keinerlei Provision ab. Auch die jährlichen Verwaltungskosten sind extrem niedrig. Sie rangieren meist zwischen 10 und 15 Euro. Bei Sparkassen gibt es Riester-Banksparen sogar gebührenfrei. So lassen sich schon nach wenigen Jahren Gesamtrenditen an die fünf Prozent jährlich einfahren. Nicht weniger, als die meisten Versicherungen nach Abzug der Kosten erst nach vielen Jahren bringen.
Wie bei der Fonds-Variante empfiehlt sich beim Riester-Banksparen wegen des positiven Zinseszinseffektes, die Sparraten monatlich einzuzahlen. Und wie bei den Fonds ist auch beim Banksparen ab dem 85. Lebensjahr eine Umwandlung des Restkapitals in eine lebenslange Rente vorgeschrieben. Stirbt der Kunde vorher, gehört das Restguthaben des Kontos (fallweise abzüglich staatlicher Förderung) seinen Erben. Stirbt er nach der Umwandlung in eine Rentenversicherung, haben die Erben aber keinen Anspruch mehr.