Vorsicht, Weihnachtsfeier!

1. Dezember 2011, 14:28 Uhr

Mit den Kollegen so richtig einen draufmachen? Bei den meisten Weihnachtsfeiern keine gute Idee. Denn hier lauern Fettnäpfchen, die schnell zum Karrierekiller werden können. Von Karin Spitra

Knigge, Weihnachtsfeier, Benimmregeln, Fettnäpfchen, Büro-Knige

Weihnachtsfeiern bieten zahlreiche Gelegenheiten, um das Falsche zu tun©

Von wegen ungezwungenes Beisammensein: Bei Weihnachtsfeiern mit Chef und Kollegen bleiben kniffelige Situationen nicht aus. Kein Wunder, dass im schlimmsten Fall das Waten in den zahlreichen Fettnäpfchen sogar den Job kosten kann. Denn was als fröhliche Kollegenrunde bei der internen Feier oder einem offiziellen Abschlussessen beginnt, kann schnell zum Bumerang werden: Wenn der Alkohol nicht nur die Zunge löst, sondern auch noch die Sitten lockert. Dabei reicht oft schon der fatale Impuls, jetzt allen endlich mal "richtig die Meinung zu sagen". Oder die Verbrüderung mit der niedlichen Praktikantin zu weit zu treiben.

Je nachdem, wie formell in der Firma sonst miteinander umgegangen wird, können aber auch Fragen wie: "Darf ich Alkohol verlangen, wenn mein Chef nur Wasser trinkt?", "Wie oft darf ich zum Büffet?" oder "Was heißt 'business casual'?" manchen Mitarbeiter verunsichern. Dabei ist das richtige Verhalten bei solchen Gelegenheiten gar nicht so schwierig.

Eine Firmenfeier ist kein Familienfest

Im Grund gilt auch das, was unterm Jahr gelten sollte: Respektieren Sie Ihre Kollegen - und deren Meinungen. Seien Sie nett zueinander. Und meiden Sie alles, was Sie aus der Rolle fallen lässt: Wer also weiß, dass er nach dem fünften Bier anzüglich wird, sollte spätestens bei Bier Nummer vier auf Cola umsteigen. Überlegen Sie schon vorher, wie Sie von der Feier wegkommen. Planen Sie rechtzeitig Fahr- oder Taxigemeinschaften. Und verwechseln Sie um Himmels Willen eine Firmenfeier nicht mit einem privaten Fest.

Denn Kollegen und Chefs beobachten Sie schärfer als Sie glauben! Gleichgültig, ob Sie einen zuviel gekippt haben, der Praktikantin aus der Buchhaltung an den Hintern gefasst haben - oder zu vorgerückter Stunde den Chef duzen - dies alles wird mit gnadenloser Sicherheit registriert. Und weil tatsächlich nicht alle so eine Feier gleichzeitig verlassen, bieten Sie damit auch noch während der kommenden Tage ein dankbares Gesprächsthema für den "Flurfunk".

Sie können die Weihnachtsfeier aber auch als Karrierekick benutzen: Wo und wann sonst ist die starre Firmenhierarchie so gelockert? Endlich kann man auch mit Vorstand oder Geschäftsleitung plaudern. Wer sich vor zu viel offensichtlichem Schleimen hütet und stattdessen als guter Zuhörer entpuppt, hat so die Chance, sich als "überaus interessanter Gesprächspartner" zu profilieren.

Nicht gleich jedes "Du" für bare Münze nehmen

Und noch etwas: "Ich bin der Florian!" - Verbrüderungen dieser Art kommen auf jedem Fest vor. Auch wenn Sie zu später Stunde nichts dabei fanden, sollten Sie nicht gleich jedes "Du" für bare Münze nehmen. Viele Duzfreundschaften werden von den Beteiligten am nächsten Tag stillschweigend begraben - und man macht einfach beim "Sie" weiter. Warten Sie also erst einmal ab - insbesondere, wenn Ihr Chef Ihnen das "Du" angeboten hat.

Das größte Fettnäpfchen bei Weihnachtsfeiern bleibt aber, gar nicht erst hinzugehen. Das kann bei Chefs und Kollegen leicht den Eindruck von Arroganz hinterlassen. Also: Gehen Sie hin, feiern Sie, haben Sie Spaß - und vergessen Sie nicht, dass Sie alle Menschen am nächsten Morgen wiedersehen - und dann weiter mit ihnen arbeiten sollen.

Auf den nächsten Seiten finden Sie die fünf größten Fettnäpfchen und Tipps, damit Sie nicht hineintreten.

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