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Panda: Das Erdgas-Bärchen

Nein, wir stottern nicht. Uns hat auch weder Feinstaub, noch zuviel CO2 das Hirn vernebelt. Das Auto heißt wirklich so: Panda Panda. Der Mini-Fiat ist derzeit das kleinste Erdgasauto auf dem Markt und verpasst seinem Besitzer an der Tankstelle ständig neue Glücksgefühle.

Von Michael Specht

Gewöhnlich kauft man ein Auto, ohne sich auch nur im Entferntesten darüber Gedanken zu machen: Ja, wo tanke ich denn eigentlich? Zapfsäulen stehen an fast jeder Straßenecke. Die Versorgung ist rund um die Uhr gesichert. Der Kauf eines Erdgasautos setzt jedoch einen völlig anderen Prozess in Gang. Zuerst klickt man die Internetseite www.gibgas.de an, die einem wunderbar alles über die derzeit wohl sauberste Alternative des Autofahrens erzählt. Und zusätzlich, wo man vor seiner Haustür tanken kann. Hamburg bietet da beispielsweise acht Erdgas-Tankstellen. Nicht die beste Durchdringung, aber immerhin genug, um den Panda Panda vor dem Verdursten zu retten.

Zwei Kraftfläschen

Er ist zurzeit das kleinste Serien-Erdgasauto der Welt. Unter seinem Wagenboden stecken zwei Gastanks, die 13 Kilo zusammengedrücktes, so genanntes CNG (Compressed Natural Gas) fassen, wie Erdgas wissenschaftlich genannt wird. Einen normalen Benzintank gibt es natürlich auch noch. Für alle Fälle. Damit ist der Panda Panda bivalent, weil sein Motor eben beides verträgt, Benzin oder Erdgas. Generell aber soll Gas gegeben werden. Schließlich schont es die Umwelt und erst recht den Geldbeutel. Denn wer hätte gedacht, dass man in heutigen Zeiten mit 3,50 Euro noch 100 Kilometer fahren kann? Hallo! Das schafft kein anderes Auto, nicht einmal der neue Smart Diesel. Und der Panda Panda hat dabei noch die grüne Schleife um. Denn außer Wasserstoff verbrennt nichts so sauber im Motor wie Erdgas. Null Feinstaub, 23 Prozent weniger CO2 (114 g/km) als ein vergleichbarer Benziner und bis zu 80 Prozent weniger Kohlenwasserstoffe.

Wer den Kleinen nicht mit Bleifuß um die Ecken treibt, den belohnt der 1,2-Liter-Vierzylinder mit rund vier Kilo Verbrauch pro 100 Kilometer. Und die kosten eben nur zwischen drei und 3,50 Euro, je nach dem, wo getankt wird. Der Kilopreis streut von 65 bis 95 Cent/Kilo. Der geringe Preis rührt daher, weil Erdgas längst nicht so hoch besteuert ist wie Benzin. Und dies soll auch mindestens noch für die nächsten zehn Jahre so bleiben. Da reibt man sich an der Zapfsäule doch die Hände, fühlt sich großartig und bemitleidet die traditionellen Diesel- und Benzintanker.

Kleiner Schwächeanfall

Ein wenig Verzicht üben heißt es beim Panda Panda nur, geht es um die reine Motorleistung. Erdgas hat weniger Energieinhalt als Benzin. Dadurch sackt die Leistung des Motors von 60 auf 52 PS. Flott von der Ampel kommt man damit zwar nicht weg, aber meistens ist der Vordermann sowieso langsamer. Und irgendwie animiert dieser Öko-Panda auch gar nicht zum Rasen. Die alltäglichen Dinge wie Einkaufen oder die Kinder zur Schule fahren klappen mit ihm bestens.

Lediglich auf der Autobahn fehlt es dem Panda an Power. Der Kleine sollte sich von der linken Spur besser fernhalten. Fiat gibt offiziell 140 km/h Höchsttempo an, aber es benötigt Lichtjahre, bis er wirklich dort angekommen ist. Schon kleine Steigungen lassen den Wagen schnell müde werden. Sein Lieblingstempo pendelt sich zwischen 100 und 120 km/h ein.

Größer als sein Ruf

Im Innenraum ist der Panda Panda bis auf den fehlenden Drehzahlmesser und dem kleinem Schalter für Erdgas- oder Benzinbetrieb nicht von seinen Normalmotor-Kollegen zu unterscheiden. Die Sitzposition und die Übersicht sind bestens, das Lenkrad sogar höhenverstellbar. Man fühlt sich nicht wie in einem Kleinwagen. Front- und Seitenairbags, ABS, eine elektrische Servolenkung und E-Fensterheber sowie Zentralverriegelung sind serienmäßig an Bord. Und dadurch dass die Gastanks "unterflur" montiert sind, bleibt auch der Kofferraum, mit 190 Liter ohnehin nicht groß, in seinen Serienmaßen erhalten.

Die Förderung macht es

Wer jetzt den Taschenrechner heraus holt und auf den Cent genau wissen will, wann er wie viel spart und ab wann er mit dem Erdgas-Panda günstiger fährt, ist auf der verkehrten Spur. Man muss einfach nur wollen und sein grünes Gewissen entscheiden lassen. Am besten den Preis von 13.340 Euro isoliert sehen. Soviel kostet das Auto halt. Nicht auf die vergleichbare Benzinversion schielen, die 3200 Euro günstiger ist. Diesen Panda gibt Fiat mit Spritkosten von 6,90 Euro/100 km an, also gut doppelt so viel wie beim Erdgas-Pendant. Auf jeden Fall sollte vorher beim örtlichen Gasversorger nachgefragt werden. Manchmal gibt es dort Zuschüsse auf den Neuwagenkauf oder Gutscheine fürs Tanken. Richtig gut geht es den Italienern, ohnehin die größten Erdgasfans in Europa. Kein Wunder. Ihr Staat gibt 1500 Euro beim Kauf dazu und wenn das Auto noch weniger als 120 Gramm CO2 pro Kilometer in die Luft pustet, werden zusätzliche 500 Euro überwiesen.

740 Tankstellen (Stand Ende März) sind mittlerweile über Deutschland verstreut. Ein Viertel von ihnen haben bereits die neuen Zapfpistolen. Das Tanken funktioniert damit ähnlich leicht wie beim Diesel oder Benzin, dauert nur wenige Minuten. 54 772 Erdgasfahrzeuge waren für Deutschland Anfang 2007 in Flensburg registriert. Mit Kleinwagen wie dem Panda Panda dürfte die Zahl zukünftig kräftig steigen. Im Werk in Polen, wo der Erdgas-Panda gebaut wird, hat man bereits die Produktion hochgefahren – von 16 000 auf 32 000 jährlich.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.