Die Krankenversicherung ist teurer geworden. Millionen Kassenmitglieder fragen sich: Wie kann ich jetzt noch sparen? Ein Führer durch den Krankenkassendschungel. Von Andreas Hoffmann und Elke Schulze

Gesundheit ist ein teueres Gut - doch auch trotz einheitlicher Beitragssätze lässt sich mit der richtigen Krankenversicherung Geld sparen© Colourbox
In vielen Lebensbereichen gelingt es uns, als aufgeklärte und selbstbewusste Verbraucher aufzutreten – doch vom "mündigen Patienten" ist nur selten die Rede. Natürlich: Ein Arzt ist schließlich Experte, und der Patient befindet sich mit seinen Sorgen und Ängsten in einer seelischen Ausnahmesituation. Zudem finden Sie als Versicherter und Kranker sich schnell in einem Dschungel von Vorschriften wieder. Zwar kann mitunter eine Nachfrage bei der Krankenkasse oder beim Hauarzt weiterhelfen, doch auch die sind Interessenvertreter in einem Gesundheitswesen das zunehmend ökonomischen Prinzipien unterliegt.
Denn Gesundheit, das wissen die Versicherten nur zu genau, ist ein teures Gut in Deutschland: 15,5 Prozent vom Bruttolohn, 7,3 Prozent zahlt der Arbeitgeber, 8,2 Prozent der Arbeitnehmer. So viel wie noch nie. Für alle, deren Einkommen über der Bemessungsgrenze von 3712,50 Euro im Monat liegt, steigen die Beiträge auf ein Rekordniveau von 580 Euro. Hinzu kommt: Die Krankenkassen dürfen künftig Zusatzbeiträge in unbegrenzter Höhe erheben, die allein von den Arbeitnehmern getragen werden müssen.
Früher ließen sich mit der Wahl der richtigen Kasse einige hundert Euro im Jahr sparen, doch seit der Einführung des Gesundheitsfonds erheben alle Kassen den gleichen Beitragssatz. Aber auch trotz des Einheitssatzes ist die Möglichkeit des Kassenwechsels geblieben und in vielen Fällen sogar einfacher geworden. So lässt sich mit dem passenden Angebot weiter Geld sparen.
AOK, Barmer und Co. haben sich auf den neuen Wettbewerb eingelassen und versuchen, mit Service und speziellen Leistungen zu punkten. Sie versprechen Schwerkranken besondere Hilfen, garantieren einen schnellen Termin beim Facharzt oder Hausbesuche. Andere Kassen gewähren Zuschüsse für die häusliche Krankenpflege oder zahlen im Notfall eine Haushaltshilfe. Wieder andere übernehmen - gegen Aufpreis - die Kosten der Zahnreinigung oder erstatten homöopathische Medikamente. Es lohnt sich genauer hinzuschauen.
Der erste Schritt ist, sich selbst genau zu prüfen. Welches Angebot richtig ist, hängt von den eigenen Bedürfnissen ab. Gesunde interessiert anderes als Kranke. Wer unter Diabetes leidet und sich über seinen Arzt ärgert, dem kann zuweilen eine andere Kasse mit einer besseren Behandlung helfen. Wer dagegen selten zum Arzt geht und sparen will, kann einen Teil der Kosten für Medikamente selbst tragen. Dafür erhält er am Jahresende Geld zurück. Manchem ist eine 24-Stunden-Hotline wichtig, dem anderen die Geschäftsstelle um die Ecke oder spezielle Vorsorgeuntersuchungen.
Auf den folgenden Seiten stellt Ihnen stern.de fünf Versicherte vor, die entlang ihrer jeweiligen Bedürfnisse, das richtige Krankenkassenpaket für sich gefunden haben.