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Citroen C2 VTS: Paris-Bitch

Citroen lässt den ultimativen Bad-Girl-Wagen über die Disco-Parkplätze krachen. Klein, praktisch, von chicen Formen und mit genug Gift für die Mädchen, die überall hingehen wollen, und die keine Lust mehr haben, als Beifahrer-Katze GTI-Piloten zu schmücken.

Rot, knackig, süß und doch gefährlich. Die C2 VTS weiß, wie sie betört, doch wer sich der Mademoiselle hingibt, den erwartet eine Liaison dangereuse. In der verführerischen Französin steckt eine Krawallmaschine, deren Werte sich mit dem Verstand nicht erschließen lassen. Zum Preis von 15.999 Euro liefert ihr 1.6 Liter Motor 122 PS. Dieser Wert ist aber nur die halbe Wahrheit, die extrem kurze Übersetzung der Fünf-Gang-Schaltung pfeift auf Kyoto-Protokoll und lange Autobahnfahrten. Dafür lässt sie die C2 VTS bei jedem Start richtig bocken. Beim Anfahren bebt die Zelle, der Straßen-Schotter schleudert in einer Wolke auf und nur massive ESP-Eingriffe halten den Wagen in der Spur. Ein Schütteln wie auf einem Wildpferd. Dann geht es ab, aber wie.

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Ein Wagen wie Pink

Höchstgeschwindigkeitsrennen dürften trotz 202 km/h Spitze keinen wirklichen Spaß machen, auf der Autobahn wird es unangenehm laut und rüttelig. Denn hier fährt keine Reiselimousine. Kaum größer als ein Metro-Einkaufswagen lässt die C2 VTS nichts an Agilität vermissen und erinnert den Fahrer pausenlos an ihre Fähigkeiten. So ein Fahrzeug kann sich nicht in den Verkehrfluss einordnen oder langsam dahin gleiten, es will ununterbrochen Stress und Spaß haben. Anstatt einer wohlerzogenen Begleiterin hat man eine hyperaktive, vorlaute Rotzgöre ohne Retalin-Beruhigung am Hals. Ein Girlie, das jeden Abend zum Erlebnis werden lässt.

Disco-Starts, Ampelspurts und rabiate Kurvenfahrten, auf diesen Feldern zeigt die C2 VTS ihre Klasse. Um als Posing-Maschine zu bestehen wurde die C2 tüchtig in Schwung gebracht, Ventil-Steuerzeiten, Nockenwelle, Ansaugkrümmer, Einspritzung und Abgasanlage wurden modifiziert. Bis 7.200 U/min dreht der Motor jetzt hoch. Selbst die elektrische Servolenkung wurde straffer ausgelegt.

Keine Fuchsschwanz-Optik

Im Punkto Fahrverhalten verachtet die C2 VTS Stil und Kultur, innen zeigt die Französin mehr Klasse. Fast wirkt sie zu geschmackvoll für jugendliche Asphalt-Rüpel, sie ist eben ein Girl-Toy. Fürs Geld gibt es mattschwarzes Interieur, viel Aluminium, einen silbernen Schaltknüppel, Klimaanlage und einiges mehr. Wenig überzeugend ist leider der in einem halbmondförmigen Streifen verborgene Drehzahlmesser. Das Platzangebot auf den Vordersitzen ist ausgezeichnet für diese Klasse. Die Einzelsitze im Fond lassen sich verschieben und zusammenklappen. Damit sollte für die Transportbedürfnisse der jugendlichen Kundschaft gesorgt sein.

"Six million ways to die, choose one", ….

… rappt der Rapper, und die C2 VTS wäre nicht die schlechteste Wahl. Trotz aller Begeisterung für die agile Rennsemmel muss der Verstand sagen: "Derjenige, der mit so einem Fahrzeug umgehen kann, ist leider so gereift, dass er von den Reizen nicht mehr angesprochen wird." Aber Ungestüm kennt keine Vernunft. Mit kaum einem Fahrzeug kann man chicer rasen als mit der C2 VTS. In Segment der ultra-kompakten Kraftpakete kann sie sich auf jeden Fall sehen lassen. Ob dies ein Wagen ist, den man seiner Tochter guten Gewissens zum Führerschein unter den Carport stellen kann, ist eine andere Frage.

Gernot Kramper

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.