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Bentley Flying Spur - Rolls-Royce Ghost Königskinder

Rolls Royce Ghost - Bentley Flying Spur
Rolls Royce Ghost - Bentley Flying Spur
© press-inform - das Pressebuero
Wem eine Mercedes S-Klasse oder ein Audi A8 als Luxuslimousine zu gewöhnlich ist, der findet bei Rolls-Royce oder Bentley mit den Modellen Ghost oder Flying Spur grandiose Bestbesetzungen für das automobile Seelenheil. Obwohl in einer Klasse unterwegs, könnten die beiden Briten unterschiedlicher kaum sein.

Audi A8, BMW 7er oder Mercedes S-Klasse sind nahezu perfekte Luxuslimousinen - doch es gibt weltweit allzu viele von ihnen. Fahrdienste, Dienstwagen oder selbst Taxis sind mit den Nobelversionen der großen drei Premiumhersteller unterwegs, um die wohl betuchten Kunden entspannt und schnell ans Ziel der Träume zu bringen. Mit echter Exklusivität ist es da nicht weit her. Wer sich hiervon abheben möchte, ohne allzu sehr aufzufallen, wird bei Rolls-Royce oder Bentley fündig, ohne gleich mit einer Staatslimousine für Aufsehen zu sorgen. Denn anders als der erlauchten Rolls-Royce Phantom fällt man mit einem wie dem eleganten Ghost sowohl mit normalem als auch langen Radstand im Straßenverkehr auf, ohne wirklich aufzufallen. Ähnlich sieht es mit dem Flying Spur von Bentley aus. Die Briten haben ihm jüngst sogar die hauseigene Krone aufgesetzt und das eigentliche Topmodell Mulsanne aus der gleichen Liga wie den Rolls-Royce Phantom wegen zu kleiner Stückzahlen in Rente geschickt. Einen Nachfolger soll es erst geben, wenn ab 2025 eine Elektroversion anrollt.

So ähnlich sich die beiden Luxuslimousinen auch sind, so unterschiedlich sind diese nicht nur in Sachen Design, sondern insbesondere auch beim Charakter. Der Rolls-Royce Ghost ist der ältere der beiden; in den letzten zehn Jahren gereift wie ein guter Wein und technisch noch auf der Plattform des alten BMW 7ers unterwegs. Er wird in diesem Winter abgelöst und kaum jemandem seiner potenziellen Kunden wird dies auffallen. Sein Design ist elegant und im besten Sinne zeitlos. Wer gar nicht auffallen will, entscheidet sich für eine einfarbige Lackierung in dezentem schwarz, grau oder silber. Wer mutiger ist, entscheidet sich im nicht enden wollenden Farbkasten von Rolls-Royce Bespoke unter Umständen gar für einen Zweifarblack - vielleicht sogar mit dezenter Coachline an der Schulter.

Im Innern gibt es den gewohnt grandiosen Auftritt, den man von Rolls-Royce seit mehr als einem Jahrhundert kennt. Edelstes Leder mit aufwendig bearbeiteten Hölzern und Teppiche, in denen die eigenen Füße schier versinken. Cockpit und Bedienung sind trotz verschiedener Taster ebenso minimalistisch wie zeitlos. Der Dreh-Drück-Steller auf der Mittelkonsole - wie vieles gekonnt verfremdet und entliehen aus dem Siebener BMW - garantiert eine einfache Bedienung und schnelles Zurechtfinden. Der Reisekomfort ist vorne wie hinten grandios. Das liegt nicht nur an dem dezent im Hintergrund säuselnden V12-Triebwerk, sondern insbesondere an Doppelglas, unsichtbaren Dämmstoffen zuhauf und einer Verarbeitung, die über die Materialien hinaus Maßstäbe setzt.

Der Bentley Flying Spur ist von den beiden Luxuslimousinen der junge wilde und mit einer Länge von 5,32 Metern nur mit einem Radstand zu bekommen. Technisch ist er mit dem Porsche Panamera und seinem dynamischen Coupébruder Continental GT verwandt. Auch wenn der Flying Spur in der gleichen Liga reist, ist er bei ähnlichen Dimensionen und einer vergleichbaren Motorisierung mit W12-Power ein völlig anderes Auto. Zunächst hat er im Innern den typischen und geradezu unvergleichlichen Bentley-Charme. Nicht derart abgehoben und von der Außenwelt entkoppelt wie ein Rolls-Royce vom Typ Ghost, sondern eine sportliche Luxuslimousine, die kaum Kompromisse beim Komfort macht. Man sitzt vorne wie hinten tiefer als im Ghost, wirkt enger mit dem Auto verbunden und genießt jeden Kilometer auf seine ganze eigene Art - typisch Bentley. Der Fahrer ist mehr Pilot und hat eine direkte Verbindung zu seinem Luxusmodell.

