In Deutschland sind Zahnärzte teuer. Deshalb flüchten immer mehr Kassenpatienten Richtung Osten und lassen sich dort das Gebiss verschönern. Verbraucherorganisationen raten jedoch zur Vorsicht: Der Zahntourismus ist nicht ohne Risiko.

Ungarische Zahnärzte arbeiten bis zu 70 Prozent günstiger als deutsche© Rachel Royse/Corbis
Wenn Ihnen Kronen, Brücken oder Prothesen in Deutschland zu teuer sind, können Sie sich den Zahnersatz im Ausland machen und einsetzen lassen. Einen Teil der Kosten, den so genannten Festzuschuss, bekommen Sie anschließend von der Kasse erstattet.
Besonders günstig ist es in Ungarn, Polen und Tschechien: Zahnärzte bieten dort bis zu 70 Prozent billigeren Zahnersatz an. Denn in diesen Ländern sind die Mieten, die Materialkosten und die Löhne niedriger als hierzulande. In den östlichen Nachbarländern, aber auch in Mallorca, gibt es zahlreiche deutschsprachige Praxen. Reisebüros bieten inzwischen sogar Urlaubsreisen plus Zahnsanierung als Paketlösung an.
Ob Sie im Ausland dieselbe Qualität bekommen, ist nicht sicher, bislang gibt es kaum Studien dazu. Der Medizinische Dienst der Krankenversicherung Rheinland-Pfalz (MDK) untersuchte den Zahnersatz von 60 Menschen, die im Ausland behandelt wurden. Das Ergebnis: Nur ein Viertel hatte einen qualitativ akzeptablen Zahnersatz erhalten. Bei nahezu allen Kronen stellten die Gutachter sich die Frage, ob diese überhaupt notwendig waren. 43 Brücken hielten die Experten für so schlecht, dass sie neue empfahlen.
Besonders problematisch wird es, wenn der Zahnarzt im Ausland nachbessern muss. Sie müssen wieder hinreisen, eventuell mehrfach. Oder die Prothese hat Fehler und Sie müssen sie zur Korrektur ins Ausland schicken - es können Wochen vergehen, bis Sie den Zahnersatz wieder haben. Auch mit der Garantie für bestimmte Zahnarztleistungen könnte es Probleme geben. Denn im Ausland gilt oft nicht dieselbe Gewährleistungspflicht wie in Deutschland.
Experten der Stiftung Warentest raten, bei der Zahnbehandlung im Ausland folgende Punkte zu berücksichtigen: