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28. Juli 2010, 11:18 Uhr

EU-Bürgern droht Konto-Chaos

Bislang sind sie sieben-, acht- oder auch mal neunstellig. Ab 2012 könnten die deutschen Kontonummern zu deutlich längeren Zahlenkolonnen werden. Verbraucherschützer warnen schon jetzt vor chaotischen Zuständen im Bankverkehr.

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Die langen IBAN-Nummern werden die deutschen Kontonummern ersetzen© DPA

Deutsche Kontonummern sind bislang relativ überschaubar: Sieben bis neun Ziffern kann sich fast jeder Kontobesitzer merken, sind schnell ins Formular geschrieben. Die EU will die Nummern europaweit vereinheitlichen und im Herbst beschließen, dass die bisherigen Kontonummern und Bankleitzahlen schon ab Ende 2011 nicht mehr für Überweisungen und ab Ende 2012 nicht mehr für Lastschriften gelten.

Damit setzt Brüssel Europas Banken und Kunden ein Enddatum zum Umstieg auf das europäische Zahlungsverkehrssystem Sepa, für das nur noch die internationalen Formate IBAN (22-stellige Kontonummer) und BIC (elfstellige Bankleitzahl) gelten. Bei Überweisungen ins Ausland sind diese heute schon Pflicht. Das EU-Projekt Sepa (Single European Payments Area) soll Geldtransfers in ganz Europa schneller und billiger machen; es hebt jegliche Auslandsgebühren auf.

Die meisten europäischen Banken bieten seit 2008 freiwillig Sepa-Überweisungen und seit 2009 Sepa-Lastschriften an. Da aber viele Bankkunden weiter die alten Standards benutzen, gibt es teure Parallelstrukturen. "Viele Nutzer zögern die Umstellung hinaus", sagte die Sprecherin der EU-Kommission.

Verbraucherschützer fordern Informationskampagne

Verbraucherschützer befürchten ein Chaos bei der geplanten Umstellung. "Viele werden mit den neuen Zahlenkolonnen überfordert", sagte Bankenexperte Frank-Christian Pauli vom Bundesverband der Verbraucherzentralen der "Bild"-Zeitung. Das Chaos droht aus seiner Sicht, wenn Kontonummern und Bankleitzahlen durch die IBAN (International Bank Account Number) und den BIC (Bank Identification Code) abgelöst werden. Pauli forderte eine groß angelegte Informationskampagne. 93 Millionen deutsche Girokonten wären von der Umstellung betroffen. Die Kunden wären dann gezwungen, auch sämtliche erteilten Lastschriften und Daueraufträge auf die neuen Kontodaten umzustellen. "EU und Banken müssen die Verbraucher endlich umfassend über das neue System informieren", forderte Pauli.

swd/DPA/AFP
 
 
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