Dafür sorgen nicht nur bequemste Sitze, moderne Anzeigen, Schalter und die Pedalerie, sondern das griffige Multifunktionslenkrad. Animierte Anzeigen und Bedienelemente im Stile des Continental wirken moderner und frischer als bei seinem Konkurrenten, der in seinem Innern alles andere als alt wirkt, sondern schlicht die spektakuläre Eleganz eines Rolls-Royce zur Schau trägt. Dank des obligatorisch langen Radstandes sitzt es sich im auch im Fond grandios - die abfallende Dachlinie und die technischen Gene des Porsche Panamera LWB sind allenfalls für Personen über 1,90 Meter zu spüren.

Beim Antrieb geben sich beide Wettbewerber keinerlei Blöße. Wie es sich in dieser Klasse gehört, gibt es obligatorisch zwölf Zylinder und Leistung im Überfluss. Im Ghost säuselt ein sämiger Dutzendzylinder mit doppelter Turboaufladung und 6,6 Litern Hubraum. Die Leistung: 420 kW / 570 PS und ein maximales Drehmoment von 780 Nm, das ab niedrigen 1.500 U/min für ein Spurtpotenzial sorgt, das man dem Briten mit seinen fast 2,5 Tonnen Gewicht nicht zugetraut hätte. Die Achtgangautomatik arbeitet derart dezent im Hintergrund, dass man meint, sie wäre gar nicht verbaut worden und alles liefe wie von selbst ab. Der Ghost gleitet dabei im Alltag über alles hinweg, was sich ihm in den Weg stellt. Dafür sorgt eine sehr komfortable Luftfederung, die perfekt zum Charakter eines Nobelmodells passt, mit dem schnell sein will, ohne zu rasen. Seit ein paar Jahren gibt es das Dynamic-Driving-Paket, mit dem der Ghost zeigt, dass er mehr bieten kann, als nur zu gleiten an sich. Man kann mit dem RR Ghost tatsächlich dynamisch unterwegs sein und das macht jede Menge Laune.

Da möchte der ebenfalls 2,4 Tonnen schwere Bentley Flying Spur nicht zurückstehen und mit seinem sechs Liter großen W12-Turbo besteht daran auch nicht der Hauch eines Zweifels. Seine Motorleistung ist mit 467 kW / 635 PS und einem gewaltigen Drehmoment von 900 Nm noch gewaltiger als beim Ghost. Er hat den Vorteil, dass er seine gewaltige Leistung an beide Antriebsachsen übertragen kann. Das beinhaltet auf der anderen Seite den Nachteil, dass man große Teile der Panamera-Technik nutzt und hier arbeitet keine weich schaltende Getriebeautomatik, sondern ein achtstufiges Doppelkupplungsgetriebe. Das haben die Entwickler in Crewe so fein abgestimmt, dass man mehr als angetan ist. Auf dem Niveau einer perfekt arbeiten Getriebeautomatik mit Wandler ist sie nicht. Dem deutlich sportlicheren Anspruch geschuldet gibt es eine präzise Lenkung mit genügend Langstreckenqualitäten und eine exzellente Fahrwerksabstimmung in vier Modi. Ein 48-Volt-Bordnetz sorgt für schnelle Zugriff bei Wankneigung in schnell gefahrenen Kurven.

Bei den Fahrleistungen lässt der sportlicher positionierte Bentley Flying Spur seinem Vorbild Rolls-Royce Ghost nicht den Hauch einer Chance. Er spurtet aus dem Stand in 3,8 Sekunden auf Tempo und ist beinahe unglaubliche 333 km/h schnell. Auch das Luxusmodell aus Goodwood ist schnell; doch bei 250 km/h ist Schluss mit lustig und der Spurt dauert eine Sekunde länger. Die Frage, für welches dieser beiden Traummobile man sich entscheidet, wird sich in der Realität kaum jemand stellen. So ähnlich sich die beiden in der Klasse über dem Luxusmodellen der gewöhnlichen Premiummarken eben sind, so unterschiedlich sind deren beiden Charaktere. Der rund 250.000 Euro teure Ghost ist der zeitlos grandiose Gleiter mit Luxus im Überfluss und dem unvergleichlichen Rolls-Royce-Charme. Der Bentley Flying Spur - startet bei rund 215.000 Euro - ist bei aller Eleganz und seinem großen Reisekomfort sportlicher und deutlich fahraktiver als sein Gegenüber. Er ist das modernere Auto, dem die Konzerngene von Volkswagen und Porsche einen spürbaren Technikvorteil geben, der durch die neuere Bauart noch unterstrichen wird. Wer schon jetzt einen Klassiker von morgen fahren will, dürfte sich jedoch wohl für den Rolls-Royce Ghost entscheiden.

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