Schäuble schließt Bankrott Griechenlands aus

14. Oktober 2012, 10:08 Uhr

Seit Wochen betont der Finanzminister: Vor Entscheidungen über Griechenlandhilfen muss der Troika-Bericht abgewartet werden. Und nun eine klare Botschaft: Eine Pleite Athens werde es nicht geben.

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Klare Worte vom deutschen Finanzminister: Wolfgang Schäuble hat Griechenland den Rücken gestärkt.©

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat eine Staatspleite Griechenlands trotz der noch offenen Hilfszahlung der internationalen Kreditgeber ausgeschlossen. "Ich denke, das wird nicht passieren, dass es einen Staatsbankrott in Griechenland gibt", sagte Schäuble am Sonntag in Singapur vor Wirtschaftsvertretern. Auch einen Austritt des hoch verschuldeten Landes aus der Währungsgemeinschaft werde es nicht geben.

"Es hat keinen Sinn, über den Austritt Griechenlands aus der Eurozone zu spekulieren." Dies wäre äußerst schädlich für Griechenland und den Euro sowie die Weltwirtschaft, sagte Schäuble in dem südostasiatischen Stadtstaat vor der deutsch-singapurischen Industrie- und Außenhandelskammer. Jeder vertraue der Regierung von Antonis Samaras, dass sie das Nötige tun werde.

Nächste Hilfsrate im November

Mit Blick auf Spekulationen über weitere Hilfen oder Erleichterungen durch die internationalen Geldgeber bekräftigte Schäuble, zunächst müsse der Bericht der Troika aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) vorliegen. Der Bericht werde in den "kommenden Wochen" erwartet. Er ist Grundlage für die Entscheidung zur Auszahlung der von Athen dringend benötigten Kredittranche von 31,5 Milliarden Euro.

Deutschland werde das Land auf dem Weg zu mehr Wettbewerbsfähigkeit und beim Aufbau einer funktionierenden Verwaltung unterstützen. "Wir werden helfen, wann immer wir können", sagte Schäuble. Griechenland müsse viele "sehr ernsthafte Reformen" umsetzen und sei damit auf gutem Weg. Eine wachsende Mehrheit der Griechen stehe zum Verbleib des Landes im Euroraum und wisse auch, dass das Defizit gesenkt werden und es Reformen geben müsse.

EU-Währungskommissar Olli Rehn hatte bereits angekündigt, dass die nächste Hilfsrate von 31,5 Milliarden Euro spätestens im November ausgezahlt werde. Die Europartner hatten Athen aber auch eine Frist bis zum 18. Oktober gesetzt, um die schon vor Monaten vereinbarten Reformmaßnahmen vollständig umzusetzen. Dabei geht es um 89 Maßnahmen, die längst eingeleitet sein sollten. Auch wegen der Neuwahlen kam es aber zu erheblichen Verzögerungen.

kng/DPA
 
 
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